Deutscher Gewerkschaftsbund

26.02.2020

Rund 140 Gewerkschafter/innen planen weitere Schritte im DGB-Zukunftsdialog

Am 21. und 22. Februar trafen sich rund 140 Aktive des Deutschen Gewerkschaftsbundes in Leipzig bei der ersten von drei Regionalkonferenzen des DGB-Zukunftsdialogs. Auch die Mitglieder des Geschäftsführenden Bundesvorstands – Reiner Hoffmann, Elke Hannack, Annelie Buntenbach und Stefan Körzell – nahmen an den Workshops und Podiumsdiskussionen teil. Darin tauschten sich die Teilnehmer/innen aus Bayern, Berlin, Brandenburg und Sachsen über ihre Erfahrungen aus einem Jahr DGB-Zukunftsdialog aus. Bei zwei weiteren Regionalkonferenzen werden in den kommenden Wochen mehrere hundert Gewerkschafter/innen aus den anderen sechs DGB-Bezirken zusammenkommen

Video der Regionalkonferenz in Leipzig

Im Video begleiten wir Marianne Wendt (Vorsitzende DGB-Kreisverband Uckermark) auf der ersten Regionalkonferenz in Leipzig mit rund 140 Gewerkschafter/innen aus Bayern, Berlin, Brandenburg und Sachsen.

Breiter Beteiligungsprozess: Alle können beim Zukunftsdialog mitmachen

Mit dem Zukunftsdialog haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften einen breiten gesellschaftlichen Dialog gestartet, in dessen Zentrum zwei Leitfragen stehen:

  • Wie wollen wir leben?
  • Wie wollen arbeiten?

Seit März 2019 führen ehrenamtliche und hauptamtliche Aktive des DGB in ganz Deutschland Veranstaltungen und Aktionen durch, um auf diese Fragen Antworten zu erhalten. Gleichzeitig können alle Interessierten sich online auf www.redenwirueber.de beteiligen. Im Dialog wird deutlich, wo der Schuh vor Ort drückt. Und die Gewerkschafter/innen gehen Lösungen für diese Probleme an, um zu einer gerechten und sozialen Zukunft beizutragen.

Simone Burger (DGB-Region München) und Peter Schall (Landesvorsitzender GdP Bayern) beim Start der Regionalkonferenz

Simone Burger (DGB-Region München) und Peter Schall (Landesvorsitzender GdP Bayern) beim Start der Regionalkonferenz DGB/Gordon Welters

Auf kommunaler Ebene gegen Mietenwahnsinn: Workshop gibt Raum zum Austausch

Dabei wurden bereits erste Erfolge erzielt, wie die vielen Beispiele zeigen, die die Teilnehmenden auf der Konferenz präsentierten. So hat der DGB Bayern in dem Bündnis #6JahreMietenstopp die erste Hürde zu einem Volksbegehren genommen: Über 50.000 Menschen gaben ihre Unterschrift für einen gesetzlichen Mietenstopp. Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern Peter Schall findet es gut, dass Wohnen ein Schwerpunkt im DGB-Zukunftsdialog ist. "Auch für Polizistinnen und Polizisten wird Wohnen im Großraum München zunehmend unbezahlbar. Hier hat sich die Situation in den letzten Jahren enorm verschärft", berichtet er auf der Regionalkonferenz. Im Workshop zum Thema tauschte er sich deshalb mit Kolleg/innen dazu aus, wie Gewerkschaften zum Beispiel auf kommunaler Ebene noch effektiver gegen den Mietenwahnsinn vorgehen können. Dabei ist Bodenpolitik ein Hebel, zu dem der DGB eine neue Publikation veröffentlicht hat.

DGB zeigt Solidarität mit Danone-Beschäftigten aus Rosenheim

DGB/Gordon Welters

Das Unternehmen Danone will sein Werk in Rosenheim schließen. Das würde 160 Beschäftigte den Job kosten. Ein Skandal, gegen den der Betriebsrat und die NGG Rosenheim Oberbayern mobil machen. Die Teilnehmenden der Regionalkonferenz zeigen auf der Regionalkonferenz ihre Solidarität mit den Danone-Kolleg/innen. >> Mehr auf Facebook erfahren

Kein Schulessen zum Hungerlohn: Zukunftsdialog gibt Schwung beim Thema Tarifbindung

Neben Wohnen hat der DGB im ersten Jahr des Zukunftsdialogs den Schwerpunkt Tarifbindung auf die Agenda gesetzt. Denn in Deutschland profitieren immer weniger Beschäftigte von einem Tarifvertrag. Das bringt große Nachteile für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und unsere Gesellschaft als Ganzes mit sich. So entgehen den Sozialversicherungen durch Tarifflucht und Lohndumping jedes Jahr rund 24,8 Milliarden Euro. "Die öffentliche Hand sollte ihre Vorbildfunktion wahrnehmen und öffentliche Aufträge nur noch an Unternehmen geben, die Tarifverträge einhalten", fordert deshalb Sebastian Riesner, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Berlin-Brandenburg. "Der Zukunftsdialog hat uns in Berlin viel Schwung gegeben, das Thema 'Schulessen zum Hungerlohn' öffentlich zu machen."

Sebastian Riesner, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Berlin-Brandenburg

Sebastian Riesner, Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in Berlin-Brandenburg. "Der Zukunftsdialog hat uns in Berlin viel Schwung gegeben, das Thema 'Schulessen zum Hungerlohn' öffentlich zu machen." DGB/Gordon Welters

Tariftreue noch kein Vergabekriterium bei Schulessen

Seit Beginn des Schuljahres ist das Schulessen für Grundschüler/innen in Berlin kostenlos. Der Senat hat beschlossen, dass die Hälfte der Zutaten aus biologischem Anbau stammen soll. "Doch zu den Arbeitsbedingungen der Kolleginnen und Kollegen der Caterer gibt es keine Vorgaben", kritisiert Riesner im Good-Practice-Workshop auf der Regionalkonferenz. "Wer sich für bessere Qualität des Schulessens starkmacht, dem kann nicht egal sein, wie es denen geht, die Tag für Tag das Essen zubereiten."

Der DGB Berlin, die Gewerkschaft NGG Berlin-Brandenburg und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Berlin haben deshalb alle Bezirksämter und demokratischen Fraktionen in den Bezirksverordnetenversammlungen angeschrieben, sie darüber informiert, dass bisher kein einziger Schul-Caterer seine Beschäftigten nach dem Tarifvertrag des Hotel- und Gaststättengewerbe bezahlt und um politische Unterstützung gebeten. "Auch wenn für das Schuljahr 2020/21 Tariftreue noch kein Vergabekriterium ist, haben wir es gepackt die Aufmerksamkeit auf das Thema zu lenken. Wir werden weiter am Ball bleiben und hoffen auf die Ausschreibungen für das übernächste Schuljahr."

DGB-Bundesvorsitzender dankt für gelungenen Auftakt

Noch bis zum nächsten DGB-Bundeskongress im Mai 2022 läuft der Zukunftsdialog. DGB-Bundesvorsitzender Reiner Hoffmann dankte den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Regionalkonferenz für das, was bereits geschafft wurde: "Der Auftakt des Zukunftsdialogs ist dank euch gelungen! Jetzt heißt es: Dran bleiben! Weiter machen! Den Schwung mitnehmen und möglichst viele Impulse und Ideen der Menschen für eine bessere Zukunft sammeln – ob im direkten Gespräch, auf Veranstaltungen oder online."

Fotos der Regionalkonferenz in Leipzig

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