Deutscher Gewerkschaftsbund

Zwischen Einheit und Spaltung

Die Teilung des Landes in Besatzungszonen hat auch für die Gewerkschaften Folgen. Im Osten gründet sich der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund FDGB, im Westen lässt der Dachverband noch auf sich warten. Dennoch versuchen die Gewerkschaften mit Interzonenkonferenzen die Einheit zu wahren.

1. Mai-Plakat 1948 Wir sind eine mächtige Kraft

1948 – Maiplakat des DGB–Ortsausschusses Solingen: Wir sind eine mächtige Kraft, wenn wir uns zusammenreihen. Die einige Front der Arbeiterschaft ist stärker als alle Parteien.

Während beim politischen Neuaufbau in den Besatzungszonen der Alliierten schon bald nach 1945 die Spaltung Deutschlands in einen westlichen und einen östlichen Teil sichtbar wurde, bildeten die Gewerkschaften noch für einige Jahre eine Klammer. Mit ihren Interzonenkonferenzen gaben sie der Hoffnung auf einen gesamtdeutschen Entwicklungspfad Ausdruck, zumal es in den Grundprinzipien ihres Aufbaus in Ost und West einige Gemeinsamkeiten gab.

Die unselige Aufspaltung in Richtungsgewerkschaften wurde durch die Einheitsgewerkschaft überwunden. Mit dem Industrieverbandsprinzip konnte eine moderne Organisationsform beinahe flächendeckend eingeführt werden. Spätestens 1948 waren infolge des Kalten Krieges alle Hoffnungen auf eine gemeinsame deutsche Entwicklung zerstoben.

Die Besatzungsmächte bezogen „ihren“ Teil Deutschlands fest in ihren Machtbereich ein und versuchten, in unterschiedlicher Intensität, ihre eigenen gesellschaftspolitischen Vorstellungen beim Aufbau eines west– und eines ostdeutschen Staates durchzusetzen. Der FDGB hing an der kurzen Leine der Partei. Die Sozialisierungsforderungen wurden zwar erfüllt, aber nicht im Sinne einer wirklichen Demokratisierung von Wirtschaft und Gesellschaft. Umgekehrt wurden in den westlichen Besatzungszonen die Forderungen nach Verstaatlichung oder Vergesellschaftung von den Besatzungsmächten abgeblockt. Die westlichen Gewerkschaften erhielten das Angebot, als Interessenvertretung der ArbeitnehmerInnen im Rahmen einer parlamentarischen Demokratie mit privatwirtschaftlicher Ordnung zu wirken. Das blieb weit hinter ihren Vorstellungen zurück und enttäuschte zunächst viele Mitglieder.


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Ge­schich­te des DGB vor 1949
Carl Legien ADGB
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