Deutscher Gewerkschaftsbund

Der DGB als Kämpfer für Mitbestimmung und Demokratie

Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte, auch weil Demokratie nicht vor den Werkstoren endet. Der DGB und die Gewerkschaften kämpften die letzten 60 Jahre fortwährend für Mitbestimmung und Teilhabe und leisteten damit einen fundamentalen Beitrag für den sozialen Frieden.

Portrait von Dietmar Hexel. Blick zur Kamera.

Dietmar Hexel ist Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes. Er ist zuständig für Energie- und Umweltpolitik, Mitbestimmung und Unternehmenspolitik, Rechtspolitik und DGB-Rechtsschutz, Organisationspolitik, Gewerkschaftliche Bildungsarbeit. DGB

Vor 60 Jahren waren Einheitsgewerkschaften und der DGB die Antwort auf eine bittere Erfahrung: Zersplittert kann man sich nicht wirksam gegen die Feinde der Demokratie und der Freiheit wehren. Zwei Jahre später trat nach Massenprotesten und Streikandrohung der Gewerkschaften das Gesetz über die paritätische Mitbestimmung in der Montanindustrie in Kraft. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten gleichberechtigt im Unternehmen mitentscheiden. Mitbestimmung war die Antwort auf die bis dahin größte Katastrophe des letzten Jahrhunderts: auf Faschismus, Krieg und wirtschaftlichen Machtmissbrauch. Ihre Weiterentwicklung 1976 brachte keine Parität der Arbeitnehmer. Heute wollen Marktradikale die Mitbestimmung schwächen oder sogar ganz beseitigen.

Wir erleben die schwerste wirtschaftliche Krise der Nachkriegszeit. Falsche Unternehmensziele und die Gier nach zweistelligen Profitraten haben Unternehmen und Volkswirtschaften ruiniert. Statt Reichtum für alle hat der Shareholder–Value ganze Gesellschaften arm und nur sehr wenige reich gemacht. Ehemals gesunde Unternehmen kämpfen ums Überleben.

Eine faire Form des Wirtschaftens und „Mitbestimmung 2.0“ müssen her. Bescheidenheit im Wachstum, intelligente Produkte auf neuen Märkten, Regulierung wirtschaftlicher Macht, eine andere Unternehmensarchitektur und mehr Beteiligung sind Lösungswege aus der Krise. Das Management darf nicht nur für die Interessen der Eigentümer arbeiten, sondern muss allen Stakeholdergruppen dienen – einschließlich Arbeitnehmern, Verbrauchern und Zulieferern. Zusätzlich zum Tarifeinkommen ist mit mehr Belegschaftskapital die Zeit reif für mehr echte Teilhabe der Beschäftigten.

Der DGB in der Umwelt– und Energiepolitik

Neben der Wirtschafts– und Finanzkrise bedrohen uns Klima– und Nahrungskrise sowie Rohstoff– und Energieknappheit. 2009 haben die DGB–Gewerkschaften ein gemeinsames Energiekonzept beschlossen. 35 Jahre zuvor gab es im DGB das erste Umweltprogramm. Klima und Umwelt sind lebenswichtige Fragen, keine Randthemen. Höhere Wachstumsraten nach bisherigen Maßstäben werden in Zukunft keinen Fortschritt mehr bringen. Wir werden eine ernsthafte nachhaltige, umwelt– und klimaschonende Industrie– und Energiepolitik gestalten – und „Gute Arbeit“ überall zum Maßstab machen.

Willy Brandt hat gesagt: „Die Zukunft wird nicht gemeistert von denen, die am Vergangenen kleben.“ Der DGB hat seine Organisationsstrukturen beständig fortentwickelt. Als Bund der Gewerkschaften verhindert er Konkurrenz zwischen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und zwischen den Gewerkschaften. Der DGB ist stark durch die Vielfalt seiner Mitgliedsgewerkschaften.


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Festakt 60 Jahre DGB

Die Festreden von Bundespräsident Horst Köhler, DGB-Vorsitzendem Michael Sommer und IGB-Präsidentin Sharan Burrow in Bild und Ton. Zahlreiche Glückwünsche haben uns erreicht. Dankeschön!

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Interview Michael Sommer

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Michael Sommer über Höhepunkte aus 60 Jahren DGB, die Lehren aus der Finanzkrise, Hartz IV, über die Rente mit 67 und warum Sie Gewerkschaftsmitglied werden sollten.

Gerechtigkeit sieht anders aus

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Ich hab keins und du hast zwei. Im Schnitt hat also jeder eins. Statistisch gesehen ist alles in Ordnung. Gerechtigkeit sieht anders aus.