Deutscher Gewerkschaftsbund

15.06.2021
Schwerpunkt Mindestlohn

Mindestlohn in Deutschland: Alles, was Sie wissen müssen

Allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn in Deutschland

  • Seit wann gibt es einen gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland?

    Die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns in Deutschland

    Ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn gilt in Deutschland seit dem 1. Januar 2015 (Inkrafttreten des Mindestlohngesetzes).

  • Was ist die Definition von Mindestlohn?

    Was ist ein Mindestlohn? - Definition von "Mindestlohn"

    Ein Mindestlohn ist eine verbindliche Lohnuntergrenze. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ist ein allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn für ganz Deutschland und gilt für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (bis auf wenige Ausnahmen). Daneben gibt es in Deutschland für einige Branchen auch noch Branchenmindestlöhne, die von Gewerkschaften und Arbeitgebern in einem Tarifvertrag ausgehandelt und von der Politik für allgemeinverbindlich erklärt wurden. Diese Branchenmindestlöhne gelten für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der entsprechenden Branche. Ein Arbeitgeber darf seinen Beschäftigten also nicht weniger zahlen als den gesetzlichen Mindestlohn, beziehungsweise den (in der Regel höheren) allgemeinverbindlichen Branchenmindestlohn - falls es in seiner Branche einen solchen Branchenmindestlohn gibt.

  • Wie hoch ist der aktuelle Mindestlohn?

    Wie hoch der aktuelle gesetzliche Mindestlohn ist und wie er in den Jahren 2021 und 2022 steigen wird erfahren Sie in unserem Beitrag: "Mindestlohn 2021/2022: Was ändert sich?"

Kreidetafel mit Kreideschrift zur Mindestlohnerhöhungsbeträgen im Juli 2021 von 9,50 Euro auf 9,60
DGB/Andreas Steidlinger/123RF.com

Der Min­dest­lohn steigt auf 9,60 Eu­ro – DGB be­kräf­tigt For­de­rung nach 12 Eu­ro

von Stefan Körzell BV

Ab dem 1. Juli 2021 steigt der Mindestlohn um zehn Cent auf 9,60 Euro. Auf diesen Erhöhungsschritt hatte sich die Mindestlohnkommission im Juni 2020 verständigt. Doch auch davon kann niemand seine Miete bezahlen oder seinen Kindern eine Klassenfahrt ermöglichen. Der DGB fordert deshalb weiterhin einen Mindestlohn von 12 Euro. Zur Pressemeldung

Bild mit vier Beschäftigten, die über das Leben mit Mindestlohn erzählen
DGB

Warum der Min­dest­lohn nicht zum Le­ben reicht: 4 Por­träts

In Zeiten, wo alles teurer wird, brauchen wir dringend jetzt schon 12 Euro Mindestlohn. Warum der aktuelle Mindestlohn nicht zum Leben reicht, erzählen Uwe Ziermann, Jana Possehl, Ali Tasdelen und Rosemarie Otto im Videoporträt. weiterlesen …

Leben mit Mindestlohn: 4 Videoporträts

Le­ben mit Min­dest­lohn: Uwe Zier­mann, Werk­schutz­fach­kraft

Uwe Ziermann arbeitet als Werkschutzfachkraft in der Sicherheitsbranche. Er sagt, „Wertschätzung fängt dort an, wo man sagen kann: Ich muss keine Angst vor der Rente haben.“

DGB
Le­ben mit Min­dest­lohn: Ja­na Pos­sehl, Flo­ris­tin

Jana Possehl ist Floristin und sagt, „Es sind zu wenig da, die sich dafür einsetzen, dass wir ein bisschen mehr verdienen.“

DGB
Le­ben mit Min­dest­lohn: Ali Tas­de­len, Re­stau­rant­lei­ter As­sis­tent

Ali Tasdelen arbeitet in der Systemgastronomie: „Die Steigerung des Mindestlohnes wäre für mich von ganz ganz großer Bedeutung.“

DGB
Le­ben mit Min­dest­lohn: Ro­se­ma­rie Ot­to, Call­cen­ter Agen­tin

Rosemarie Otto ist Callcenter Agentin und fordert: „Der Mindestlohn muss auf 12 Euro steigen, damit jeder sein Leben ordentlich leben kann und nicht immer am Existenzminimum leben muss.“

