Deutscher Gewerkschaftsbund

28.04.2016
Mädchen-Zukunftstag 2016

Girls’ Day: „Frau Hannack, wie wird man Gewerkschafterin?“

Berufeschnuppern für Mädchen beim DGB

Was bedeutet es, sich für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einzusetzen, was heißt es, in der Politik zu arbeiten? Berliner Schülerinnen wollten beim Girls' Day die Gewerkschaftsarbeit genauer kennenlernen. Zum Berufs-Schnuppertag gehörte auch eine Fragerunde mit der DGB-Vizevorsitzenden Elke Hannack.

21 Berliner Schülerinnen stehen und sitzen im Büro der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Elke Hannack. Die Mädchen sind am heutigen Girls’Day – dem Mädchenzukunftstag – zu Gast in der Bundesvorstandsverwaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Sie haben politische Referentinnen und Referenten bei der Arbeit besucht und erhalten hautnah Einblick in die vielfältige politische Arbeit des DGB. „Frauen in der Politik – Politik, ein Job für Frauen?!“ – unter diesem Motto hatte der DGB zur Berufsschnuppertour beim Girls’Day eingeladen.

Girls' Day 2016: Schülerinnen im Gesür

Girls'Day im Büro der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden. Nach der Fragerunde mit Elke Hannack geht es gleich weiter zum Rundgang durch die Bundesverwaltung des DGB. DGB/Steinle

Jetzt erzählt Elke Hannack den 11- bis 14-jährigen, wie sie zur Gewerkschaftsarbeit kam. Ob sie schon immer im DGB arbeiten wollte, fragt eines der Mädchen. Hannack lacht. Nein, ursprünglich wollte sie Pastorin werden, hatte angefangen Theologie zu studieren, erzählt sie. Über einen Studierendenjob landete sie im Einzelhandel, gründete dort einen Betriebsrat. Sie war von der Arbeit begeistert und wurde schließlich hauptamtliche Gewerkschafterin. „Ich fand soziale Projekte toll, mit denen man Schwächere unterstützen kann“, sagt Hannack. „Die Starken müssen den Schwachen helfen“, erzählt sie über ihre Motivation, in der Gewerkschaft zu arbeiten. Als stellvertretende DGB-Vorsitzende kein 38-Stunden-Job, wie sie auf Nachfrage betont. Aber eine Arbeit, die ihr sehr viel Spaß mache. „Arbeit muss Spaß machen", so Hannack.

Studium statt Ausbildung?

Paläontologin, Redenschreiberin, Pathologin – einige der Mädchen haben schon konkrete Berufswünsche, möchten studieren. Auch das Berufsfeld Politik nennt eine Schülerin. Eine duale Ausbildung hat bisher keine von ihnen im Blick. Doch die Schülerinnen blicken interessiert als die stellvertretende DGB-Vorsitzende von Karrieremöglichkeiten in den so genannten MINT-Berufen erzählt, guten Gehältern und exzellenten Aufstiegsmöglichkeiten.

Auch das Thema Flüchtlinge bewegt die Mädchen. Ob sich die Gewerkschaften auch für Flüchtlinge einsetzen, möchte eine Schülerin wissen. Elke Hannack greift hinter sich und holt eine orange Warnweste vom DGB-Sachsen hervor. Und während Elke Hannack die Weste mit der Aufschrift „Refugees welcome“ anzieht, erzählt sie von den vielen Jugendlichen und Kindern unter den Flüchtlingen - und von der Verantwortung, diesen eine Ausbildung zu verschaffen und auch so die Integration zu fördern. Denn: „Die Starken müssen den Schwachen helfen“.

Der Girls'Day

Seit 2001 gibt es in Deutschland den "Mädchen-Zukunftstag - Girls' Day". Der DGB startete die bundesweite Aktion damals gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Initiative D21. Seitdem gibt es für Mädchen und junge Frauen einmal im Jahr die Möglichkeit, in Berufe, Berufsbilder und Branchen hinein zu "schnuppern", die bisher eher männlich dominiert sind. Zu den "Girls'-Day-Berufen" gehören Berufe, bei denen der Frauenanteil noch unter 40 Prozent liegt.

Mehr Infos: www.girls-day.de

 


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