Deutscher Gewerkschaftsbund

27.02.2015
Europa

Erklärung von DGB und TUC gegen Hass und Rassismus

Am 28. Februar will ein Ableger der PEGIDA-Bewegung erstmals in Großbritannien demonstrieren. Im Vorfeld der PEGIDA-Veranstaltung im nordenglischen Newcastle haben der DGB und der britische Gewerkschaftsbund TUC eine gemeinsame Erklärung gegen Hass und Rassismus verfasst.

Hände

Dieter Schütz/pixelio.de

Wir, die Stimme der arbeitenden Menschen in Großbritannien und Deutschland, sind überzeugt, dass aus Angriffen auf bestimmte Bevölkerungsgruppen aufgrund ihrer Religion, ihrer Ethnie oder ihrer Nationalität niemals etwas Gutes erwachsen wird. Wir verurteilen alle, die versuchen, den Zusammenhalt der Menschen und der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu zerstören und Konflikte zu säen. Wir glauben an soziale Gerechtigkeit und gleiche Rechte für alle.

Gewerkschaften repräsentieren alle Beschäftigten gleichermaßen und unsere Erfahrung ist, dass Rassismus und religiöse Konflikte immer Wunden in Gesellschaften hinterlassen. Diskriminierung – ob in Arbeitswelt oder Gesellschaft – wird immer ärmer und schwächer machen. Jede und jeder sollte stolz auf die positiven Besonderheiten sein, die der Gruppe eigen sind, der man sich zugehörig fühlt – aber nicht zum Nachteil und durch Verunglimpfung anderer.

DGB und TUC erinnern daran, was passieren kann, wenn angespannte Situationen eskalieren und unterschwellige Konflikte nicht gelöst werden. In der Vergangenheit und auch noch heute richteten und richten sich Feindseligkeiten oft gegen Juden, Homosexuelle oder Menschen anderer Hautfarbe, heute trifft das unter anderem auch Menschen aus Osteuropa oder Behinderte. Die muslimische Gemeinde in Großbritannien ist mit deutlicher Diskriminierung und mit Armut konfrontiert. Ein Drittel der Muslime in Großbritannien lebt in Kommunen, die zu den ärmsten zehn Prozent des Landes gehören. Und die Islamophobie, die PEGIDA befeuert, ist ein weiterer Punkt in einer langen Reihe von Vorurteilen, die wir überwinden müssen.

Wir glauben fest daran, dass Konflikte friedlich gelöst werden können – ganz gleich, ob zwischen Nationen, einzelnen Bevölkerungsgruppen oder in der Arbeitswelt. Wir fordern alle auf, ihren Einfluss zu nutzen, um Spannungen abzubauen – ob durch den Kampf gegen Ausbeutung am Arbeitsplatz oder dadurch, Zukunftschancen für junge Menschen zu schaffen, fairen Zugang zu guten öffentlichen Dienstleistungen bereitzustellen oder Integration zu fördern.

Wir werden nicht tatenlos zusehen, wie extreme rechte Kräfte ihre giftige Ideologie in Betrieben und in der Gesellschaft verteilen. Wir sprechen PEGIDA das Recht ab, Hass zu schüren auf unseren Straßen – ob in Großbritannien oder in Deutschland. Wir rufen alle gesellschaftlichen Kräfte auf, zusammenzustehen gegen Hass in Wort und Tat.


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