Halbzeit in Vancouver: Am dritten Kongresstag stimmten die Delegierten ohne Gegenstimmen für die Entschließung „Die Globalisierung verändern“. In der Debatten wurde deutlich, wie weltweit GewerkschafterInnen zutiefst besorgt über die in Ausmaß und Dauer beispiellose Wirtschaftskrise sind. Millionen ArbeitnehmerInnen wurden unschuldig Opfer dieser Krise, verloren Arbeitsplatz und Einkommen.
Der Kongress lehnt das arbeitnehmer- und armenfeindliche neoliberale Modell ab. Mit der Entschließung fordert er konkrete Maßnahmen, um eine Wiederholung des Beinahe-Kollapses zu verhindern. Zudem, dafür stimmte der Kongress, muss es in der Globalisierung einen grundlegenden Richtungswechsel geben.
Tag des Öffentlichen Dienstes - Delegierte gehen auf die Straße
Tag des Öffentlichen Dienstes - die Delegierten machten mit (Rally on World Public Services Day) (c) Jacky Delorme/ITUC-CSI-IGB
Der Kongress unterbrach seine Beratungen für eine Kundgebung zum „Tag des Öffentlichen Dienstes“ (Rally on World Public Services Day). Die Delegierten folgten damit dem Aufruf des Kanadischen Gewerkschaftsbundes CLC. Gemeinsam mit Kanadischen KollegInnen und forderten sie „Global Gerechtigkeit – Jetzt!“. CLC-Vizepräsidentin Barbara Byers forderte die G20-Regierungen auf, die öffentliche Beschäftigungsförderung zu stärken. „Die 34 Millionen Menschen die seit 2008 ihre Jobs verloren haben, brauchen öffentliche Dienstleistungen“, sage Byers bei der Kundgebung.
"Komplett falsch" nannte es Susan Hopgoog, dass Regierungen gerade jetzt die Bildungsausgaben kürzten. 70 Millionen Kindern werde die Grundbildung verweigert, sagt die Präsidentin der Bildungsinternationale.
Und IGB-Präsidentin Sharan Burrow stellte noch einmal klar: Nur soziale Gerechtigkeit weltweit ist der einzig richtige Weg aus der Krise. Die Botschaft der Gewerkschaften: "Jetzt die Menschen! - NEIN zur Sparpolitik! – JA für mehr Beschäftigung! – JA für eine Finanztransaktionssteuer“
Politiker stellten sich Diskussion der Delegierten
Am Nachmittag diskutierten die Delegierten mit Politikern und VertreterInnen der Zivilgesellschaft zum Thema globale Gerechtigkeit. Für ein konzertiertes Vorgehen von Gewerkschaften und fortschrittlichen Kräften sprach sich Poul Nyrup Rasmussen aus, um die Gier der Wirtschaft einzudämmen. Diese Gier nannte der Co-Vorsitzende des Global Progressive Forums die Wurzel der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise.
Amsatou Sow Sidibé rief die Gewerkschaften auf, die Geschlechterungleichheit und Ausbeutung von Frauen zu bekämpfen. Die Juraprofessorin an der Universität Cheikh-Anta-Diop (Senegal) ist eine aktive Stimme für Menschenrechte in Afrika
Für Kumi Naidoo, Exekutivdirektor von Greenpeace International, ist die Vereinigung der Gewerkschaftsbewegung zum IGB ein wichtiges Beispiel für alle Kräfte der Zivilgesellschaft. Am Beispiel der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko erklärte Naidoo den Zusammenhang von Ursachen und Wirkungen. So sei die Sorglosigkeit des Unternehmens verantwortlich für den Tod von elf Arbeitern - diese Tatsache sei kaum öffentlich bekannt. Die Katastrophe betreffe also sowohl die Arbeitssicherheit der Arbeiter wie den Schutz der Umwelt. Sein Fazit: In solchen Fällen Umweltschützer und Gewerkschafter zusammen handeln.
ITUC debates global justice with political and civil society representatives
″Global Justice Now!” say 1500 rally activists
Das englischsprachige Internetradio RadioLabour berichtete täglich vom IGB-Weltkogress 2010 aus Vancouver, Kanada. Wir haben die alle Sendungen für Sie zusammengestellt.
5. Kongresstag, 25.Juni 2010
4. Kongresstag, 24.Juni 2010
3. Kongresstag, 23.Juni 2010
2. Kongresstag, 22. Juni 2010.
Der Bericht vom Auftakt am 21. Juni 2010.
Vorbericht zum Kongressstart. Mit einem interview mit Generalsekretär Guy Ryder.
RadioLabour ist das Radio der Internationalen Arbeiterbewegung. Die Sendungen sind im Internet abrufbar und werden von Bürgerradios gesendet.
Botschaft des IGB-Jugendkommitees