DGB
Zwei Miniaturfiguren Bauarbeiter und mehrere Stapel Münzen
DGB/Hyejin Kang/123rf.com
Evaluation gesetzlicher Mindestlohn

Min­dest­lohn: Das hat er ge­bracht - und das muss jetzt pas­sie­ren

Am 1.1.2015 wurde der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland eingeführt. Seitdem haben Millionen Menschen von ihm profitiert, sämtliche Befürchtungen der Gegner - von massiven Arbeitsplatzverlusten bis zur Bedrohung ganzer Branchen - haben sich nicht bewahrheitet. Trotzdem fällt die Bilanz nach sechs Jahren durchwachsen aus. weiterlesen …

Hand an offener Geldbörse mit Euro-Scheinen
DGB/Vladyslav Starozhylov/123rf.com
Arbeitsmarkt

12 Eu­ro Min­dest­lohn: Al­le Ar­gu­men­te auf einen Blick

Der aktuelle Mindestlohn reicht zum Leben nicht. Wer (in Vollzeit) arbeitet, muss in einem wohlhabenden Land wie Deutschland davon auch gut leben können. Argumente für einen Mindestlohn von 12 Euro auf einen Blick. weiterlesen …

30.06.2021

Mindestlohn: Antworten auf häufig gestellte Fragen

  • Ist der gesetzliche Mindestlohn brutto oder netto?

    Der jeweils gültige aktuelle gesetzliche Mindestlohn-Betrag (vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2021 zum Beispiel 9,60 Euro) gibt den Mindestlohn als Bruttolohn pro Stunde an.

  • Gibt es Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn?

    Ja, es gibt Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn in Deutschland. Welche Ausnahmen seit Einführung des gesetzlichen Mindestlohns und auch noch im Jahr 2021 gelten, finden Sie in unserem Beitrag "Mindestlohn 2021/2022: Was ändert sich?" im Abschnitt "Gibt es 2021 noch Ausnahmen vom gesetzlichen Mindestlohn?".

  • Mindestlohn oder Tariflohn - was gilt?

    Auch ein Tariflohn aus einem Tarifvertrag darf den gesetzlichen Mindestlohn nicht unterschreiten. Die allermeisten Tariflöhne in Tarifverträgen liegen über dem gesetzlichen Mindestlohn. Sollte ein noch gültiger Tarifvertrag dennoch einen Tariflohn festgelegt haben, der unter dem gerade gültigen gesetzlichen Mindestlohn liegt, so muss der Beschäftigte von seinem Arbeitgeber trotzdem mindestens den gesetzlichen Mindestlohn erhalten.

    Wenn für einen Arbeitnehmer oder eine Arbeitnehmerin ein Tarifvertrag gilt, der einen höheren Lohn / ein höheres Gehalt als den Mindestlohn vorsieht, so gilt natürlich dieser höhere Tariflohn. Kein Arbeitgeber kann einen für den Arbeitnehmer gültigen Tarifvertrag oder Branchenmindestlohn mit Verweis auf den (in diesem Fall dann niedrigeren) gesetzlichen Mindestlohn beim Lohn und Gehalt "unterschreiten".

  • Gilt der gesetzliche Mindestlohn auch bei Minijobs?

    Ja, der gesetzliche Mindestlohn gilt auch bei Minijobs. Minijobberinnen und Minijobber gehören nicht zu den Beschäftigten, für die eine Ausnahme vom gesetzlichen Mindestlohn gilt.

  • Mindestlohn Ost/West: Gibt es Unterschiede beim Mindestlohn in Ost- und Westdeutschland?

    Nein, es gibt beim gesetzlichen Mindestlohn keine Unterschiede zwischen Ostdeutschland und Westdeutschland. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ist ein allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn. Er gilt überall in Deutschland gleichermaßen in der gleichen Höhe.

    Bei Branchenmindestlöhnen, die in einem Tarifvertrag ausgehandelt werden, kann es hingegen Unterschiede zwischen Ost und West geben.

  • Gibt es beim Mindestlohn einen Unterschied zwischen Bundesländern? Zum Beispiel einen "Mindestlohn Hessen" oder einen "Mindestlohn NRW"?

