Deutscher Gewerkschaftsbund

21.01.2019
Tarifticker

Öffentlicher Dienst der Länder: Verhandlungsauftakt ohne Ergebnis

Der Auftakt der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst ist am Montag, den 21. Januar 2019, ergebnislos zu Ende gegangen. Der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske bewertet die Gesprächsatmosphäre als gut, allerdings seien die Positionen zwischen Gewerkschaften und Arbeitgebern weit auseinander. ver.di fordert für die Beschäftigten sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr.

Plakat Kampagne der Jungen GdP "Auch Mensch"

DGB/Danny Prusseit

Neben einer deutlichen Einkommenserhöhung und strukturellen Verbesserungen sowie einer sozialen Komponente und der Übernahme von Auszubildenden sei den Gewerkschaften die Aufwertung der Pflegeberufe wichtig. "Bis 2025 scheidet jeder vierte Beschäftigte im öffentlichen Dienst der Länder altersbedingt aus. Wer den Kollaps verhindern will - in der Pflege, im Straßenbau, bei den Berufsfeuerwehren, im IT-Bereich oder bei den Ingenieuren - der muss jetzt die richtigen Weichen stellen. Ohne eine gute Bezahlung wird der öffentliche Dienst keinen ausreichenden Nachwuchs finden", so Bsirske.

ver.di fordert für die Tarifbeschäftigten und Auszubildenden im öffentlichen Dienst der Länder (ohne Hessen) Verbesserungen von sechs Prozent, mindestens aber eine Erhöhung der Tabellenentgelte um 200 EUR sowie zusätzlich 300 EUR für die Pflegebeschäftigten. Ferner erwartet ver.di die Weiterentwicklung der Entgeltordnung verbunden mit strukturellen Verbesserungen in der Eingruppierung bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Für die Auszubildenden fordert ver.di eine Erhöhung der Vergütungen um 100 Euro und die Übernahme nach der Ausbildung. Das Tarifergebnis soll zudem zeit- und wirkungsgleich auf die Beamtinnen und Beamten sowie auf die Versorgungsempfänger der Länder und Kommunen übertragen werden. Insgesamt sind von der Tarif- und Besoldungsrunde über 3,3 Millionen Menschen betroffen.

Die Verhandlungen werden am 6. und 7. Februar 2019 in Potsdam fortgesetzt.

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