Deutscher Gewerkschaftsbund

13.09.2018
Tarifticker

Tarifstreit Ryanair: Unternehmenskultur geht anders

Am 12. September haben die Kabinenbeschäftigten von Ryanair zum ersten Mal bundesweit gestreikt. Allein in Frankfurt beteiligten sich 75 Prozent der Belegschaft an dem Streik. Die Haltung der Billig-Airline ist unverändert. In Folge des Warnstreiks hat die Geschäftsführung ihre Drohungen gegenüber den Streikenden verstärkt. Ver.di fordert eine umgehende Unterlassung der Einschüchterungen.

Boeing 737 der Ryanair

Foto: Bram Steeman - EI-FOT, CC BY-SA 2.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=55796909

Während des Streiks hat das Unternehmen an mehreren Flughäfen Führungskräfte eingesetzt, die Streikende fotografiert und überwacht haben. Darüberhinaus wurde allen Streikenden mit dem Status „unerlaubter Entzug der Arbeitskraft“ („no show“) versehen. Ryanair stellt damit das Streikrecht ihrer Beschäftigten infrage. ver.di prüft auch deshalb juristische Schritte bei dieser versuchten Einschränkung des Streikrechts.

Während des Streiks hat das Unternehmen an mehreren Flughäfen Führungskräfte eingesetzt, die Streikende fotografiert und überwacht haben. Darüberhinaus wurde allen Streikenden mit dem Status „unerlaubter Entzug der Arbeitskraft“ („no show“) versehen. Ryanair stellt damit das Streikrecht ihrer Beschäftigten infrage. ver.di prüft auch deshalb juristische Schritte bei dieser versuchten Einschränkung des Streikrechts.

Ryanair erkennt ver.di inzwischen als Gewerkschaft an. Bewegt hat das nach zwei Verhandlungsrunden noch nichts. Die Arbeitsbedingungen sind nach wie vor katastrophal. "Wer auffällt, müsse mit heftigen Sanktionen rechnen, werde nach Dublin zitiert oder kurzfristig in ein anderes Land versetzt", sagt ver.di-Bundesvorstandsmitglied Christine Behle. Europaweit hat das Unternehmen 8.000 Flugbegleiterinnen und -begleiter, davon rund 1.000 in Deutschland und davon wiederum 700 Leiharbeiter/innen mit noch schlechteren Bedingungen, mit befristeten Arbeitsverträgen oder auch mit Kettenverträgen

ver.di fordert für die Kabinenbeschäftigten eine substantielle Entgeltsteigerung, die das Einkommen für alle Beschäftigten existenzsicher und planbar macht. Dazu gehören unter anderem die Einführung eines Basisgehaltes für alle Flugbegleiter und die Erhöhung dieses Gehaltes. Des Weiteren fordert ver.di eine Kompensation bei Verspätungen.

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