Deutscher Gewerkschaftsbund

13.12.2019
Tarifticker

Keolis/ eurobahn: Unbefristete Streiks gehen weiter

Seit Anfang der Woche befinden sich die Beschäftigten bei Keolis/eurobahn im Streik. Grund für die Arbeitsniederlegungen sind die stockenden Tarifverhandlungen zwischen EVG und der Geschäftsführung. Die EVG werde ihren Arbeitskampf so lange fortsetzen, bis ein verhandlungsfähiges Angebot vorliegt, sagte die Bundesgeschäftsführerin der EVG, Cosima Ingenschay.

Mehrere Mitglieder der EVG mit Streikwesten vor einem Zug der eurobahn am Bahnhof Hamm

Mitglieder der EVG mit einer Streikaktion auf dem Bahnhof in Hamm. EVG

Die EVG will mit den Streiks nur das durchsetzen, was in der Branche bei anderen Unternehmen auch gefordert und durchgesetzt werde. „Wir streiken nicht für mehr Urlaubstage, unsere Tarifforderung sieht eine weitere Wahlmöglichkeit zwischen mehr Geld und mehr Urlaub vor. Das ist etwas völlig anderes“, stellte Cosima Ingenschay fest. Die Gewerkschaft will damit vorallem, dass alle Kolleginnen und Kollegen gleichermaßen von einer Tariferhöhung profitieren.

Die EVG fordert für ihre bei Keolis/eurobahn beschäftigten Mitglieder 7,5 Prozent mehr Geld, einschließlich mehr vom EVG-Wahlmodell, die Einführung eines Zeitguthabenkontos sowie die Erhöhung der arbeitgeberfinanzierten betrieblichen Altersvorsorge. Zudem muss der Tarifvertrag wieder in Kraft gesetzt werden, der den Mitgliedern der EVG die Inanspruchnahme von Leistungen des Fonds soziale Sicherung ermöglicht. Dazu gehört unter anderem ein besonderer Unfallschutz, die Förderung von Bildungsmaßnahmen oder die Teilnahme an einer Gesundheitswoche. Dieser Tarifvertrag war von Keolis/eurobahn gekündigt worden, was eine zusätzliche Schärfe in die Tarifauseinandersetzung gebracht hatte.

Die EVG wird die Streiks so lange fortsetzen, bis die Arbeitgeberseite ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegt. Sie setzt dabei auf das Verständnis der Reisenden und die Einsicht bei Keolis/eurobahn. Bisher erhalten die streikenden Kolleginnen und Kollegen viel Solidarität von unterschiedlichsten Personen- und Berufsgruppen.

Zur Meldung der EVG


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