Deutscher Gewerkschaftsbund

Öffentlicher Dienst und Beamte

10.07.2014
magazin für beamtinnen und beamte 07/08/2014

Bund und Länder: Befristungen nehmen zu

Der öffentliche Dienst befristet Beschäftigungsverhältnisse so häufig wie kein anderer Arbeitgeber. Die höchsten Zuwächse an Befristungen verzeichnet dabei der Bund. Spitzenreiter beim Anteil befristeter Arbeitsverhältnisse sind Bundesministerien: Beim Bundeslandwirtschaftsministerium sind 28 Prozent der Beschäftigten befristet angestellt, im Gesundheitsressort werden sogar 94 Prozent der neuen KollegInnen zeitlich begrenzt eingestellt.

Mitarbeiterin FH Lausitz

DGB/Simone M. Neumann

Der öffentliche Dienst befristet Beschäftigungsverhältnisse so häufig wie kein anderer Arbeitgeber. Nach den neuesten Zahlen des Statistischen Bundesamtes haben die Länder weiterhin den größten Anteil daran. Hier schlägt vor allem die Befristungsquote von 80 Prozent der JungakademikerInnen an Hochschulen zu Buche. Die höchsten Zuwächse an Befristungen verzeichnet indes der Bund. Hier hat sich binnen eines Jahres die Zahl der befristet beschäftigten ArbeitnehmerInnen um 9,3 Prozent erhöht. 

In der Antwort auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hatte die Bundesregierung schon im Mai als Spitzenreiter beim Anteil der befristeten Arbeitsverhältnisse das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft mit 27,6 Prozent benannt. Darauf folgt dicht das Gesundheitsressort. Hier werden sogar 94 Prozent aller neuen KollegInnen nur befristet eingestellt.

Schlechte Perspektiven bei Bundesministerien

So schlecht sind die Perspektiven für junge KollegInnen ausgerechnet auch beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Und die befristeten KollegInnen schaffen es kaum in sichere öffentliche Arbeit. Nur acht Prozent der befristet Beschäftigten sind 2013 in ein dauerhaftes Verhältnis übernommen worden. Damit liegt die Quote noch deutlich unter der mageren Übernahmequote von 37 Prozent in der Wirtschaft. 

Elke Hannack: "Erst mal im eigenen Laden für Ordnung sorgen"

Angesichts dieser Zustände wächst die gewerkschaftliche Kritik weiter. „Dass Politiker der großen Koalition mit dem Finger auf Befristungen in der Wirtschaft zeigen, ist richtig“, erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack „aber sie müssen endlich auch im eigenen Laden für Ordnung sorgen.“ Die CDU-Sozialausschüsse haben die Position gefasst, es sei „nicht akzeptabel“ wenn mehr als jeder zehnte Arbeitsvertrag nur ein Zeitvertrag sei. Auch die SPD hat seit dem Bundestagswahlkampf versprochen, den Befristungstrend umzukehren.


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