Deutscher Gewerkschaftsbund

Für Jugend, Gleichstellung und Chancengleichheit in der Bildung

Solidarität und Gleichbehandlung sind zwei Seiten derselben Medaille. Der DGB setzt sich seit Bestehen für gleiche Bildungschancen, für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen und für genügend Ausbildungsplätze ein.

Die Beschäftigten im Niedriglohnsektor in Deutschland sind überwiegend gut qualifiziert und weiblich. Und so lange das der Fall ist, ist die Gleichstellungs– und Frauenpolitik für den DGB von außerordentlicher Bedeutung. Die grundgesetzlich garantierte Gleichstellung der Frau ist nicht ausreichend gewährleistet. Deutschland ist nach wie vor ein Land mit hohen Lohnunterschieden zwischen Männern und Frauen.

Beim Stichwort „Frauenberuf“ weiß jeder, dass damit Tätigkeiten mit besonders schlechter Bezahlung gemeint sind. Zudem sind Vorbehalte gegen Frauen in Führungspositionen keinesfalls überwunden. Das auch von den Gewerkschaften mühsam erkämpfte Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz findet noch viel zu selten Anwendung. Frauen- und Arbeiterbewegung waren von Beginn an eng verbunden. Bei der Gleichstellung sind wir noch lange nicht am Ziel.

Ausbildung für alle!

Portrait von Ingrid Sehrbrock. Blick zur Kamera.

Ingrid Sehrbrock, stellvertr. Vorsitzende und Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes. Sie ist zuständig für die DGB-Jugend, Bildung, Forschung und Qualifizierung , Öffentlicher Dienst und Beamte, Gleichstellungs- und Frauenpolitik, Arbeits- und Sozialrecht, Forschung und Innovation. DGB

Der DGB und die Gewerkschaften sind wichtige Akteure bei der Gestaltung und Durchführung der dualen Ausbildung, einem System, das weltweit als vorbildlich gilt. Nach harten Auseinandersetzungen wurde 1969 das Berufsbildungsgesetz als wichtige Grundlage für das duale System verabschiedet; 2005 wurde es novelliert.

Wer heute glaubt, aufgrund der demografischen Entwicklung und des drohenden Fachkräftemangels würden junge Leute am Arbeitsmarkt hofiert, täuscht sich gewaltig. Seit Jahren drehen viele Altbewerber in Qualifizierungsmaßnahmen eine Schleife nach der nächsten, finden aber keinen Ausbildungsplatz. Deshalb bleibt unsere Forderung „Ausbildung für alle“ auf der Tagesordnung. Doch wir nehmen uns auch die Ausbildungsbedingungen vor und haben dafür „Dr. Azubi“ als Online–Beratung ins Leben gerufen. Denn uns ist die Qualität der Ausbildung wichtig.

Als Gewerkschaften machen wir uns stark für den sozialen Aufstieg durch Bildung. In Deutschland ist dies leider immer schwieriger möglich. Wir müssen diese Türen wieder aufstoßen. Selbst diejenigen, die ihren Weg durch das selektive Schulsystem fanden und von Studiengebühren nicht abgeschreckt wurden, landen als Jung–Akademiker im prekären Bereich – von unbezahlten Praktika bis zur Soloselbstständigkeit.

Noch nie war der Zugang zum Arbeitsmarkt für junge Menschen so steinig. Wir waren die ersten, die den Missbrauch von Praktikantenverhältnissen thematisiert haben, und wir lassen nicht locker.

Rechtssicherheit im Betrieb und außerhalb!

Im Laufe der Jahrzehnte haben wir, eine gewisse „Routine“ im Arbeits- und Sozialrecht entwickelt. Mit der Abwehr von Angriffen gegen den Kündigungsschutz sind wir stets auf neue Attacken vorbereitet. Wir haben erreicht, dass die Fachgerichtsbarkeiten der Arbeits- und Sozialgerichte nicht abgeschafft wurden. Auch der Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit gehört zur gewerkschaftlichen Erfolgsbilanz. Als Erste haben wir das Thema Datenschutz auf die politische Agenda gebracht und kämpfen für ein Arbeitnehmerdatenschutzgesetz.

Die Einheit der Beschäftigungsbedingungen von Tarifbeschäftigten und Beamtinnen und Beamten im öffentlichen Dienst prägt die Debatten der gewerkschaftlichen Beamtenpolitik. Schon 1952 hieß es: „Beamte in einer Organisation mit Arbeitern und Angestellten ist das Prinzip, das für die Gewerkschaften im Deutschen Gewerkschaftsbund Gesetz ist.“ Programmatisch wurde mit der Forderung nach einem an einheitlichen Grundsätzen orientierten Personalrecht ein Höhepunkt gefunden. Heute richten sich die Auseinandersetzungen mit den Arbeitgebern gegen Angriffe auf das Tarifrecht des öffentlichen Dienstes über das Beamtenrecht.


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Festakt 60 Jahre DGB

Die Festreden von Bundespräsident Horst Köhler, DGB-Vorsitzendem Michael Sommer und IGB-Präsidentin Sharan Burrow in Bild und Ton. Zahlreiche Glückwünsche haben uns erreicht. Dankeschön!

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Interview Michael Sommer

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Michael Sommer über Höhepunkte aus 60 Jahren DGB, die Lehren aus der Finanzkrise, Hartz IV, über die Rente mit 67 und warum Sie Gewerkschaftsmitglied werden sollten.

Gerechtigkeit sieht anders aus

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Ich hab keins und du hast zwei. Im Schnitt hat also jeder eins. Statistisch gesehen ist alles in Ordnung. Gerechtigkeit sieht anders aus.