Deutscher Gewerkschaftsbund

27.06.2017
Bundestagswahl 2017

DGB fordert Weiterbildungsgesetz

Auch zum Thema Weiterbildung hat der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) im Bundestagswahljahr klare Forderungen an die Parteien gestellt. Denn beim Wandel der Arbeitswelt darf niemand auf der Strecke bleiben.

Menschen in einem Weiterbildungsseminar; im Hintergrund zeigt der Seminarleiter auf eine Leinwand mit Präsentation

DGB/Best Sabel/Z. Charour

Der DGB fordert deshalb ein Weiterbildungsgesetz, das klar regelt, wie die Freistellung für Weiterbildung läuft und von wem die Weiterbildung der Beschäftigten finanziert wird. Außerdem soll das Gesetz auch Weiterbildungs-Beratung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer regeln und festlegen, wie Weiterbildungsmaßnahmen zertifiziert werden. Aus Sicht des DGB muss es einen Anspruch auf Freistellung für Weiterbildung geben.

Wir brauchen eine geförderte Bildungsteilzeit

Damit Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Arbeitsleben auch tatsächlich ausreichend Zeit für Weiterbildung haben, fordert der DGB außerdem eine geförderte Bildungsteilzeit.

Außerdem fordert der DGB:

  • deutlich mehr Unterstützung für Arbeitslose und Arbeitsuchende für eine Weiterbildung
  • Unterstützung für eine Weiterbildung auch für Beschäftigte, die nicht in einer regulären Festanstellung sind
  • ein Intiativrecht und erweiterte Mitbestimmungsrechte für Betriebsräte beim Thema Weiterbildung, damit die Betriebsräte das Thema beim Arbeitgeber auf die Tagesordnung setzen können
  • Weiterbildungsfonds in den Branchen schaffen

SERVICE-TIPP: Bildungsurlaub - wie geht das?

Eine oder zwei Wochen zusätzlichen Urlaub, vom Arbeitgeber bezahlt? Und in der Zeit etwas Neues lernen und den Horizont erweitern? Darauf haben alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einen Anspruch – wenn sie nicht in Bayern oder Sachsen wohnen. Doch viele kennen ihr Recht auf Bildungsurlaub nicht – oder machen davon keinen Gebrauch.

Älterer Mitarbeiter schult jüngere Mitarbeiter an Laptop

Colourbox.de

Etwas Neues lernen, sich persönlich und beruflich weiterentwickeln: 77 Prozent der Beschäftigten sind an Fortbildungen interessiert – aber nur ein bis zwei Prozent nehmen Bildungsurlaub, obwohl sie in fast allen Bundesländern einen gesetzlichen Anspruch darauf haben. Die einen kennen ihre Freistellungsansprüche nicht, die anderen wissen nicht, wie sie Bildungsurlaub beantragen oder fürchten Nachteile im Betrieb. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Was ist Bildungsurlaub?

Für einen Bildungsurlaub muss der Arbeitgeber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bezahlten Urlaub für eine Weiterbildung geben, zusätzlich zum regulären Urlaubsanspruch. Darauf haben die Beschäftigten einen gesetzlichen Anspruch. Entsprechende Regelungen gibt es in fast allen Bundesländern.

 

Wo gibt es ein Recht auf Bildungsurlaub?

Mit Ausnahme von Sachsen und Bayern in allen Bundesländern. In Thüringen ist Bildungsurlaub seit Anfang 2016 möglich.

Wie hoch ist der Anspruch?

In der Regel haben Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Anspruch auf fünf Tage Bildungsurlaub pro Jahr beziehungsweise zehn Tage in zwei Jahren.

Wo ist das Recht auf Bildungsurlaub geregelt?

Die Bezeichnungen und Regelungen weichen von Bundesland zu Bundesland etwas voneinander ab. Interessierte sollten sich deshalb rechtzeitig über die jeweiligen Bestimmungen informieren.

 

Die Bildungsurlaubsgesetze der Bundesländer
Welche Seminare darf ich besuchen?

Der Inhalt der Fortbildung muss nicht in direktem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit stehen. Das Spektrum reicht von Sprachkursen über konkrete fachliche Fortbildungen bis zu politischen Seminaren oder persönlichkeitsbildenden Kursen. Voraussetzung für die Freistellung ist, dass der Kurs als Bildungsurlaub anerkannt ist. Auch das DGB-Bildungswerk bietet anerkannte Seminare zu verschiedenen Themen an.  

Wer übernimmt die Kosten?

Während des Bildungsurlaubs zahlt der Arbeitgeber den Lohn bzw. das Gehalt weiter, wie bei einem regulären Urlaub. Die Kursgebühren, Ausgaben für Lehrmittel sowie Kosten für Fahrten und Unterkunft übernimmt er nicht. Diese müssen die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer selber tragen. Sie können die Ausgaben jedoch in der Steuererklärung geltend machen.

 

Weg zum Bildungsurlaub

Weg zum Bildungsurlaub DGB Bildungswerk


Weitere Infos zum Bildungsurlaub gibt es beim DGB-Bildungswerk:
Bildungsurlaub: Hinterher ist man immer klüger

 


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