Deutscher Gewerkschaftsbund

15.08.2016
Gesetzliche Rentenversicherung

Rente: Arbeiten bis 69 ist keine Option

DGB lehnt höheres Renteneintrittsalter ab

Die Bundesbank schlägt vor, das gesetzliche Renteneintrittsalter auf 69 Jahre zu erhöhen. Das würde die Jungen doppelt belasten und bestehende Probleme massiv verschärfen, kritisiert DGB-Vorstand Annelie Buntenbach: Schon heute müssen viele Beschäftigte hohe Abschläge in Kauf nehmen, weil sie es nicht gesund bis 65 oder 67 schaffen.

Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied

DGB/Simone M. Neumann

Zum Vorschlag der Bundesbank, das gesetzliche Renteneintrittsalter auf 69 Jahre zu erhöhen, sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach am Montag in Berlin:

 "Das Renteneintrittsalter eignet sich nicht für einen Wettbewerb, nach dem Motto: Wer bietet mehr? Auch die Bundesbank sollte zur Kenntnis nehmen, dass heute nur jeder sechste 64jährige noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt ist, nur wenige gehen direkt von der Arbeit in die Rente. Ein höheres Renteneintrittsalter würde diese Probleme massiv verschärfen: Schon heute müssen viele Beschäftigte, die es nicht gesund bis 65, geschweige denn bis 67 schaffen, hohe Abschläge für ihre Rente in Kauf nehmen. Die Jungen müssten sogar die doppelte Zeche zahlen. Sie müssten länger arbeiten und wären gleichzeitig - wenn die Politik nicht endlich umsteuert - vom sinkenden Rentenniveau betroffen. Dann würde nämlich die Rente zu dem Zeitpunkt, wo die heute jungen Menschen sie brauchen, nicht mehr zum Leben reichen."


Nach oben

Weitere Themen

21. Par­la­ment der Ar­beit: Der DGB-Bun­des­kon­gress 2018
DGB
Vom 13. bis 17. Mai 2018 tagt in Berlin das 21. Parlament der Arbeit - der Ordentliche Bundeskongress des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). 400 Delegierte aus den acht DGB-Gewerkschaften treffen beim Kongress Entscheidungen für die nächsten Jahre. Mehr Infos auf unserer Kongress-Webseite.
zur Webseite …

Be­triebs­rats­wahl 2018: Be­triebs­rä­te kämp­fen für Gu­te Ar­beit
DGB
Vom 1. März bis zum 31. Mai 2018 finden in ganz Deutschland Betriebsratswahlen statt. in Zehntausenden Betrieben wählen die Beschäftigten ihre Vertreterinnen und Vertreter in den Betriebsrat. Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber – und sorgt für Mitbestimmung und Demokratie im Betrieb.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
"Arbeitende Rentner sind Folge einer verfehlten Politik"
Rente mit 65? Davon können viele nur träumen: Im letzten Jahr hat jeder neunte 65- bis 74-Jährige in Deutschland gearbeitet. "Prekäre Beschäftigung und Brüche im Erwerbsleben machen es heute vielen Menschen unmöglich, auskömmliche Anwartschaften aus der gesetzlichen Rentenversicherung aufzubauen", kritisiert DGB-Vorstand Annelie Buntenbach. weiterlesen …
Pressemeldung
DGB zu den Rentenplänen der SPD
Die SPD hat ihr Rentenkonzept für die Bundestagswahl vorgestellt. Der DGB begrüßt die Absicht, das Rentenniveau zu stabilisieren, und fordert als nächsten Schritt eine Anhebung auf 50 Prozent. Auch die Absage an eine Anhebung der Regelaltersgrenze unterstützt der DGB: „Eine solch klare Aussage erwarten wir auch von allen anderen Parteien“, fordert der Vorsitzende Reiner Hoffmann. Zur Pressemeldung
Artikel
Buchpräsentation: Rente mit 70 für alle?
"Weil wir alle länger leben, müssen wir alle länger arbeiten": So wird der Wahlkampf um immer höhere Rentenalter geführt. Doch dieser Satz ist so einfach wie falsch. Ein Schwarzbuch zeigt am Beispiel von über 40 Beschäftigten, warum für viele Beschäftigte länger arbeiten nicht nur schwer vorstellbar, sondern schlicht unmöglich ist. Am 17. Juli 2017 wird das Buch vorgestellt. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten