Deutscher Gewerkschaftsbund

09.01.2019
Gleichstellung

Frauen in Spitzenpositionen: Ohne Quote geht es nicht

Zwei Drittel aller Unternehmen werden ausschließlich von Männern geführt

Auch wenn die Zahl langsam steigt: In den Chefetagen deutscher Unternehmen sind Frauen immer noch eine Seltenheit. DGB-Vize Elke Hannack fordert deshalb verbindliche gesetzliche Vorgaben: "Der Blick auf die männerdominierten Vorstände zeigt erneut, dass freiwillige Zielvereinbarungen von den Verantwortlichen nicht ernst genommen werden."

Geschäftfrau mit Unterlagen und Telefon

DGB/kantver/123rf.com

Tagesschau.de: Frauen kommen voran - aber nur langsam

Elf Spitzenmanagerinnen mehr: Laut einer Auswertung der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young (EY) ist der Frauenanteil in Führungsgremien deutscher Unternehmen im letzten Jahr leicht gestiegen, von 7,3 auf 8,6 Prozent. Damit sind Frauen aber nach wie vor deutlich unterrepräsentiert: In den 160 untersuchten börsennotierten Unternehmen gibt es insgesamt gerade einmal 61 weibliche Vorstandsmitglieder. Und: Zwei Drittel aller Unternehmen werden weiterhin nur von Männern geführt.

„Einmal mehr wird deutlich: Nur verbindliche Vorgaben wirken, wenn es darum geht, Frauen auf allen Ebenen in Führungspositionen zu bringen", sagt die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack. "Wo die gesetzlich vorgeschriebene Quote gilt, greift sie auch. Aber leider zeigt sich mit Blick auf die männerdominierten Vorstände erneut, dass freiwillige Zielvereinbarungen von den Verantwortlichen nicht ernst genommen werden. In die Kritik gehören vor allem Unternehmen, die keine Frau im Vorstand haben und sich dennoch die Zielgröße „Null“ gesetzt haben. Wir brauchen mehr Verbindlichkeit und dort, wo Regeln nicht eingehalten werden, sollten Sanktionen greifen. Das wissen die Koalitionspartner – das müssen sie umsetzen!“  


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