Deutscher Gewerkschaftsbund

25.03.2020
Tarifticker

Kurzarbeit am Filmset in Zeiten von Corona

Erstmals gibt es einen Tarifvertrag, der Kurzarbeit mit einer Aufstockungsregel für auf Produktionsdauer beschäftigte Filmschaffende festlegt. Für die wegen der Corona-Krise unterbrochenen oder abgesagten Filmdrehs werden bei angeordneter Kurzarbeit damit die Einkünfte der Filmschaffenden auf dem Niveau der Tarifgage abgesichert.

Zwei Kameras werden zur Aufnahme ausgerichtet

Colourbox

Innerhalb weniger Tage haben sich die Gewerkschaft ver.di, die Produzentenallianz und der Bundesverband Schauspiel (BFFS), am 23. März 2020, auf diesen speziellen Tarifvertrag geeinigt.

Die tarifgebundenen Produktionsfirmen verpflichten sich für die auf Produktionsdauer beschäftigten Film- und Fernsehschaffenden zu einer Aufstockung des Kurzarbeitergeldes (von gesetzlich derzeit 60 bzw. 67 Prozent des Nettolohns) auf die vollen Tarifgagen. Die jeweilige Gagensumme wird für die Berechnung der Aufstockung bei den monatlichen Beitragsbemessungsgrenzen für die Arbeitslosenversicherung gedeckelt.

Für Schauspieler*innen, die keine Tarifgagen erhalten, gilt abweichend davon, dass auf die individuell vereinbarten Gagen der Aufstockungsbetrag gezahlt wird. Diese Summe wird bei 90 Prozent der Beitragsbemessungsgrenzen für die Arbeitslosenversicherung gedeckelt.

Die Tarifregelungen gelten zwingend für alle Kurzarbeitsmaßnahmen an Filmsets bei tarifgebundenen Produktionen direkt nach Unterzeichnung des Tarifvertrags ab dem 25. März 2020. Sie sind frühestens zum 30. Juni 2020 kündbar. Vorher vereinbarte Kurzarbeit ab dem 1. März 2020 kann nur mit Einverständnis der Produktionsunternehmen unter die Regeln des Tarifvertrags fallen und damit verbessert werden.

Zur ver.di Meldung


Nach oben

Newslet­ter
Anzeige eines Newsletteranzeige in Outlook
DGB
Bestellen Sie die Newsletter des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten