Deutscher Gewerkschaftsbund

20.01.2020
Tarifticker

ver.di erzielt Tarifabschluss zur sozialen Absicherung von Beschäftigten bei Provinzial NordWest

ver.di hat für die rund 3500 Beschäftigten der Versicherung Provinzial NordWest (PNW) einen Tarifvertrag mit umfangreichen Schutzregelungen abgeschlossen. Unter anderem sind betriebsbedingte Kündigungen bis Juni 2025 ausgeschlossen und die Standorte der Betriebe Münster, Kiel und Hamburg werden dauerhaft gesichert. In allen Teilen des Konzerns sollen auch zukünftig die ver.di-Tarifverträge gelten.

blonde Versicherungsverkäuferin im Beratungsgespräch mit einem Mann

DGB/imagesbavaria/123rf.com

Für die rund 3500 Beschäftigten im Provinzial NordWest Konzern (PNW) hat die Gewerkschaft ver.di einen für die gesamte Versicherungswirtschaft zukunftsweisenden Tarifvertrag mit den Arbeitgebern vereinbart. Die Tarifparteien reagieren damit auf die sich ständig ändernden Anforderungen des Versicherungsmarktes und die damit verbundenen Digitalisierungsprozesse.

Die Vereinbarung beinhaltet ein umfangreiches Paket mit folgenden Inhalten:

  • Beschäftigungsschutz: Betriebsbedingte Beendigungskündigungen schließt der Tarifvertrag bis Juni 2025 aus.
  • Standortsicherung: Die Betriebe Münster, Kiel und Hamburg werden dauerhaft gesichert. Alle drei Standorte sollen sich quantitativ wie qualitativ ausgewogen entwickeln.
  • Schutz vor Outsourcing: Ein Outsourcing ist nur in sehr eng beschriebenen Grenzen überhaupt möglich. In jedem Fall sind negative Auswirkungen für eventuell betroffene Beschäftigte ausgeschlossen.
  • Sicherung der Arbeitsbedingungen: In jedem einzelnen Fall einer Veränderung des Arbeitsplatzes kommen die bestehenden bzw. künftig abzuschließenden Sozialpläne zur Anwendung.
  • Tarifbindung: In allen Teilen des Konzerns sollen auch zukünftig die ver.di-Tarifverträge gelten.
  • Erweiterung von Beteiligungsrechten: Die Betriebsräte im Konzern erhalten dabei erweiterte Beteiligungsrechte, insbesondere hinsichtlich der Themen Arbeitnehmerqualifizierung und Wissenstransfer für die Beschäftigten, sowie zum Erhalt bzw. zur Förderung der Gesundheit. Darüber hinaus ist zu verhandeln, wie die betriebsrätliche Beteiligung bei der Planung, Entscheidung und Umsetzung von betrieblichen Veränderungen auf eine noch breitere Grundlage gestellt werden kann.
  • Fusionsvorbehalt: Für den Fall einer Fusion oder einer wesentlichen Änderung der Anteilseignerstruktur der PNW räumt der Tarifvertrag dem Unternehmen ein vorzeitiges Kündigungsrecht dieses Tarifvertrages ein. Dies kann allerdings nur mit einer Frist von einem Jahr erfolgen und frühestens zum Ende Juni 2022.

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