Deutscher Gewerkschaftsbund

18.12.2018
Frühkindliche Bildung

"Wer bessere Kitas will, darf beim Personal nicht sparen"

Ausbildung soll attraktiver werden

Bessere Betreuung durch bessere Bezahlung: Familienministerin Giffey will mit einer Fachkräfteoffensive für mehr Personal in den Kitas sorgen. Der DGB begrüßt das Vorhaben: "Dieser Berufszweig muss aufgewertet werden", sagt die stellvertretende Vorsitzende Elke Hannack.

Erzieherin spielt mit Kindern

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Ausbildungsvergütung statt Schulgeld

Familienministerin Franziska Giffey (SPD) will den Ländern helfen, mehr Erzieher für eine bessere Betreuung in den Kitas zu finden. Zusätzlich zu den zugesagten 5,5 Milliarden Euro aus dem Gute-Kita-Gesetz sollen sie 300 Millionen Euro für eine Fachkräfteoffensive bekommen. Damit soll unter anderem eine Vergütung während der Ausbildung finanziert werden. Bislang bekommen angehende Erzieherinnen und Erzieher in den ersten beiden Jahren an einer Fachschule keine Bezahlung. Oft müssen sie sogar ein Schulgeld zahlen.

Mehr Menschen für den Beruf gewinnen

„Wir brauchen mehr Erzieherinnen und vor allem auch mehr Erzieher – daher ist es gut und richtig, dass die Ministerin nun eine Fachkräfteoffensive startet und der Bund sich stärker finanziell beteiligt", sagt DGB-Vize Elke Hannack. "Denn wer mehr und bessere Kitas will, darf beim Personal nicht sparen. Dieser Berufszweig muss aufgewertet werden – durch eine bessere Vergütung während der Ausbildung und danach, durch mehr Möglichkeiten für Weiterbildung und bessere Aufstiegschancen. Nur so können mehr motivierte und gut qualifizierte Frauen und Männer für den Beruf gewonnen und auch gehalten werden.“

 


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