Deutscher Gewerkschaftsbund

26.08.2019
Festivals und Demos für Demokratie

Jamel, Dresden, Chemnitz: 3 Tage, 3 starke Signale für Demokratie

In Jamel (Nordwestmecklenburg), in Dresden und in Chemnitz haben die Menschen in der vergangenen Woche vom 23. bis zum 25. August starke Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und für Demokratie gesetzt. Aktiv dabei: DGB und Gewerkschaften.

"Unsere Alternative heißt Solidarität": Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter bei der #unteilbar-Demo am 24. August in Dresden DGB/Schlimbach

23. August: Jamel rockt den Förster

Seit 2007 organisiert das Ehepaar Lohmeyer im Dorf Jamel in Nordwestmecklenburg das "Jamel rockt den Förster"-Festival. Inzwischen kommt jedes Jahr eine ganze Reihe prominenter Bands, Künstlerinnen und Künstler – als Überraschungsgäste. Wer auftritt, erfahren die Besucherinnen und Besucher erst auf dem Festival selbst. Trotzdem sind die rund 1.200 Karten auch in diesem Jahr ausverkauft. Denn Jamel ist ein Statement: Das Magazin STERN nennt es das "politischste Festival Deutschlands". Jahr für Jahr setzt es ein Zeichen gegen Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit und für Toleranz. Denn Jamel ist nicht irgendein Dorf: Jamel ist von Neonazis gezielt als "nationalsozialistisches Musterdorf" besiedelt worden. Das Festival auf dem Grundstück der Lohmeyers, die selbst in Jamel leben, bedeutet seit 2007 Gegenwehr gegen diese Vereinnahmung.

"Demokratie-Aktie" für die Festival-Veranstalter

In diesem Jahr fand "Jamel rockt den Förster" am 23. und 24. August statt. Am letzten Tag seiner Sommertour besuchte auch der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann gemeinsam mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig das Festival – und überreichte eine Demokratie-Aktie der Initiative "WIR. Erfolg braucht Vielfalt" im Wert von 5.000 Euro an das Ehepaar Lohmeyer.

Die Gewerkschaftsjugend beteiligt sich aktiv

"Jamel rockt den Förster" ist allerdings mehr als Musik: Diverse Organisationen und Initiativen sind mit Ständen auf dem Festivalgelände präsent – und im Rahmenprogramm werden Workshops mit Themen aus der poilitischen Bildung angeboten. Mit dabei sind Jahr für Jahr viele Aktive aus der Gewerkschaftsjugend. Die IG Metall-Jugend Lübeck-Wismar beteiligte sich in diesem Jahr etwa mit dem Workshop "Aktiv im Betrieb für Demokratie und Vielfalt": Der Workshop zeigt, wie man am besten reagiert, wenn man am Arbeitsplatz mit rechtsextremen Ansichten und Diskriminierung konfrontiert wird. Ebenfalls dieses Jahr in Jamel mit Infostand und Workshop-Angeboten vor Ort: die ver.di-Jugend Nord.

24. August: Dresden ist #unteilbar

Für den 24. August hatte das #unteilbar-Bündnis zur Großdemonstration in Dresden aufgerufen – und 40.000 Menschen folgtem dem Aufruf. Es war die größte Demonstration in Dresden seit den Wendejahren: ein beeindruckendes Zeichen für eine offene und freie Gesellschaft – für Solidarität statt Ausgrenzung.

Mit zur Demonstration aufgerufen hatte der DGB-Bezirk Sachsen. Bezirksvorsitzender Markus Schlimbach bezeichnete die Demonstration als "wichtiges Signal aus Dresden": #unteilbar habe gezeigt, "dass es lohnt für Solidarität und gegen Ausgrenzung zu kämpfen. Wir lassen uns nicht Angst machen, wir stehen gemeinsam für eine offene und solidarische Gesellschaft."

25. August: "Sunday of Summer" in Chemnitz

Ein Dankesfest für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – das war der "Sunday of Summer" am 25. August in Chemnitz. Eingeladen hatte die DGB-Region Südwestsachsen und 7.500 Besucherinnen und Besucher kamen. Neben einem Kulturprogramm mit Musik (u.a. von Annett Louisan und der Spider Murphy Gang) beteiligten sich auch 25 Betriebe und Unternehmen aus der Region mit Ständen an dem Fest in der Chemnitzer Innenstadt.

Auch Sachsens stellvertretender Ministerpräsident Martin Dulig und DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell waren in Chemnitz mit dabei. "Wir wollen an einem schönen Sommertag mit den Chemnitzerinnen und Chemnitzern und ihren Gästen die Arbeit feiern", sagte Ralf Hron, Geschäftsführer der DGB-Region Südwestsachsen. "Es ging uns auch darum, mit Unterstützung der Staatsregierung, den Menschen in der Region einmal von Herzen ‚Danke‘ zu sagen", so Hron weiter. Der "Sunday of Summer" habe Bilder einer "fröhlichen, lebenswerten und bunten Stadt" gezeigt. Und er habe gezeigt, dass man die Menschen in Chemnitz nicht allein lassen werde "im Kampf gegen nationalistische und rechtsradikale Angriffe". "Unser Dank gilt heute Vielen, die Sunday of Summer möglich gemacht haben", so Hron.


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