Deutscher Gewerkschaftsbund

05.08.2015
Fragen und Antworten rund ums Wetter am Arbeitsplatz

Und was ist, wenn Kinder wegen „hitzefrei“ betreut werden müssen?

9. Und was ist, wenn Kinder wegen „hitzefrei“ betreut werden müssen?

Da manche Schulen im Sommer eher großzügig sind mit „hitzefrei“, kann das auch zu Schwierigkeiten im Arbeitsalltag führen: Kann ich als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer den Arbeitsplatz verlassen, um mein Kind an einem solchen Tag von der Schule abzuholen? Wenn das Kind noch nicht alt genug ist um nachmittags allein zu bleiben und es keine andere Betreuungsmöglichkeit gibt, kann das grundsätzlich eine Arbeitsverhinderung sein, die dazu berechtigt, den Arbeitsplatz auch früher zu verlassen. Das bedeutet jedoch nicht, dass man für diese Zeit auch bezahlt werden muss. Ein solcher Vergütungsfortzahlungsanspruch (§ 616 BGB) besteht nur bei Verhinderung durch einen „in der Person des Arbeitnehmers“ liegenden Grund. Voraussetzung sind damit subjektive, persönliche Leistungshindernisse, wie besondere familiäre Ereignisse. Dazu gehören zum Beispiel die Geburt eines Kindes, schwere Erkrankungen oder Todesfälle bei nahen Angehörigen. Das Wetter ist dagegen ein „objektives Leistungshindernis“, das grundsätzlich alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer betrifft. Damit ist klar: Auch wenn die Kinderbetreuung wegen Hitze ausfällt, stellt dies noch kein persönliches Leistungshindernis dar, das einen Vergütungsanspruch begründen könnte.

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