Deutscher Gewerkschaftsbund

14.03.2013

Equal Pay Day: Frauen sind mehr wert

Banner Aufschrift Gleicher Lohn für gleiche Arbeit

DGB/Simone M. Neumann

Der Equal Pay Day markiert den Tag, bis zu dem Frauen über den Jahreswechsel hinaus weiterarbeiten müssten, um rechnerisch auf das durchschnittliche Jahresgehalt eines Mannes zu kommen. Gemeinsam rufen DGB, Deutscher Frauenbund und der Sozialverband Deutschland für diesen Tag zu Aktionen auf. Zentrale Veranstaltung ist eine gemeinsame Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin. Die drei Verbände fordern von der Politik gesetzliche Regelungen für Entgeltgleichheit. „Frauen arbeiten besonders häufig in Mini-Jobs ohne soziale Absicherung. Sie werden oft mit Dumpinglöhnen abgespeist, weil sie in Bereichen arbeiten, in denen es keine Tarifverträge gibt. Wir brauchen deshalb einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde und einen Sozialversicherungsschutz ab der ersten Arbeitsstunde“, stellt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Ingrid Sehrbrock klar.

 

equal pay day

Quer durch alle Branchen zeigt sich: Je länger Frauen im Job sind, umso größer ist ihre geschlechtsspezifische Diskriminierung beim Entgelt. einblick

Diskriminierung von Frauen beim Entgelt gibt es aber nicht nur im Niedriglohnbereich. „Die Entgeltlücke zieht sich quer durch die gesamte Einkommensskala – bis in die Spitzenpositionen der Wirtschaft“, so Sehrbrock. „Wir brauchen deshalb eine gesetzliche Regelung, die Unternehmen und Verwaltungen dazu verpflichtet, ihre Entgeltpraxis systematisch zu überprüfen und geschlechtergerecht zu gestalten.“ Zudem sei ein Rechtsanspruch auf Rückkehr aus Teilzeit- in Vollzeitbeschäftigung notwendig.

Steter Tropfen höhlt den Stein – dank des beharrlichen Engagements von Gewerkschaften und Frauenorganisationen bewegt sich nun auch die Politik. Die Opposition – SPD, Grüne und Linke – hat bereits mehrfach Gesetzentwürfe vorgelegt. Auch Frauenministerin Kristina Schröder plane, so Der Spiegel, ein Gesetz, das die Unternehmen verpflichtet, Gehaltsstrukturen offenzulegen. Gleichzeitig formiert sich aber auch die Gegenwehr. Entgeltunterschiede, sagt etwa die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände (BDA), seien „vor allem das Resultat persönlicher Entscheidungen“. Und die FDP sieht bei einem Gesetz – ähnlich wie beim Mindestlohn – gar die Tarifautonomie in Gefahr.

Erschienen in: einblick 5/2013 vom 18.03.2013
Online seit: 14.03.2013


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Link
Männer werden auch in Frauendomänen schneller Chef
Eine Sonderauswertung des DGB-Index Gute Arbeit zeigt: Selbst in Berufen, in denen deutlich mehr Frauen arbeiten als Männer, kommen Männer schneller in Führungspositionen. ZEIT ONLINE fasst die Studie zusammen. zur Webseite …
Artikel
Studien zeigen: Frauen bei Familien- und Hausarbeit im Nachteil
Verschiedene Studien zeigen: Frauen leisten deutlich mehr unbezahlte Arbeit in Haushalt und Familie als Männer – auch, wenn beide Partner in einer Beziehung berufstätig sind. Das bedeutet auch finanzielle Nachteile für die Frauen. weiterlesen …
Link
12 Prozent mehr atypische Beschäftigung in Westdeutschland
Die Zahl der atypisch Beschäftigten in Deutschland ist weiterhin hoch. Besonders stark unterscheiden sich die Quoten bei Frauen in Ost- und Westdeutschland. Frauen in Westdeutschland arbeiten deutlich öfter in Teilzeit oder in Minijobs. Das ergab eine neue Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. zur Webseite …

Zuletzt besuchte Seiten