Deutscher Gewerkschaftsbund

Konjunktur und prekäre Beschäftigung

Die einsetzende Konjunktur zum Jahresende 2006 macht Hoffnung auf neue Arbeitsplätze und steigendes Wirtschaftswachstum. Die einsetzende Erholung des Arbeitsmarktes beruht jedoch zumeist auf der Ausweitung prekärer Beschäftigungsverhältnisse, die befristet sind und oft untertariflich entlohnt werden. Die Gewerkschaften starten Initiativen und Kampagnen für Mindestlöhne.

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DGB

Ende 2006 zeichnete sich nach mehr als sechs Jahren des Abschwungs seit dem Jahr 2000 eine Trendwende bei der Konjunktur und am Arbeitsmarkt ab.

Der einsetzende Aufschwung hielt bis in die zweite Jahreshälfte 2008 an. Er war gekennzeichnet von weniger Arbeitslosen, aber immer mehr „armen Arbeitenden“ und so genannten Aufstockern, die trotz regulärer Beschäftigung gezwungen waren, staatliche Hilfe (Hartz IV) in Anspruch zu nehmen. Deshalb forderte der DGB existenzsichernde Mindestlöhne.

Die große Koalition konnte sich bis 2009 beim Entsendegesetz nur auf geringe Fortschritte für wenige Branchen einigen. Ein gesetzlicher Mindestlohn scheiterte bisher am Widerstand der Union.

Hartz–Korrekturen

Ziel der Gewerkschaften ist, Armutslöhne zu verhindern. Deshalb dürfen Entgelte nicht unter 7,50 Euro pro Stunde liegen. Der Druck der Gewerkschaften zur Einführung von Mindestlöhnen wurde auch deswegen erhöht, weil im Wirtschaftsaufschwung fast nur prekäre Beschäftigungsverhältnisse entstanden.

Über Korrekturen an der Hartz-IV-Reform konnte erstmals im Jahr 2007 offen und konstruktiv mit der Regierungskoalition diskutiert werden. Das hatte zur Folge, dass die Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I für ältere Beschäftigte verlängert wurde, wie es der DGB schon länger gefordert hatte.

Tarifliche Gleichstellung von Leiharbeitern

Die Leiharbeitsverhältnisse nahmen im Aufschwung ein für den DGB nicht mehr vertretbares Ausmaß an. In einigen Betrieben lag die Quote der entliehenen Arbeitskräfte bei 50 Prozent. Ihre tarifliche und arbeitsrechtliche Gleichstellung mit den Kernbelegschaften ist das Ziel der gewerkschaftlichen Initiativen.

Im Herbst 2007 stellten der DGB–Bundesvorsitzende sowie die Gewerkschaftsvorsitzenden von ver.di und IG Metall erstmals den Gute Arbeit-Index zur Arbeitszufriedenheit vor. Die repräsentativen Aussagen von 6000 Beschäftigten aus allen Regionen, Branchen, Einkommensgruppen und Arbeitsverhältnissen zeichneten ein dürftiges Bild der Arbeitswirklichkeit in deutschen Betrieben: Mehr als ein Drittel der Beschäftigten bezeichnete die Arbeitsbedingungen als „mangelhaft“. dgb-index-gute-arbeit.de


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Festakt 60 Jahre DGB

Die Festreden von Bundespräsident Horst Köhler, DGB-Vorsitzendem Michael Sommer und IGB-Präsidentin Sharan Burrow in Bild und Ton. Zahlreiche Glückwünsche haben uns erreicht. Dankeschön!

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Acht Forderungen an die Politik

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„Aktienoptionsprogamme haben sich als nicht sinnvoll erwiesen – sie haben nicht zur Stärkung des Verantwortungsbewusstseins der Manager beigetragen,“ sagt Michael Sommer im Mai 2006 nach seiner Wiederwahl beim DGB-Bundeskongress. Er fordert mehr Transparenz und die Kontrolle der Finanz- und Aktienbranche.

Einheitsgewerkschaft konstitutiver Bestandteil

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Bundespräsident Horst Köhler bezeichnet Flächentarifvertrag, Tarifautonomie und das Prinzip der Einheitsgewerkschaft auf dem Bundeskongress als konstitutive Bestandteile der sozialen Marktwirtschaft: „Deutschland verdankt den Gewerkschaften viel“

Keine Mindestlöhne unter 7,50 Euro

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Gesetzliche Mindestlöhne sind die zentrale Forderung des DGB-Bundeskongresses 2006. Arbeitgeber dürften nicht dauerhaft staatlich alimentiert werden, sagt Michael Sommer, der gerade als DGB-Vorsitzender wiedergewählt wurde, und wendet sich damit gegen Kombilöhne und Lohndrückerei.