Deutscher Gewerkschaftsbund

31.10.2019
Tarifticker

Tarifrunde Versicherungen: Arbeitgeberangebot nicht verhandlungsfähig

Die zweite Verhandlungsrunde zwischen ver.di und dem Arbeitgeberverband der Versicherungsunternehmen in Deutschland (AGV) endete am Mittwoch, den 30. Oktober 2019, ergebnislos. Ein Angebot der Arbeitgeberseite lehnte ver.di als unzureichend ab. Die Gewerkschaft verhandelt für rund 170.000 Beschäftigte im Innendienst der privaten Versicherungswirtschaft.

blonde Versicherungsverkäuferin im Beratungsgespräch mit einem Mann

DGB/imagesbavaria/123rf.com

"Das Angebot der Arbeitgeber ist nicht verhandlungsfähig und deutlich zu gering", betont ver.di-Verhandlungsführerin Martina Grundler. Die Arbeitgeber boten nach fünf Nullmonaten in drei Schritten 1,7 Prozent, 1,2 Prozent und 1,1 Prozent bei einer Laufzeit von 34 Monaten an. Umgerechnet auf die Laufzeit bedeutet dieses Angebot eine Erhöhung von durchschnittlich 1,18 Prozent pro Jahr für die Beschäftigten. Nach Abzug der Inflationsrate bewertet ver.di dies als "Nullnummer".

ver.di fordert für die Beschäftigten eine Gehaltserhöhung von 6 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Außerdem will ver.di eine neue Wahlmöglichkeit der Beschäftigten bei der Arbeitszeit durchsetzen. So sollen sie künftig Tariferhöhungen in zusätzliche freie Tage umwandeln können. Daneben stehen in dieser Tarifrunde für ver.di die unbefristete Übernahme der Auszubildenden und ein Rückkehrrecht auf Vollzeit für die heute tätigen Teilzeitbeschäftigten, die nicht unter die neue Brückenteilzeit fallen, auf der Agenda.

Die nächste Verhandlungsrunde findet am 29.11.2019 in München statt.

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