Deutscher Gewerkschaftsbund

05.11.2021
Tarifticker

Tarifrunde der Länder 2021: Erste Warnstreiks gestartet

Nachdem auch die zweite Verhandlungsrunde für die Tarifbeschäftigten des öffentlichen Dienstes der Länder ergebnislos blieb, haben die DGB-Gewerkschaften GdP, GEW, IG BAU und ver.di ihre Mitglieder zu Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang machte am Donnerstag die GEW in Hamburg. Dort haben die tarifbeschäftigten Mitglieder an den Hochschulen ganztägig gestreikt.

Streikende Gewerkschafter von ver.di, GEW und GdP anlässlich der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst der Länder 2021

DGB

Zweite Runde ohne Ergebnis

Die zweite Verhandlungsrunde ist am Dienstag dem 2. November 2021 ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) habe sich in den Verhandlungen nicht bewegt, kein Angebot vorgelegt und die strukturellen Forderungen der Gewerkschaften von deren Zustimmung zu den Arbeitgeberforderungen zum Thema „Arbeitsvorgang“ abhängig gemacht, erklärte GEW-Chefin Maike Finnern. „Die Arbeitgeber haben mit ihrer Blockadehaltung Streiks provoziert“, sagte Finnern weiter.

Auch der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende und Tarif-Chef René Klemmer zeigte sich enttäuscht und fand deutliche Worte: „Die überhebliche Art der Arbeitgeberseite ist ernüchternd und enttäuschend“. Angebote der Arbeitnehmervertreter seien in allen Punkten auf rigorose Ablehnung gestoßen. Man habe jegliche Vorschläge von vornherein abgewatscht.

Der ver.di-Vorsitzende, Frank Werneke, hat eine spürbare Ausweitung der Streiks angekündigt. „Wir verplempern doch nicht tagelang unsere Zeit, um zu sämtlichen Forderungen der Beschäftigten ein stoisches Nein der Arbeitgeberseite zu hören. Und als trauriger Höhepunkt wird dann trotz mehrfacher Aufforderung durch ver.di kein Angebot vorgelegt. Solche Mätzchen haben die Beschäftigten nicht verdient“, sagte Werneke.

Gewerkschaften rufen zu Streiks auf

Die Gewerkschaften haben die Beschäftigten deshalb zu Warnstreiks aufgerufen. Den Anfang machte die GEW in Hamburg. Sie hat am Donnerstag, 4. Novemerb 2021, ihre tarifbeschäftigten Mitglieder an den Hochschulen zu einem ganztägigen Warnstreik aufgerufen.

Sie fordern für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder eine Einkommenserhöhung um 5 Prozent, mindestens aber 150 Euro bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Beschäftigte des Gesundheitswesens sollen tabellenwirksam monatlich 300 Euro mehr erhalten. Die Ausbildungsvergütungen sollen um 100 Euro angehoben werden.

Die Verhandlungen sollen Ende November weiter gehen.


Zu den Meldungen der einzelnen Gewerkschaften:

Zur Meldung der GdP

Zur Meldung der GEW

Zur ver.di Pressemeldung


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