Deutscher Gewerkschaftsbund

Beamtinnen und Beamte

22.05.2014
DGB fordert Reduzierung der Wochenarbeitszeit

Öffentlicher Dienst: Tarifabschluss wird auf BeamtInnen des Bundes übertragen

Der DGB begrüßte im Beteiligungsgespräch zur Besoldungs- und Versorgungsanpassung den vom Bundesministerium des Innern (BMI) vorgelegten Gesetzentwurf. Damit werde die vom Bundesinnenminister angekündigte Übertragung des Tarifergebnisses für die Beschäftigten von Bund und Kommunen auf die BundesbeamtInnen übertragen. Gleichzeitig fordert der DGB die zeitnahe Anpassung der Erholungsurlaubsverordnung. Diese soll laut BMI noch vor der Sommerpause erfolgen.

In dem Entwurf eines „Bundesbesoldungs- und -versorgungsanpassungsgesetzes 2014/2015“ sieht das Ministerium die lineare Anhebung der Bezüge entsprechend der Tarifeinigung vom 1. April vor. Die Anpassungsschritte sollen jedoch um 0,2 Prozentpunkte vermindert werden. 

Damit werden  die Grundgehälter rückwirkend zum 1. 3.2014 um einen Prozentsatz, der mindestens 90 Euro entspricht – maximal jedoch 2,8 Prozent – erhöht. Dieser Satz wird ebenfalls um 0,2 Prozentpunkte reduziert. Diese Mindesterhöhung betrifft die BesoldungsempfängerInnen der Besoldungsgruppen A2 bis A8 sowie der ersten Stufen der Besoldungsgruppen A9 und A10. Zum 1.März 2015 sollen in einem zweiten Schritt die Bezüge um 2,2 Prozent erhöht werden. Die Anwärter erhalten rückwirkend zum 1.März 2014 ein Plus von 40 Euro und zum 1.März 2015 nochmals 20 Euro mehr. Mit der Auszahlung der höheren Bezüge ist voraussichtlich mit den Oktoberbezügen zu rechnen.

Minderung kritisiert

Der DGB kritisiert die Minderung um 0,2 Prozentpunkte bei jeder linearen Anpassung zugunsten der Versorgungsrücklage. Zwar ist eine solide Finanzierung der Versorgungskosten unerlässlich. Doch die aktiven BeamtInnen werden durch die Abführungen doppelt belastet, da sich dadurch sowohl ihre Besoldung als auch ihre Versorgung bei jeder prozentualen Erhöhung verringert.

Wochenarbeitszeit muss reduziert werden

Zudem fordert der DGB vom BMI die Absenkung der durchschnittlichen Wochenarbeitszeit auf das Tarifniveau von 39 Wochenstunden. Diese war 2005 auf 40 Stunden und 2006 auf 41 Stunden angehoben worden Diese war 2005 auf 40 Stunden, 2006 auf 41 Stunden angehoben worden. Das Ziel durch die Mehrarbeit rund vier Prozent der Planstellen einzusparen, wurde dadurch Mitte 2012 erreicht. Dennoch: Eine Reduzierung der Arbeitszeit sei nicht geplant, so die Vertreter des BMI. Der DGB machte gegenüber dem BMI deutlich, weiterhin an einer Forderung festzuhalten.


