Deutscher Gewerkschaftsbund

25.08.2022
Renteneinstiegsalter

Fünf Gründe gegen ein spätes Renteneintrittsalter

Warum die Rente mit 70 keine Lösung ist

Wegen der demografischen Entwicklung will die Bundesregierung das Rentenalter bis Ende des Jahrzehnts von einst 65 auf dann 67 Jahre erhöhen. Eine Erhöhung auf 70 Jahre, wie sie von Vertreter*innen der Wirtschaft vorgeschlagen wird, lehnt der DGB strikt ab. Das hat gute Gründe.

Älterer Mann und ältere Frau im Gespräch während Arbeit vor Bildschirm

Colourbox

  • Die Rente mit 70 ist: Unerreichbar

    Schon heute gehen die meisten Menschen vor ihrem 65. Lebensjahr in Rente (durchschnittlich mit 64). Mehr als 43 Prozent aller neuen Altersrentner*innen in Deutschland gingen 2020 bereits mit 63 Jahren oder noch früher in den Ruhestand. Die Gründe dafür sind vielfältig und liegen häufig in der physischen und psychischen Belastung am Arbeitsplatz.

  • 2. Die Rente mit 70 ist: Unrealistisch

    Wer nicht bis 70 arbeiten kann, muss dann mit drastischen Kürzungen (Abschlägen) bei der Rente rechnen. Der Rentenabschlag beträgt 3,6 Prozent der ursprünglichen Rente pro Jahr, das man früher in Rente geht.

  • 3. Die Rente mit 70 ist: Ungerecht

    Ein höheres Renteneintrittsalter benachteiligt künftige Generationen, denn sie sollen länger einzahlen, um dann kürzer Rente zu bekommen. Ein höheres Rentenalter für alle führt auch nicht zu mehr Gerechtigkeit zwischen den Generationen, sondern zu größerer Ungerechtigkeit innerhalb der Generationen – insbesondere denen gegenüber, die nach einem langen Arbeitsleben nur eine kurze Rentenbezugsdauer zu erwarten hätten. Denn die Lebenserwartung und die Erwerbsbeteiligung im Alter sind ungleichmäßig verteilt, unter anderem hängt das mit Arbeitsbelastung und Einkommen zusammen.

  • Die Rente mit 70 ist: Unvorbereitet

    Die Unternehmen sind oft nicht auf ältere Kolleg*innen eingestellt. Gerade dort, wo mit hoher körperlicher oder psychischer Belastung gearbeitet wird, ist ein Beschäftigung nicht ohne weiteres möglich.

  • Die Rente mit 70 ist: Unsozial

    Die Erhöhung des Renteneintrittsalters ist eine versteckte Rentenkürzung. Dabei reicht die Rente schon heute oft nicht zum Leben aus - nicht nur wegen stetig steigender Preise. Jeder/jedem dritten Beschäftigten in Deutschland droht nach 45 Berufsjahren in Vollzeit eine Bruttorente von weniger als 1620 Euro im Monat. Nach Abzug von Kranken- und Pflegeversicherung bleiben davon nur etwa 1440 Euro.

Rechnen Sie mit dem DGB-Rentenrechner aus, wie hoch Ihre Rente sein wird:


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Bericht zur Rentenpolitik

Neue Si­cher­heit für al­le Ge­ne­ra­tio­nen
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