Deutscher Gewerkschaftsbund

22.03.2022

Große Mehrheit für 12 Euro Mindestlohn

Über Parteigrenzen hinweg gibt es breite Zustimmung für die geplante Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro. Juristische Schritte gegen die Erhöhung, wie sie die Arbeitgeber erwägen, werden deutlich abgelehnt, zeigt eine repräsentative Umfrage.

Grafik: 88 % sind für eine Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro

DGB via Canva

Zum 1. Oktober soll der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland auf 12 Euro je Arbeitsstunde steigen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wurde vom Ampel-Kabinett bereits beschlossen. Nun muss der Bundestag noch darüber entscheiden.

Die Stimmung in der Bevölkerung ist klar. Eine große Mehrheit, 88 Prozent, spricht sich für die Erhöhung auf 12 Euro aus. Dies hat eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar ergeben, die im Auftrag des DGB Anfang März durchgeführt wurde. Demnach halten 98 Prozent der Grünenanhänger*innen die Erhöhung für richtig, bei denen der SPD sind es 92 Prozent, bei den Linken 95 Prozent. Selbst 82 Prozent der FDP-Sympathisant*innen und 83 Prozent der Unionsanhänger*innen halten die Erhöhung für richtig.
Zudem sprechen sich 76 Prozent der Bürgerinnen und Bürger gegen das Ansinnen der Arbeitgeber aus, juristische Schritte gegen die Erhöhung einzuleiten. Selbst in dieser Frage gibt es in allen Lagern eine deutliche Mehrheit. Unter den Anhänger*innen der SPD sind es 90 Prozent, bei Grünen und Linken liegt der Anteil der Kritiker bei jeweils über 80 Prozent. Aber auch Anhänger*innen der FDP (73 Prozent) und der der Union (68 Prozent) lehnen Klagen der Arbeitgeber ab.

 

88 Prozent sind für 12 Euro Mindestlohn

Größte Zustimmung bei den Anhänger*innen der Grünen (98%), der Linken (95%), SPD (92%)

Hohe Zustimmung aber auch bei CDU-Anhänger*innen (83%) und FDP (82%)

76 Prozent sprechen sich gegen rechtliche Schritte der Arbeitgeber aus. Selbst bei Wähler*innen der CDU/CSU sind es 68 Prozent und bei FDP-Anhänger*innen 73 Prozent


Nach oben

Die Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik

Planet Erde und Grafiken
DGB/Sergey Nivens/123rf.com
Gewerkschaftliche Wirtschaftspolitik stellt sich der Frage, wie der gesellschaftliche Reichtum gesteigert und zum Wohl der arbeitenden Bevölkerung verteilt werden kann. Der Zuwachs an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit muss in höhere Löhne, weniger Arbeitszeit und mehr Sozialstaat eingesetzt werden - dafür setzen wir uns ein.
weiterlesen …

Weitere Themen

"Ein Si­gnal für große Ge­schlos­sen­heit"
Yasmin Fahimi am Redepult Grundsatzrede 2022
DGB/Jörg Farys
Yasmin Fahimi ist neue Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes. Im einblick-Interview spricht sie über jetzt anstehende Aufgaben, über die Signale, die vom DGB-Bundeskongress ausgehen - und einen Tipp für junge Gewerkschafter*innen hat sie auch.
weiterlesen …

"Ei­nen or­dent­li­chen Schluck aus der Lohn­pul­le"
Yasmin Fahimi, DGB-Vorsitzende
DGB/Jörg Farys
Angesichts der hohen Inflation spricht sich die neue Vorsitzende des DGB für kräftige Lohnerhöhungen aus. Sie bringt auch Steuern in Spiel. "Wir müssen eine Vermögensteuer einführen, die Kapitalertragsteuer an die Besteuerung von Arbeit anpassen und die Schuldenbremse zumindest für die nächsten Jahre aussetzen," sagte Fahimi der Zeit.
zur Webseite …

At­las der di­gi­ta­len Ar­beit
Cover des Atlas der digitalen Arbeit
DGB/HBS
Der Atlas der digitalen Arbeit, herausgegeben von dem Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) und der Hans-Böckler-Stiftung, sammelt alle wichtigen Daten und Fakten über die Beschäftigung der Zukunft.
weiterlesen …

Wei­ter struk­tu­rel­le Pro­ble­me am Aus­bil­dungs­markt
Ausbilder erklärt Azubi Aufgabe
iStock/kali9
Die Bundesregierung hat heute den Berufsbildungsbericht 2022 beschlossen und veröffentlicht. Ein Grund zum Aufatmen bietet er aus Sicht des DGB nicht. „Der Ausbildungsmarkt leidet weiter unter den Corona-Folgen und unter strukturellen Problemen. Die Zahl neuer Ausbildungsverträge ist noch weit unter dem Niveau vor Corona. Es muss jetzt um jeden Ausbildungsplatz gekämpft werden, damit die Erholung keine Eintagsfliege bleibt“, kommentiert die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack.
weiterlesen …

DGB ruft zu Spen­den für ukrai­ni­sche Ge­flüch­te­te auf
Friedenstaube auf farbigem Hintergrund
DGB via Canva
Die internationale Gewerkschaftsbewegung zeigt sich solidarisch mit den Menschen in der Ukraine und denen in Russland, die sich kritisch zur Politik ihres Präsidenten äußern und gegen den Krieg stellen. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen ihre Mitglieder zu Spenden auf, um den vor Krieg und politischen Repressionen Geflüchteten helfen zu können.
Zur Pressemeldung

Be­triebs­rats­wahl 2022
Zentrales Kampagnenmotiv Betriebsratswahl 2022
DGB
Vom 1. März bis zum 31. Mai 2022 finden in ganz Deutschland Betriebsratswahlen statt. in Zehntausenden Betrieben wählen die Beschäftigten ihre Vertreter*innen in den Betriebsrat. Der Betriebsrat vertritt die Interessen der Arbeitnehmer*innen gegenüber dem Arbeitgeber – und sorgt für Mitbestimmung und Demokratie im Betrieb.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …