Deutscher Gewerkschaftsbund

Für eine sozial regulierte Marktwirtschaft

Der DGB beschließt 1996 ein neues Grundsatzprogramm, um für die kommenden Jahre auch organisationspolitisch gewappnet zu sein. Der Grundsatz einer „sozialen Marktwirtschaft“ wird dabei besonders betont. Durch Fusionen stellen sich die Gewerkschaften neu auf.

1993, Ein Zeichen gegen Rechts und Ausländerfeindlichkeit.

Anfang der neunziger Jahre stiegen mit der Wiedervereinigung und der Aufnahme der ehemaligen FDGB–Gewerkschaften in die DGB–Gewerkschaften die Mitgliederzahlen. Aber dann verloren viele ArbeitnehmerInnen im Osten ihre Arbeit. Außerdem stellten sie fest, dass die Sozialversicherungen im wiedervereinten Land – anders als in der DDR – nicht an die Gewerkschaftsmitgliedschaft gebunden waren. Es kam zu vielen Austritten.

Diese historisch einzigartigen Herausforderungen erforderten eine grundsätzliche Neuausrichtung der Gewerkschaften. Der DGB–Vorsitzende Heinz Werner Meyer stieß die Debatte für ein neues DGB–Grundsatzprogramm an. Nach seinem Tod 1994 wurde es unter dem neuen Vorsitzenden Dieter Schulte auf dem Reformkongress 1996 in Dresden beschlossen. Darin verpflichtet sich der DGB, die „sozial regulierte Marktwirtschaft“ zu sichern und auszubauen.

Parallel zur programmatischen Erneuerung wurde auch die Debatte um die zukünftige Organisation des DGB, aber auch seiner Mitgliedsgewerkschaften geführt. Bereits zu Jahresbeginn 1996 schlossen sich die IG Bau-Steine-Erden und die Gewerkschaft Gartenbau, Land- und Forstwirtschaft zur IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) zusammen. Im Oktober 1997 fusionierten die IG Bergbau und Energie, die IG Chemie-Papier-Keramik und die Gewerkschaft Leder zur IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE).

DGB–Gewerkschaften beschließen Fusionen

Im Juni 1998 ging die Gewerkschaft Textil-Bekleidung in der IG Metall auf. Im selben Jahr wurde die Gründung einer großen Dienstleistungsgewerkschaft und die Aufnahme der Gewerkschaft Holz und Kunststoff in die IG Metall beschlossen. Im März 2001 folgte die Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aus den Gewerkschaften Handel, Banken und Versicherungen (HBV), Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr (ÖTV), IG Medien, aus der Deutschen Postgewerkschaft (DPG) und der vormals nicht zum DGB gehörigen Angestelltengewerkschaft DAG.

Heute vereint der Deutsche Gewerkschaftsbund acht Mitgliedsgewerkschaften unter seinem Dach: IG Metall, ver.di, die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG), die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), IG BAU, die IG BCE und die schon 1978 dem DGB beigetretene Gewerkschaft der Polizei (GdP).


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