Nach oben
  1. Besoldungsrunde Bund 2018-2019-2020: Gesetzentwurf liegt vor
  2. Öffentlicher Dienst: Besoldungspolitik nach Kassenlage
  3. DGB begrüßt Plus auch für Bundesbeamte
  4. Gewerkschaften fordern: mindestens 200 Euro mehr
  5. Bundesbeamte: Übertragung des Tarifergebnisses erreicht
  6. Urteil: Ämterbündelung mit Grundgesetz vereinbar
  7. Richter-Besoldung: Gerechtes Einkommen per Gerichtsurteil?
  8. Bundesverwaltungsgericht: Urteil zu Beamten-Besoldung nach Alter
  9. Beamte: Übernahme von Tarifergebnissen muss Standard werden
  10. DGB begrüßt Urteil des EuGH zur altersdiskriminierenden Besoldung
  11. Öffentlicher Dienst: Tarifabschluss wird auf BeamtInnen des Bundes übertragen
  12. DGB Besoldungsreport: 18,5 Prozent – Tendenz steigend
  13. Tarif- und Besoldungsrunde 2014: Gemeinsam für gute Ergebnisse
  14. Beamtenbesoldung: Keine Entscheidungen nach Gutsherrenart
  15. Besoldung folgt Tarif? Keine Selbstverständlichkeit mehr
  16. Beamtengehälter: Spar- statt Besoldungsrunde?
  17. DGB will einheitliche Besoldung für Beamte in Bund und Ländern
  18. Entwurf eines Bundesbesoldungs- und -versorgungsanpassungsgesetzes (BBVAnpG 2012/2013)
  19. Gewerkschaften beweisen Verhandlungsstärke im öffentlichen Dienst
  20. Auswirkungen des BAG-Urteils zur Urlaubsstaffel des TVöD auf die Beamtinnen und Beamten
  21. DGB begrüßt Urteil zur hessischen Professorenbesoldung
  22. Verfassungsmäßigkeit der Professorenbesoldung des Landes Hessen
  23. Altersdiskriminierung: BAT verstößt gegen europäisches Recht
  24. DGB begrüßt zügige Besoldungsanpassung für Beamte und übt Kritik an Nullrunde für Pensionäre
  25. Stellungnahme zur Anhörung: Gesetzentwurf zur Unterstützung der Fachkräftegewinnung im Bund
  26. Frauen im Staatsdienst finanziell benachteiligt
  27. Knut Rexed: "Moderne Verwaltung braucht ein flexibleres System"
  28. Bayern will bessere Beförderungsmöglichkeiten für Beamte
  29. Weiterhin Besoldungskürzungen für Bundesbeamte geplant

Mehr zum Thema

20.03.2014
Ta­rif- und Be­sol­dungs­run­de 2014: Ge­mein­sam für gu­te Er­geb­nis­se
DGB/Simone M. Neumann
Seit 13. März 2014 verhandeln die Arbeitnehmervertretungen angeführt von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di mit dem Bund und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände über die Entgelterhöhungen im öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen. Für die Gewerkschaften ist klar: 100 Euro plus 3,5 Prozent sollen es für die 2, 1 Millionen Beschäftigten sein.
weiterlesen …

02.04.2014
Ta­ri­fab­schluss im öf­fent­li­chen Dienst auf Be­am­te über­tra­gen
von Elke Hannack
ver.di
Nach der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst fordert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack eine zeit- und inhaltsgleiche Übertragung der Tariferhöhung auf die Bundesbeamtinnen und -beamten. Alles andere sei ungerecht und nicht zu vermitteln.
Zur Pressemeldung

Themenverwandte Beiträge

Datei
DGB Besoldungsreport 2018 (Version ohne Fotos)
Die Entwicklung der Einkommen der Beamtinnen und Beamten von Bund, Ländern und Kommunen. DGB Bundesvorstand, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik, April 2018. weiterlesen …
Datei
DGB Besoldungsreport 2018
Die Entwicklung der Einkommen der Beamtinnen und Beamten von Bund, Ländern und Kommunen. DGB Bundesvorstand, Abteilung Öffentlicher Dienst und Beamtenpolitik, April 2018. weiterlesen …
Artikel
Besoldungsrunde Bund 2018-2019-2020: Gesetzentwurf liegt vor
Das Bundesinnenministerium hat den Entwurf eines Bundesbesoldungs- und -versorgungsanpassungsgesetzes vorgelegt. Damit soll der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst von Bund und Kommunen vom 18. April 2018 auf die BundesbeamtInnen übertragen werden. Der DGB lehnt jedoch den Abzug für die Versorgungsrücklage ab. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten