Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 040 - 01.05.2015
Pressemitteilung

Hoffmann fordert gesellschaftliche Debatte über den Wert von Arbeit

Angesichts der wachsenden Ungleichheit in Deutschland hat der Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes Reiner Hoffmann eine gesellschaftspolitische Debatte über den Wert von Arbeit gefordert. Dabei gehe es um weit mehr als nur den Lohn, sondern auch um Wertschätzung und Anerkennung. „Wir akzeptieren keine Marktwirtschaft, in der Wertschöpfung allein das Zauberwort ist. Wir wollen erfolgreich Wertschöpfung und die volle Wertschätzung von Arbeit“ Hoffmann betonte die zentrale gesellschaftliche Rolle für gute Arbeit: „Arbeit ist das tragende Element für den sozialen Zusammenhalft jeder Gesellschaft. Wo Neid, Gleichgültigkeit und Desorientierung zunehmen, drohen soziale Spaltung und Entsolidarisierung.“

Konkret forderte der DGB-Vorsitzende die Arbeitgeber auf, besonders die Flucht aus der Tarifbindung zu beenden und für mehr Tarifverträge zu sorgen. „Tarifverträge bieten Schutz und Sicherheit und sind Voraussetzung für die Gestaltung der Arbeit der Zukunft“. Hoffmann verlangt darüber hinaus einen Ausbau der Mitbestimmung. „Der mitbestimmungspolitische Stillstand muss auf deutscher und europäischer Ebene überwunden werden.“

Demografische Entwicklung und Digitalisierung seien Herausforderungen, denen sich die Gewerkschaften stellen würden.  „Wir sehen hier Chancen, aber auch die Risiken. Gewerkschaften wollen die Arbeit der Zukunft gestalten.“ Die Bundesregierung müsse ihren Beitrag leisten: „Wir fordern die Politik auf, die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu setzen, damit der Missbrauch von Leiharbeit und Werkverträgen endlich aufhört.“ Dienstleistungen am Menschen wie in Kindergärten oder Pflegeheimen müssten besser bezahlt und finanziert werden, „damit daraus wieder menschenwürdige Dienstleistungen werden und nicht Notverwaltungen“.

Hoffmann forderte einen Kurswechsel in der Europapolitik. Es sei eine Illusion zu glauben, dass es Deutschland langfristig gut gehe, während in Europa Millionen Menschen arbeitslos seien und unter den wirtschaftlichen Krisen litten. „Mit der Austeritätspolitik muss endlich Schluss sein, wir brauchen einen grundlegenden Politikwechsel und eine andere Wirtschaftspolitik in Europa.“ Die Bundesregierung muss ihren Kurs korrigieren und die europäische Investitionsoffensive von EU-Präsident Jean-Claude Juncker unterstützen. Europa brauche zudem ein Konzept für faire Mobilität von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und eine Willkommenskultur für Flüchtlinge und Asylbewerber.

Rede des DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann zum 1. Mai 2015 in Berlin


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