Deutscher Gewerkschaftsbund

13.02.2017
Alternativer BAföG-Bericht

Immer weniger Studenten bekommen BAföG

Mehr Gerechtigkeit in der Bildung? Nicht beim BAföG! Der Anteil der Studierenden, die BAföG bekommen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Und das, obwohl die Chance von Kindern aus Arbeiterhaushalten auf ein Studium in Deutschland im internationalen Vergleich bereits heute besonders gering ist. Das zeigt der alternative BAföG-Bericht der DGB-Jugend.

Weder 2016 noch 2017 hat die Bundesregierung bisher den eigentlich angekündigten BAföG-Bericht vorgelegt. Doch dafür ist aus Sicht der DGB-Jugend das Thema zu wichtig, zu viel liegt bei der Förderung von Studierenden im Argen. Die Gewerkschaftsjugend hat deshalb jetzt einen "alternativen BAföG-Bericht" vorgelegt (Download weiter unten).

Zwei junge Menschen (Mann/Frau), die ausgehängte Stundenpläne betrachten

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SPIEGEL ONLINE: "Alternativer BAföG-Bericht: Weniger Studenten bekommen Geld vom Staat"

BAföG-Zahlen: "Absolut enttäuschend"

Eine Kritik der DGB-Jugend: Immer weniger Studierende erhalten überhaupt BAföG. "Die Entwicklung der Gefördertenzahlen seit 2012" ist laut alternativem BAföG-Bericht "absolut enttäuschend". Sie seien "um fast 90.000 Geförderte abgestürzt." Betrachte man "die Gefördertenquote nach der Systematik der Bundesregierung bei den Studierenden, ist sie von 2012 bis 2015 von 28 auf rund 23 Prozent gesunken". Betrachte man die allgemeine Gefördertenquote unter allen Studierenden sei diese sogar "von 19 Prozent auf 15 Prozent eingebrochen".

Weniger statt mehr Geförderte aus finanzschwachen Haushalten

Eine wesentliche Idee des BAföG ist, dass auch junge Menschen aus finanzschwachen Haushalten studieren können. Doch statt mehr Geförderten aus dieser Zielgruppe, deckt der alternative BAföG-Bericht der DGB-Jugend sogar das Gegenteil auf: Von 2012 bis 2015 habe sich ein - wenn auch leichter - "Trend ergeben, dass Geförderte aus finanzschwachen Haushalten aus der Förderung gefallen sind".

BAföG "passt nicht mehr zur Lebensrealität"

"Die Studierendenzahlen steigen, die BAföG-Förderquote sinkt – das BAföG passt nicht mehr zur Lebensrealität der Studierenden", kritisiert auch DGB-Vize Elke Hannack. "Studierende, die zwischen Bachelor und Master arbeiten wollen oder müssen, werden durch die Altersgrenze vom BAföG von vornherein ausgeschlossen. Die Altersgrenzen müssen abgeschafft werden."

BAföG hinkt Preisentwicklung hinterher

Das BAföG hinke außerdem "weit hinter Preis- und Lohnentwicklung hinterher", so Hannack. "Damit muss Schluss sein. Die Bedarfssätze müssen um 6,5 Prozent angehoben werden und zwar am besten noch vor der Bundestagswahl."


Die Forderungen der DGB-Jugend jetzt im alternativen BAföG-Bericht nachlesen


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