Deutscher Gewerkschaftsbund

26.09.2019
Tarifticker

EVG-Erfolg für Deutsche Bahn-Beschäftigte: Wegezeit ist Arbeitszeit

Wie ist es mit der Arbeitszeit, wenn nach dem eigentlichen Dienst oder in der Freizeit eine Firmenreise angetreten wird? In allen Unternehmen der Deutschen Bahn AG gibt es dafür jetzt eine Regelung: Künftig gilt der Grundsatz „Wegezeit ist Arbeitszeit“. Das konnte durch das große Engagement der EVG-Mitglieder während der Tarifrunde erreicht werden. Auch für die sogenannte Transportpersonale gibt es eine neue Regelung mit Wahlmöglichkeit. Mehr Details erklärt die EVG.

Inter City Express auf Schiene

DGB/bloodua/123RF.com

In langen und schwierigen Verhandlungen hat die EVG erreicht, dass ab dem 1. Januar 2020 für jede volle Stunde Wegezeit, die über die vereinbarte Arbeitszeit hinausgeht, 10 Euro Wegezeitentschädigung gezahlt werden müssen. Teilzeitkräfte werden gleichgestellt. Bei Auszubildenden und Dual Studierenden werden pro Stunde 3 Euro gezahlt. Entschädigungsfähig ist die betrieblich notwendige Wegezeit, also die Zeit, die Beschäftigte brauchen, um - bei Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel (schnellste Verbindung einschließlich Umstiegs- oder Wartezeiten) – beispielsweise zum auswärtigen Beschäftigungsort zu kommen.

Für die Transportpersonale gibt es für die Sonderfälle des § 45 FGrTVe oder für Lokführer § 42 FGr-4TV (Dienstunterricht, Gericht, Besprechungen und Bahnarzt) eine andere Regelung. Hier besteht bis zum 31. Oktober 2019 die Wahlmöglichkeit zwischen neuer oder alter Regelung.

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