    Nein, es gibt beim gesetzlichen Mindestlohn keine Unterschiede zwischen den Bundesländern. Der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland ist ein allgemeiner, flächendeckender Mindestlohn. Er gilt überall in Deutschland gleichermaßen in der gleichen Höhe. Es gibt also keinen "Mindestlohn Bayern", "Mindestlohn Baden-Württemberg", "Mindestlohn Berlin", "Mindestlohn Brandenburg", "Mindestlohn Bremen", "Mindestlohn Niedersachsen", "Mindestlohn NRW", "Mindestlohn Rheinland-Pfalz", "Mindestlohn Saarland", "Mindestlohn Hessen", "Mindestlohn Mecklenburg-Vorpommern", "Mindestlohn Sachsen-Anhalt", "Mindestlohn Thüringen", "Mindestlohn Sachsen", "Mindestlohn Schleswig-Holstein" oder "Mindestlohn Hamburg" beim gesetzlichen Mindestlohn.

    Bei Branchenmindestlöhnen, die in einem Tarifvertrag ausgehandelt werden, kann es hingegen Unterschiede zwischen den Bundesländern geben.

     

  • Mindestlohnkontrollen: Wer führt sie durch? Wo kann ich Mindestlohn-Verstöße melden?

    Mindestlohn-Kontrollen (also Kontrollen, ob ein Arbeitgeber auch den korrekten Mindestlohn zahlt) führt die Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls durch. Hinweise auf Verstöße gegen des Mindestlohngesetz können - auch anonym - bei der Finanzkontrolle Schwarzarbeit abgegeben werden.

Aktuelle Meldungen zum Mindestlohn

EU-Min­dest­lohn­richt­li­nie auf der Ziel­li­nie? Ur­su­la von der Leyens An­kün­di­gun­gen muss ei­ne wir­kungs­vol­le Richt­li­nie fol­gen!

In der Corona-Pandemie wurden sie als sogenannte systemrelevante Beschäftigte hoch gelobt, erhalten aber oft Armutslöhne. Sinkende Tarifbindung und Zuschläge bei der öffentlichen Auftragsvergabe an den billigsten Anbietenden. All das – um nur einige zu nennen – sind Erscheinungsformen einer Arbeits- und Wirtschaftswelt, die Europa überwinden muss.

DGB/Vit Paroulek/123RF.com
Fak­ten zur Richt­li­ni­en über an­ge­mes­se­ne Min­dest­löh­ne

Derzeit wird auf europäischer Ebene über die Richtlinie zu angemessenen Mindestlöhnen in der europäischen Union verhandelt. Die EU-Kommission hatte diese vorgelegt. Sie bietet die Chance, für Millionen von Beschäftigten in der EU armutsfeste Löhne zu verankern und Tarifverträge zu stärken. Im Folgenden wird auf wichtige Punkte des Richtlinienentwurfs und seiner möglichen Wirkungen eingegangen.

DGB/Marian Vejcik/123rf.com
12 Eu­ro Min­dest­lohn: Not­wen­dig und öko­no­misch ver­nünf­tig

Kurz vor der Bundestagswahl ist der Mindestlohn wieder Top-Thema. Im Juli 2022 soll er auf 10,45 Euro pro Stunde steigen. Doch das reicht nicht, um ihn existenzsichernd zu machen. Der DGB fordert deshalb die Erhöhung des Mindestlohns auf 12 Euro.

DGB/Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com / Colourbox.de
Stu­die be­stä­tig­t: 12 Eu­ro Min­dest­lohn bringt ge­rech­te­re Be­zah­lung und hö­he­res Wirt­schafts­wachs­tum

12 Euro Mindestlohn bringt Millionen Beschäftigten bessere Löhne und steigert zudem die Wirtschaftsleistung hierzulande. „Klarer geht’s nicht: 12 Euro Mindestlohn – das muss eine der ersten Amtshandlungen jeder neuen Bundesregierung sein“, sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann.

DGB/Gordon Welters
Rechts­brü­che und Re­form­stau: Zum Stand der Pfle­ge nach der BAG-Ent­schei­dung

Das Bundesarbeitsgericht hat eine richtungsweisende Entscheidung getroffen: Auch für entsandte Beschäftigte in der häuslichen Seniorenbetreuung ist der deutsche gesetzliche Mindestlohn zu zahlen– und zwar auch für Bereitschaftszeiten. Dieser wichtige Erfolg gegen das Ausbeutungsmodell „24-Stunden-Pflege“ zeigt zugleich den Ab-grund hinter dem Reformstau in der Pflege.

DGB/Alexander Raths/123RF.com
Der Min­dest­lohn steigt auf 9,60 Eu­ro – DGB be­kräf­tigt For­de­rung nach 12 Eu­ro

Ab dem 1. Juli 2021 steigt der Mindestlohn um zehn Cent auf 9,60 Euro. Auf diesen Erhöhungsschritt hatte sich die Mindestlohnkommission im Juni 2020 verständigt. Doch auch davon kann niemand seine Miete bezahlen oder seinen Kindern eine Klassenfahrt ermöglichen. Der DGB fordert deshalb weiterhin einen Mindestlohn von 12 Euro.

DGB/Andreas Steidlinger/123RF.com
BAG-­Ur­teil zur 24-Stun­den-Pfle­ge – Piel: „Pau­ken­schlag für die Be­schäf­tig­ten“

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass nach Deutschland vermittelte ausländische Pflege- und Haushaltshilfen Anspruch auf den Mindestlohn haben. Das gilt auch für Bereitschaftszeiten in der 24-Stunden-Pflege. Jetzt braucht es eine neu ausgerichtete Pflegepolitik. Die Zeche für jahrzehntelange Versäumnisse darf nicht auf dem Rücken der Beschäftigten abgeladen werden.

DGB/Jozef Polc/123rf.com
12 Eu­ro Min­dest­lohn noch vor der Bun­des­tags­wahl mög­lich

DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell ruft die Arbeitgeber auf, noch vor der Bundestagswahl im September den gesetzlichen Mindestlohn auf mindestens 12 Euro zu erhöhen. Zuvor hatte sich der BDA-Hauptgeschäftsführer Kampeter positiv über einen höheren Mindestlohn geäußert.

DGB/Hanna Kuprevich/123rf.com
Von Min­dest­löh­nen und Zu­stän­dig­kei­ten

Die EU-Kommission hat eine Rahmen-Richtlinie für angemessene Mindestlöhne in den Mitgliedstaaten vorgeschlagen. Auch wenn immer wieder Zweifel geschürt werden, verfügt die EU über die notwendigen Kompetenzen, eine solche Richtlinie zu verabschieden. Ein Gutachten im Auftrag des DGB bestätigt dies – wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse des Gutachtens zusammen.

DGB/Hyejin Kang/123rf.com
DGB-­Stel­lung­nah­me zur EU-Min­dest­lohn­richt­li­nie

Die EU-Kommission hat eine „Richtlinien über angemessene Mindestlöhne in der EU" (MiLoRL) vorgelegt. In einer Stellungnahme fordert der DGB, die EU-Mindestlohnrichtlinie nachzuschärfen, unter anderem mit einem doppelten Schwellenwert als Lohnuntergrenze, nationalen Aktionsplänen zur Steigerung der Tarifbindung und wirksamen Tariftreueregelungen.

DGB/Marian Vejcik/123rf.com
Gut­ach­ten zur EU-Min­dest­lohn­richt­li­nie

Die EU-Kommission hat im Oktober 2020 eine „Richtlinie über angemessene Mindestlöhne in der EU“ (MiLoRL) vorgeschlagen. Diese soll die Maßstäbe für die Festsetzung von gesetzlichen Mindestlöhnen in den Mitgliedstaaten klar- und sicherstellen. Ein Gutachten im Auftrag des DGB analysiert das Vorhaben.

DGB/Evgeny Gromov/123rf.com
"Um den Min­dest­lohn ar­muts­fest zu ma­chen, brau­chen wir die Un­ter­stüt­zung des Ge­setz­ge­ber­s"

Nach sechs Jahren steht fest: Der Mindestlohn ist ein großer Erfolg - wirtschaftlich und sozial. Doch an einigen Stellen muss nachjustiert werden, sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann: "Wir wissen heute: Der Einstieg bei 8,50 Euro war zu gering." Nötig ist eine Anhebung auf mindestens 12 Euro die Stunde. Außerdem müssen Ausnahmen abgeschafft und Kontrollen massiv verstärkt werden.

