Deutscher Gewerkschaftsbund

12.02.2016
IMK-Gutachten

Körzell: Kreditspielraum des Bundes für Investitionen nutzen

Ohne gegen die Schuldenbremse zu verstoßen, könnte der Bund Kredite in Höhe von rund zwölf Milliarden Euro aufnehmen. Das ergibt ein Gutachten des Institutes für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). Die Spielräume müssten genutzt werden, um überfällige Aufgaben zu erledigen, sagt DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell. Jetzt seien dringend Investitionen im Bildungsbereich, für die Infrastruktur und im sozialen Wohnungsbau nötig.

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell DGB/Simone M. Neumann

Kreditspielraum des Bundes beträgt rund 12 Milliarden Euro

Eine Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) in der Hans-Böckler-Stiftung kommt zu dem Ergebnis, dass der Bund 2017 Kredite von rund zwölf Milliarden Euro aufnehmen könnte, ohne gegen die Schuldenbremse zu verstoßen. Ein deutlich niedriger Verschuldungsspielraum, wie ihn Medienberichte unter Verweis auf das Bundesfinanzministerium oder Haushaltspolitiker der Union nahe legen, ist daher nicht nachvollziehbar.

"Heute Überlegungen zur Staatsverschuldung im Jahre 2060 anzustellen, ist schlicht närrisch. Im Haushalt ist Luft nach oben - der Kreditspielraum des Bundes liegt 2017 bei 12 Milliarden Euro. Diese Spielräume müssen genutzt werden, um überfällige Aufgaben zu erledigen. Wir brauchen jetzt dringend Investitionen im Bildungsbereich, für die Infrastruktur und in den sozialen Wohnungsbau. Klug finanziert, die Lasten gerecht verteilt und an der richtigen Stelle investiert, kann das Land dennoch aus der Verschuldung herauswachsen."
DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell

In die Zukunft investieren statt symbolische schwarze Nullen zu verteidigen

Bei der Nachberechnung der aktuell verfügbaren Daten des Bundeswirtschaftsminsteriums, Bundesfinanzminsteriums und des Statistischen Bundesamtes kamen die Experten des IMK auf einen Kreditspielraum des Bundes in Höhe von 12.1 Milliarden Euro für 2017. Dieser ergibt sich aus der maximal zulässigen Nettokreditaufnahme von 10,6 Milliarden Euro und einer so genannten Konjunkturkomponente von 1,9 Milliarden Euro für diesen Zeitraum. Abzüglich von 400 Millionen Euro, weil der so genannte Finanztransaktionssaldo für das kommende Jahr leicht positiv ausfällt, so die mittelfristige Finanzplanung des Finanzministeriums. Angesichts extrem niedriger Zinsen empfiehlt das IMK, jetzt alle finanziellen Spielräume für Investitionen zu nutzen, statt symbolische "schwarze Nullen" zu verteidigen.


LINK

Pressemeldung des Institus für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK)

 


Nach oben

Weitere Themen

Tei­le des In­te­gra­ti­ons­ge­set­zes be­hin­dern In­te­gra­ti­on
Colourbox
Am 25. Mai will die Bundesregierung den Entwurf ihres Integrationsgesetzes beschließen. Aus Sicht des DGB zielt es zwar grundsätzlich darauf ab, Integrationsmaßnahmen zu verbessern – es enthält aber auch "Regelungen, die die Integration behindern", so der DGB in einer Stellungnahme.
weiterlesen …

Fi­nanz­trans­ak­ti­ons­steu­er jetz­t!
DGB/Simone M. Neumann
Seit 2013 verhandeln zehn europäische Staaten über die Einführung einer Finanztransaktionssteuer. In einem offenen Brief fordern 10.000 Organisationen die Staats- und Regierungschefs auf, endlich ernst zu machen. Zu den Unterzeichnern gehört auch der Europäische Gewerkschaftsbund.
weiterlesen …

"Wir brau­chen ein Ge­setz für mehr Lohn­ge­rech­tig­keit"
DGB/Simone M. Neumann
Mit einem Rechtsanspruch auf einen Ganztagsschulplatz die Lohnlücke zwischen Männern und Frauen schließen? Das funktioniert nicht, sagt DGB-Vize Elke Hannack. Nötig sind gesetzliche Regelungen, die Transparenz schaffen und Unternehmen verpflichten, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen – und bei Benachteiligungen Abhilfe zu schaffen.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten