Deutscher Gewerkschaftsbund

28.06.2019
Tarifticker

Feinkeramische Industrie West: Kein Durchbruch bei zweiter Verhandlungsrunde

IG-BCE-Tarifkommission: Vorschläge der Arbeitgeber „nicht zumutbar“

Die Hoffnung der Tarifkommission für die Feinkeramische Industrie West auf einen zügigen Abschluss hat sich nicht erfüllt. Bei der zweiten Tarifrunde in Fulda trennten sich die Verhandlungspartner am 27. Juni ohne Ergebnis. Die Unternehmensseite zeigte sich ausgesprochen unnachgiebig. Ihre vorlegten Vorschläge empfanden die Mitglieder der IG-BCE-Tarifkommission als „nicht zumutbar“.

Auch bei der zweiten Tarifrunde für die Feinkeramische Industrie gabe es keine Einigung. Das Angebot der Unternehmen am Ende eines langen Verhandlungstages: Löhne und Gehälter sollten bei einer Laufzeit des Tarifvertrages von 24 Monaten in zwei Stufen zunächst um 2,0 und dann um 2,1 Prozent erhöht werden. Das zusätzliche Urlaubsgeld würden sie im Jahr 2020 von jetzt 19,82 Euro auf 25 Euro erhöhen. Eine überproportionale Erhöhung der Auszubildendenvergütungen sei möglich. Zudem wird die verbindliche Einführung eines Bundesentgelttarifvertrages in Aussicht gestellt. Zum Vergleich. Die große Tarifkommission der IG BCE hatte 5,5 Prozent höhere Entgelte bei einer Laufzeit von 12 Monaten und ein Plus von 40 Euro beim Urlaubsgeld gefordert. Das Urlaubsgeld wurde zuletzt im vergangenen Jahrhundert angepasst.

In der Feinkeramische Industrie arbeiten mehr als 20.000 Beschäftigte. Zu ihr gehören die Bereiche Fliesen, Porzellan, Sanitärausstattung und technische Keramik. Die Situation der einzelnen Sparten ist dabei recht unterschiedlich. Denn die Branche ist ausgesprochen vielfältig strukturiert. Sie produziert innovative High-Tech-Produkte, aber auch traditionelle Ware, die starker ausländischer Konkurrenz ausgesetzt ist. Recht unterschiedlich stellt sich deshalb die Lage der einzelnen Betriebe dar. Die IG BCE versucht in den Tarifverhandlungen den verschiedenen Produktionsbedingungen gerecht zu werden.

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