Deutscher Gewerkschaftsbund

Der DGB als Kämpfer für Mitbestimmung und Demokratie

Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte, auch weil Demokratie nicht vor den Werkstoren endet. Der DGB und die Gewerkschaften kämpften die letzten 60 Jahre fortwährend für Mitbestimmung und Teilhabe und leisteten damit einen fundamentalen Beitrag für den sozialen Frieden.

Vor 60 Jahren waren Einheitsgewerkschaften und der DGB die Antwort auf eine bittere Erfahrung: Zersplittert kann man sich nicht wirksam gegen die Feinde der Demokratie und der Freiheit wehren. Zwei Jahre später trat nach Massenprotesten und Streikandrohung der Gewerkschaften das Gesetz über die paritätische Mitbestimmung in der Montanindustrie in Kraft. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten gleichberechtigt im Unternehmen mitentscheiden. Mitbestimmung war die Antwort auf die bis dahin größte Katastrophe des letzten Jahrhunderts: auf Faschismus, Krieg und wirtschaftlichen Machtmissbrauch. Ihre Weiterentwicklung 1976 brachte keine Parität der Arbeitnehmer. Heute wollen Marktradikale die Mitbestimmung schwächen oder sogar ganz beseitigen.

Wir erleben die schwerste wirtschaftliche Krise der Nachkriegszeit. Falsche Unternehmensziele und die Gier nach zweistelligen Profitraten haben Unternehmen und Volkswirtschaften ruiniert. Statt Reichtum für alle hat der Shareholder–Value ganze Gesellschaften arm und nur sehr wenige reich gemacht. Ehemals gesunde Unternehmen kämpfen ums Überleben.

Eine faire Form des Wirtschaftens und „Mitbestimmung 2.0“ müssen her. Bescheidenheit im Wachstum, intelligente Produkte auf neuen Märkten, Regulierung wirtschaftlicher Macht, eine andere Unternehmensarchitektur und mehr Beteiligung sind Lösungswege aus der Krise. Das Management darf nicht nur für die Interessen der Eigentümer arbeiten, sondern muss allen Stakeholdergruppen dienen – einschließlich Arbeitnehmern, Verbrauchern und Zulieferern. Zusätzlich zum Tarifeinkommen ist mit mehr Belegschaftskapital die Zeit reif für mehr echte Teilhabe der Beschäftigten.

Der DGB in der Umwelt– und Energiepolitik

Neben der Wirtschafts– und Finanzkrise bedrohen uns Klima– und Nahrungskrise sowie Rohstoff– und Energieknappheit. 2009 haben die DGB–Gewerkschaften ein gemeinsames Energiekonzept beschlossen. 35 Jahre zuvor gab es im DGB das erste Umweltprogramm. Klima und Umwelt sind lebenswichtige Fragen, keine Randthemen. Höhere Wachstumsraten nach bisherigen Maßstäben werden in Zukunft keinen Fortschritt mehr bringen. Wir werden eine ernsthafte nachhaltige, umwelt– und klimaschonende Industrie– und Energiepolitik gestalten – und „Gute Arbeit“ überall zum Maßstab machen.

Willy Brandt hat gesagt: „Die Zukunft wird nicht gemeistert von denen, die am Vergangenen kleben.“ Der DGB hat seine Organisationsstrukturen beständig fortentwickelt. Als Bund der Gewerkschaften verhindert er Konkurrenz zwischen den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und zwischen den Gewerkschaften. Der DGB ist stark durch die Vielfalt seiner Mitgliedsgewerkschaften.


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Ge­schich­te des DGB vor 1949
Carl Legien ADGB
Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ge­schich­te des DGB 1949-1958
DGB 1953 Für einen besseren Bundestag
Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ge­schich­te des DGB 1959-1968
DGB Demo 1963 Bundestag
Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ge­schich­te des DGB 1969-1978
DGB Kongress 1971 Willy Brandt
Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ge­schich­te des DGB 1979-1988
DGB Kongress 1986
Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung

Ge­schich­te des DGB 1989-1998
Brandenburger Tor Berlin
DGB / Henneke

Ge­schich­te des DGB 1999-2008
DGB Geschichte 2004 Demo
DGB

Ge­schich­te des DGB 2009-2018
DGB Geschichte 2012 Demo Berlin
DGB/Simone M. Neumann