Deutscher Gewerkschaftsbund

15.10.2021
Tarifticker

Tarifeinigung im Bauhauptgewerbe: Mehr Geld und Ost-West Angleichung rückt näher

Die Tarifpartner im Bauhauptgewerbe haben sich in der zweiten Schlichtungsrunde auf einen Tarifvertrag für die 890.000 Beschäftigten geeinigt. Für die Monate Juli bis Oktober bekommen die Bauarbeiter*innen im Westen 500 Euro und im Osten 220 Euro als Einmalzahlung. Die Einkommen steigen zum 1. November um zwei Prozent im Westen und um drei Prozent im Osten. Zum 1. April 2022 und 2023 gibt es weitere Erhöhungen. Bis spätestens 2026 soll die Ost-West-Angleichung abgeschlossen sein.

Hochhäuser im Rohbau und Kran vor blauem Himmel

DGB/Hellen Sergeyeva/123rf.com

Mit dem neuen Tarifvertrag steigen die Einkommen zum 1. November um zwei Prozent im Westen und um drei Prozent im Osten. Ab dem 1. April 2022 gibt es eine weitere Erhöhung um 2,2
Prozent (Ost: 2,8 Prozent) und nochmals ab 1. April 2023 um weitere zwei Prozent (Ost: 2,7 Prozent). Für das Tarifgebiet West gibt es am 1. Mai 2022 eine Einmalzahlung in Höhe von
400 Euro, ein Jahr später sind es noch einmal 450 Euro.

Die Laufzeit des Tarifvertrags endet am 31. März 2024. Zusätzlich wird vertraglich festgehalten, dass im Jahr 2026 eine hundertprozentige Angleichung der West- und Ost-Einkommen sowie der Ausbildungsvergütungen erreicht sein muss. Jeder Betrieb im Tarifgebiet Ost kann jedoch per Haustarifvertrag auch früher einen Ost-West-Angleich für seine Beschäftigten festlegen.

Höhere Wegezeitenentschädigung

Die Tarifeinigung sieht auch eine Entschädigung für die oftmals langen Anfahrtswege der Beschäftigten zu ihren Baustellen vor. Für Anfahrtswege:

  • bis zu 50 Kilometer gibt es vom 1. Januar 2023 an sechs Euro, ein Jahr später steigt der Betrag auf sieben Euro
  • für 51 bis 75 Kilometer gibt es acht Euro (ab 2024: neun Euro) und
  • über 75 Kilometer gibt es neun Euro beziehungsweise 11 Euro

am Tag.

Für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die nicht täglich von ihrem Arbeitsplatz nach Hause fahren, gibt es ebenfalls einen Ausgleich. Für eine bessere Planbarkeit aber erst ab 2023.

Diese Regelungen werden in den Bundesrahmentarifvertrag mit einem Sonderkündigungsrecht - erstmals möglich Anfang 2026 - aufgenommen. "Damit haben wir erstmals eine erkennbare Entschädigung für die vielen Beschäftigten, die erst nach langen Fahrten auf ihre Baustelle kommen", sagt IG BAU-Vorstand Carsten Burckhardt.

Zur Meldung der IG BAU


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