DGB
„Ar­mut ge­fähr­det den ge­sell­schaft­li­chen Frie­den“

13,2 Millionen Menschen in Deutschland sind arm. Das geht aus dem heute veröffentlichten Armutsbericht 2020 hervor. Besonders bedrückend ist, dass jeder Dritte von ihnen einer Erwerbsarbeit nachgeht. Das ist ein Skandal.

DGB/Simone M. Neumann
EU legt Richt­li­nie zu Min­dest­löh­nen und Ta­rif­bin­dung vor

Vergangene Woche hat die EU-Kommission den Entwurf einer Richtlinie „über angemessene Mindestlöhne in der Europäischen Union“ vorgestellt. Damit sollen die verschiedenen Mindestlöhne in Europa gestärkt werden. Eine konkrete Höhe nannte die EU nicht. Der DGB fordert 60 Prozent des Median-Lohns.

DGB/Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com
Brau­chen Dy­na­mik bei Min­dest­löh­nen in Eu­ro­pa

Die EU-Kommission hat heute eine Richtlinie zu Mindestlöhnen in Europa vorgelegt. „Sie ist ein weiterer Schritt in Richtung eines sozialen Europas“, sagt DGB-Vorstand Stefan Körzell. Allerdings muss die EU bei der Festlegung der Höhe der Mindestlöhne mutiger sein: 60 Prozent des Median-Lohns wären eine sinnvolle Untergrenze.

DGB/Vit Paroulek/123RF.com
"Co­ro­na-Kri­se darf nicht für Lohn­drücke­rei miss­braucht wer­den"

Jeder fünfte Beschäftigte hat laut Statistischem Bundesamt 2018 im Niedriglohnsektor gearbeitet. Nun muss die Politik endlich gegenlenken - mit einem armutsfesten Mindestlohn von 12 Euro und einer Stärkung der Tarifbindung, fordert DGB-Vorstand Stefan Körzell.

DGB/Simone M. Neumann
Hartz IV trotz Voll­zeit-­Job: Wenn der Lohn nicht zum Le­ben reicht

Den ganzen Tag arbeiten, sozialversicherungspflichtig, fünf oder sechs Tage in der Woche - und dann trotzdem Unterstützung beim Jobcenter beantragen müssen, weil das Einkommen nicht zum Leben reicht: Das ist für viele Menschen bittere Realität. Damit sich das ändert, muss der Mindestlohn deutlich steigen - vor allem aber muss die Tarifbindung wieder deutlich erhöht werden, damit wieder mehr Menschen von Tarifverträgen profitieren.

DGB/Bartolomiej Pietrzyk/123rf.com
Er­werbs­ar­mut be­en­den

Für ein soziales Europa brauchen wir mehr Tarifbindung und faire Mindestlöhne. Das fordern der DGB und der Europäische Gewerkschaftsbund (EGB). Die Mindestlöhne reichen aktuell von 1,87 Euro in Bulgarien bis zu 12,38 Euro in Luxemburg. Nur in zwei Ländern schützen sie vor Erwerbsarmut. Die Europäische Kommission will jetzt faire Mindestlöhne in allen Mitgliedstaaten schaffen.

DGB/Marian Vejcik/123rf.com
Eu­ro­päi­sche Min­dest­löh­ne: Ein Bei­trag zu mehr Ge­rech­tig­keit in Eu­ro­pa?

Bei den Mindestlöhnen gleicht die Europäische Union einem Flickenteppich. Die Bundesregierung will die deutsche EU-Ratspräsidentschaft nutzen, um faire Mindestlöhne in Europa voranzutreiben. Was genau getan werden muss und wie Europa davon profitieren kann? Darüber hat der DGB mit Expertinnen und Experten in einer Online-Videokonferenz am diskutiert.

DGB/Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com
Lohn­sta­tis­tik be­legt Wir­kung des Min­dest­lohns

Das Lohngefälle zwischen Gering- und Besserverdienenden in Deutschland nimmt erstmals wieder ab. Das belegt eine aktuelle Studie des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2018. Ein Grund dafür ist der gesetzliche Mindestlohn. „Das sind gute Nachrichten“, sagt DGB-Vorstand Stefan Körzell. Jetzt geht es darum, den Mindestlohn armutsfest zu gestalten und weiter anzuheben.

