Deutscher Gewerkschaftsbund

19.03.2009

Teilzeit

Teilzeitbeschäftigt ist ein/e ArbeitnehmerIn, wenn die regelmäßige Arbeitszeit kürzer ist als die vergleichbarer Vollzeitbeschäftigter. Zu den Teilzeitbeschäftigten zählen auch MinijobberInnen und geringfügig Beschäftigte.

Teilzeitbeschäftigte haben dieselben Rechte wie Vollzeitbeschäftigte. Auch sie genießen Kündigungsschutz und haben Anspruch auf Urlaub. Sie dürfen nicht benachteiligt werden - zum Beispiel bei Sozialleistungen. Das Arbeitsentgelt muss mindestens dem Verhältnis ihrer Beschäftigungsdauer zur Vollzeitbeschäftigungsdauer entsprechen.

Keine Überstundenzuschläge

Die Rechtsprechung hat jedoch Überstundenzuschläge erst ab einer bestimmten Wochen- oder Tagesarbeitszeit für rechtens erklärt. Deshalb erhalten Vollzeitbeschäftigte, die länger als die vereinbarte Arbeitszeit arbeiten Überstundenzuschläge, Teilzeitbeschäftigte dagegen nicht.

Anspruch auf Teilzeit

Alle ArbeitnehmerInnen -  auch in leitenden Positionen - haben Anspruch auf Teilzeitarbeit. Voraussetzung ist, dass der Arbeitgeber in der Regel mehr als 15 ArbeitnehmerInnen beschäftigt. Außerdem dürfen der kürzeren Arbeitszeit keine betrieblichen Gründe entgegenstehen.  Beispielsweise, wenn dies die Sicherheit des Betriebs wesentlich beeinträchtigt oder die Teilzeitarbeit unverhältnismäßige Kosten verursachen würde.

Wer kürzer arbeiten möchten, muss das beim Arbeitgeber schriftlich beantragen - mindestens acht Wochen vor dem gewünschten Beginn der Teilzeitarbeit.

Der Arbeitgeber muss sich mit der ArbeitnehmerIn über die Verteilung der Arbeitszeit einvernehmlich einigen. Zudem ist er dazu verpflichtet, die zeitliche Aufteilung nach den Wünschen der ArbeitnehmerIn festzulegen, soweit keine betrieblichen Gründe entgegenstehen. 

Verlängerung der Arbeitszeit

Umgekehrt haben Teilzeitbeschäftigte Anspruch darauf, die Arbeitszeit aufzustocken. Gibt es im Betrieb einen geeigneten freien Arbeitsplatz, sind sie bei der Besetzung bevorzugt zu berücksichtigen. Das gilt sogar dann, wenn der Arbeitgeber meint, jemand anderes würde auf dem zu besetzenden Arbeitsplatz eine bessere Leistung erbringen! Nur dringende betriebliche Gründe können diesem Anspruch entgegenstehen: beispielsweise, wenn auf dem freien Arbeitsplatz ein/e ArbeitnehmerIn beschäftigt werden kann, dem/der sonst betriebsbedingt gekündigt würde.

Weitere Rechte:

  • Bei Betriebsratswahlen haben Teilzeitbeschäftigte Wahlrecht.
  • Wer weniger als 15 Stunden pro Woche arbeitet, kann zusätzlich Anspruch auf Arbeitslosengeld haben.
  • Wer zwei Teilzeitjobs hat und einen davon verliert, kann Anspruch auf Teilarbeitslosengeld haben.

Bei Schwierigkeiten mit dem Teilzeitanspruch oder der Teilzeitarbeit können betroffene KollegInnen die kostenlose Rechtsberatung ihrer Gewerkschaft in Anspruch nehmen.


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