Deutscher Gewerkschaftsbund

Von Amtsangemessenheit bis Zulagenwesen

08.10.2021

Öffentlicher Dienst der Länder: Auftakt der Tarifverhandlungen

Am 8. Oktober starteten in Berlin die Tarifverhandlungen für die über 1,1 Millionen Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Im Vorfeld haben die Beschäftigten ihre Forderung nach einer deutlichen Reallohnsteigerung unterstrichen.

Beschäftigte des öffentlichen Dienstes

DGB

Im Vorfeld des Treffens der Verhandlungskommission aus Vertreter:innen der Gewerkschaften mit Vertreter:innen der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) machten die Beschäftigten auf einer Kundgebung in der Nähe des Verhandlungsorts ihrem Ärger über die Haltung der TdL Luft. Deren Vorsitzender Reinhold Hilbers (CDU), Niedersächsischer Finanzminister, hatte vor dem Auftakt verlautbaren lassen, die Spielräume für Gehaltssteigerungen seien gering. Er verwies auf niedrigere Steuereinnahmen als vor der Corona-Krise: „Wir streben eine schnelle Konsolidierung der Haushalte ohne neue Schulden an. Dazu müssen wir Wachstum anstoßen, wir werden aber nicht um strukturelle Einsparungen herumkommen.“ ver.di-Chef Frank Werneke betonte: „Die Länderbeschäftigten brauchen Reallohnsteigerungen, also ein Plus, das über der immer deutlicher spürbaren Inflation liegt.“

Die Diskrepanz der Erwartungen beider Verhandlungsseiten bestätigte sich dann auch im Auftaktgespräch. Laut ver.di drohte Hilbers sogar damit, dass die Arbeitgeber einen Abschluss, der aus ihrer Sicht oberhalb ihrer finanziellen Leistungsfähig­keit liege, mit Personalabbau beantworten würden. Werneke sieht in den Positionen der TdL einen „Ausdruck der Missachtung gegenüber der Leistung und dem Engagement der Beschäftigten bei den Ländern“.

Forderungen der Gewerkschaften: 5 Prozent mehr, mindestens 150 Euro

Die Gewerkschaften fordern 5 Prozent mehr, mindestens 150 Euro. Abweichend davon sollen Beschäftigte im Gesundheitswesen eine monatliche Erhöhung ihrer Tabellenentgelte um 300 Euro erhalten. Der Tarifabschluss soll eine Laufzeit von 12 Monaten haben. Weitere Verhandlungstermine sind für den 1./2. November sowie den 27./28. November in Potsdam geplant.

Das Land Hessen ist nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder.


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