Deutscher Gewerkschaftsbund

11.06.2018
Gewerkschaften

Deutlich mehr Urlaubsgeld mit Tarifvertrag

Aktuelle Online-Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung

Wer einen Tarifvertrag hat, ist klar im Vorteil - auch beim Urlaubsgeld. Mehr als die Hälfte aller Beschäftigten in Deutschland bekommen von ihrem Arbeitgeber Urlaubsgeld. Besonders üppig fällt die Zahlung in der verarbeitenden Holz- und Kunstoffindustrie, in der Metall-industrie und in der Papierindustrie aus.

Sparschwein mit Sonnenbrille am Strand

DGB/olegdudko/123Rf.com

Zu diesem Ergebnis kommt eine Online-Umfrage des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) in der Hans-Böckler-Stiftung. Für die Befragung wurden die Angaben von rund 28.000 Beschäftigten im Zeitraum Januar 2017 bis Februar 2018 ausgewertet. 

Grafik Anteil der Beschäftigten mit Urlaubsgeld

WSI/Hans-Böckler-Stiftung

Benachteiligt: Frauen, Ostdeutsche und Beschäftigte in Kleinbetrieben

Laut Umfrage bekommen Männer häufiger Urlaubsgeld (54 Prozent) als Frauen (41 Prozent) - und Beschäftigte in Westdeutschland (52 Prozent) häufiger als Beschäftigte in Ostdeutschland (36 Prozent). Und: In Kleinbetrieben gibt es seltener ein Urlaubsgeld (38 Prozent) als in größeren Unternehmen (65 Prozent). Insgesamt erhalten mehr als die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Deutschland von ihrem Arbeitgeber Urlaubsgeld.

Bis zu 2.355 Euro für die Urlaubskasse

Dabei fällt die Höhe des tariflich vereinbarten Urlaubsextras je nach Branche sehr unterschiedlich aus: In der mittleren Vergütungsgruppe liegt sie zwischen 155 Euro und 2.355 Euro (ohne Berücksichtigung von Zulagen und Zuschlägen, bezogen auf die Endstufe der Urlaubsdauer). Die höchsten Zahlungen erhalten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der Holz- und Kunststoffverarbeitung, in der Papier verarbeitenden Industrie sowie in der Metallindustrie. Am wenigsten Geld für die Urlaubskasse bekommen Beschäftigte in der Landwirtschaft, im Steinkohlenbergbau und im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Grafik Tarifliches Urlaubsgeld 2018 in der mittleren Gruppe

WSI/Hans-Böckler-Stiftung

Kein tarifliches Urlaubsgeld im Bankgewerbe und in der Energiewirtschaft

Dass in der Tabelle einige Branchen fehlen hat verschiedene Gründe. So gibt es etwa im öffentlichen Dienst und in der Stahlindustrie kein gesondertes tarifliches Urlaubsgeld; es wird mit dem Weihnachtsgeld zu einer einheitlichen Jahressonderzahlung zusammengefasst. Bei der Deutschen Bahn AG wird es in das Jahrestabellenentgelt eingerechnet. Im Bankgewerbe und in der Energiewirtschaft gibt es kein tarifliches Urlaubsgeld.

Mehr Urlaubsgeld für 11 Branchen

Dort, wo Urlaubsgeld gezahlt wird, ist es in 11 von 22 untersuchten Branchen im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, besonders im Bauhauptgewerbe, wo das Urlaubsgeld für gewerbliche Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer um mehr als 30 Prozent erhöht wurde. In den übrigen Branchen lagen die Zuwächse von 1,0 bis 4,7 Prozent und folgten oft den allgemeinen Tariferhöhungen.


Pressemeldung WSI-Tarifarchiv - Urlaubsgeld: Mehr mit Tarif


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