Deutscher Gewerkschaftsbund

28.05.2020
DGB-Vize Hannack: "Zu weich, zu unverbindlich, zu wenig zwingend"

Deutschland Schlusslicht bei der Frauenquote

Von allen europäischen Ländern, die gesetzliche Regeln zum Frauenanteil in Führungsgremien von Unternehmen haben, liegt Deutschland bei der tatsächlichen Frauenquote auf dem letzten Platz. Das zeigt eine neue Analyse des Instituts für Mitbestimmung und Unternehmensführung (I.M.U.) der Hans-Böckler-Stiftung. DGB-Vize Elke Hannack fordert, die Geschlechterquote deutlich auszuweiten. Bei Null Prozent Frauen in Vorstandspositionen müsse es "empfindliche Geldstrafen" geben.

Geschäftfrau mit Unterlagen und Telefon

DGB/kantver/123rf.com

Quote deutlich ausweiten

"Zu weich, zu unverbindlich, zu wenig zwingend: Deshalb landet Deutschland im Ländervergleich der europäischen Quotenregelungen für mehr Frauen in Führung auf dem beschämenden letzten Platz", kritisiert die stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Elke Hannack. "Damit Frauen gleiche Chancen auf Spitzenjobs haben, muss die Geschlechterquote deutlich ausgeweitet werden."

Bislang gilt sie verbindlich nur für 107 paritätisch mitbestimmte und börsennotierte Unternehmen. Die Bundesregierung will hier tätig werden – "wir begrüßen das Vorhaben ausdrücklich und setzen auf ein schnelles parlamentarisches Verfahren. Wir brauchen eine feste Quote auch für nicht börsennotierte Unternehmen und für deren Vorstandsetagen", so Hannack.

Bei Null Prozent Frauen im Vorstand: Empfindliche Geldstrafen

Nur mit glasklaren gesetzlichen Vorgaben werde Deutschland bei der Frauenquote vorwärts kommen. Andere Länder würden das vormachen. "70 Prozent der Unternehmen geben sich hierzulande mit aberwitzigen Begründungen die 'Zielgröße' Null. Null Prozent Frauen in Vorstandspositionen – diese Fälle müssen mit empfindlichen Geldstrafen sanktioniert werden. Auch dies gehört in die Novelle des Quotengesetzes."

90 Prozent der Vorstände reine Männerclubs

Nur Verbindlichkeit wirke, so Hannack. "Das zeigt schon ein Blick auf die aktuelle Situation: In den Aufsichtsräten, für die eine 30-Prozent-Quote gilt, ist der Frauenanteil erreicht. Vorstände sind zu 90 Prozent noch reine Männerclubs."


DOWNLOAD


Nach oben

Weitere Themen

"Frag mich was zum Min­dest­lohn" - vom 24. Ju­ni 2020
Ende Juni wird die Mindestlohnkommission ihre Empfehlung für die künftige Höhe des gesetzlichen Mindestlohns abgeben. Vorab hattet ihr bei uns noch einmal die Gelegenheit alles rund ums Thema Mindestlohn zu fragen, was ihr schon immer wissen wolltet. DGB-Vorstand Stefan Körzell, Mitglied der Mindestlohnkommission beantwortete am 24. Juni eure Fragen live im Gespräch mit Schauspielerin und Moderatorin Friederike Kempter.
weiterlesen …

Co­ro­na-App und Ar­beits­recht: Was darf mein Chef?
Weibliche Hand hält Smartphone; darüber eine Grafik mit einem grünen Häkchen
Colourbox.de
Seit dem 16. Juni ist die Corona-Warn-App verfügbar. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitenhmer stellen sich mit Blick auf die App verschiedene Fragen. Darf der Chef oder die Chefin beispielsweise anordnen, dass Beschäftigte die Corona-Warn-App installieren und nutzen? Und was ist mit Lohn und Gehalt, wenn die App "anschlägt" und Beschäftigte zuhause bleiben müssen? Wir beantworten die wichtigsten Fragen.
weiterlesen …

Co­ro­na: Al­les, was Be­schäf­tig­te jetzt wis­sen müs­sen
Mikroskopaufnahme Corona-Viren
DGB/Kateryna Kon/123rf.com
Corona und Arbeitsrecht, Corona und Kurzarbeitergeld, Corona und Arbeitszeit, Corona und Arbeitsschutz, Corona und Kinderbetreuung: Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der COVID19-Krise.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Newslet­ter
Anzeige eines Newsletteranzeige in Outlook
DGB
Bestellen Sie die Newsletter des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten