Deutscher Gewerkschaftsbund

28.10.2019
Tarifticker

Bau-Tarifstreit: Weiterhin keine Einigung beim Mindestlohn

Eine Einigung bei den Mindestlöhnen für die rund 820.000 Bau-Beschäftigten ist vorerst gescheitert. Am Freitagabend, 25.10.2019, trennten sich Gewerkschaft und Arbeitgeber nach einer mehr als siebenstündigen Verhandlung ohne Ergebnis. Es war bereits die dritte Mindestlohn-Tarifrunde.

Zwei Gerüstbauer auf einem Baugerüst

DGB/goodluz/123rf.com

Auch die bereits dritte Tarifverhandlung in der Mindestlohn-Tarifrunde zwischen der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) und dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) sowie dem Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) endete ergebnislos. Eine Einigung bei den Mindestlöhnen für die rund 820.000 Bau-Beschäftigten ist somit vorerst gescheitert:

„Die Fronten sind völlig verhärtet. Der Tarifstreit ist festgefahren – und jetzt ein Fall für den Schlichter“, erklärt IG BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers. Der stellvertretende Bundesvorsitzende der Gewerkschaft spricht von einem „drohenden Dammbruch bei den Bau-Löhnen“: „Im schlimmsten Fall steht der Bau im kommenden Jahr ohne untere Lohngrenze für die Branche da. Dann würde der Stundenlohn beim gesetzlichen Mindestlohn von 9,36 Euro liegen. Das zerstört das gesamte Tarifgefüge im deutschen Baugewerbe und ist eine Horrorvorstellung für den Bau, der händeringend Arbeitskräfte sucht.“

Derzeit beträgt die Lohnuntergrenze für Hilfsarbeiten auf dem Bau – der so genannte Mindestlohn 1 – bundesweit 12,20 Euro pro Stunde. Den höheren Mindestlohn 2 für Facharbeiten gibt es nur in den alten Bundesländern und in Berlin. Er beträgt derzeit 15,20 Euro (Berlin: 15,05 Euro). Die IG BAU fordert eine Anhebung dieser Mindestlöhne. Außerdem soll der Mindestlohn für Facharbeiten auch in den ostdeutschen Bundesländern wieder eingeführt werden, fordert die Gewerkschaft.

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