Colourbox.de

Bundestagswahl: Arbeitswelt #EchtGerecht

Echt Gerecht Roboterarm und Arbeiter
DGB

Stellungnahme

Aus­wir­kun­gen des ge­setz­li­chen Min­dest­lohns
Von dem Inkrafttreten des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2015 haben rund vier Millionen Beschäftigte durch höhere Löhne profitiert. Fünf Jahre nach Einführung steht fest, dass keine der prognostizierten negativen Auswirkungen, wie Rückgang der Wirtschaftsleistung oder Beschäftigungsverluste, eingetreten sind. In dieser Stellungnahme schlüsselt der DGB die tatsächlichen Auswirkungen auf.
weiterlesen …

12 Euro Mindestlohn: ja oder nein?

DGB-Zu­kunfts­dia­lo­g: Jetzt on­li­ne mit­dis­ku­tie­ren!
Mann und Frau vor Tablet; Mann hält Tablet; Frau steht hinter Mann und zeigt auf Tablet; dazu ein Logo mit Text "Reden wir über... Der Zukunftsdialog"
Colourbox.de (Logo: DGB)
Wie wollen wir leben? Wie wollen wir arbeiten? Diskutieren Sie mit Menschen aus ganz Deutschland über gerechte und soziale Lösungen für unsere Zeit!
zur Webseite …

Die Abteilung Wirtschafts-, Finanz- und Steuerpolitik

Planet Erde und Grafiken
DGB/Sergey Nivens/123rf.com
Gewerkschaftliche Wirtschaftspolitik stellt sich der Frage, wie der gesellschaftliche Reichtum gesteigert und zum Wohl der arbeitenden Bevölkerung verteilt werden kann. Der Zuwachs an wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit muss in höhere Löhne, weniger Arbeitszeit und mehr Sozialstaat eingesetzt werden - dafür setzen wir uns ein.
weiterlesen …

Weitere Themen

Imp­fen und Tes­ten: Was Ar­beit­neh­me­rin­nen und Ar­beit­neh­mer jetzt wis­sen müs­sen
Spritze undImpfstoff vor verschwommenen Hintergrund
DGB/Anawat Sudchanham/123rf.com
Kann mein Arbeitgeber verlangen, dass ich mich gegen Corona impfen lasse? Darf ich einen Termin während der Arbeitszeit wahrnehmen - und wer bezahlt dann mein Gehalt? Habe ich ein Recht auf regelmäßige Schnelltests am Arbeitsplatz? Unser Ratgeber beantwortet die wichtigsten Fragen rund um Impfungen und Tests für Beschäftigte und Betriebsräte.
weiterlesen …

Co­ro­na-Imp­fung und was Be­schäf­tig­te da­zu wis­sen müs­sen
Ärztin mit Spritze
DGB/Simone M. Neumann
In Deutschland wird gegen Corona geimpft. Wir beantworten, was Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer jetzt wissen müssen. Zum Beispiel, welche Berufsgruppen zuerst geimpft werden können.
weiterlesen …

Co­ro­na-Kin­der­kran­ken­geld: Wer es be­komm­t, wie es be­an­tragt wird
Vater mit zwei kleinen Kindern, staubsaugen gemeinsam den Küchenboden
Colourbox.de
Eltern, die wegen Kita-Schließungen oder Schulschließungen aufgrund der Corona-Pandemie ihre Kinder betreuen müssen, können dafür jetzt Kinderkrankengeld beziehen. Pro Elternteil gibt es 30 Tage ab dem ersten Kind im Jahr 2021, für Alleinerziehende 60. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften haben seit Monaten mehr Unterstützung für Eltern in der Krise gefordert. Das zusätzliche Kinderkrankengeld für Eltern ist kurzfristig ein Schritt in die richtige Richtung, reicht jedoch nicht aus.
weiterlesen …

Co­ro­na als Be­rufs­krank­heit? Bei der Ar­beit an CO­VI­D-19 er­krankt
Drei Bauarbeiter*innen / Handwerker*innen mit Schutzhelm und Mund-Nasen-Schutz; blicken mit verschränkten Armen nach links
DGB/123rf.com/visoot
Wer auf der Arbeit an Corona erkrankt, sollte dies als Berufserkrankung, bzw. als Arbeitsunfall bei der Unfallversicherung melden. Infos zu Anerkennung und Co.
weiterlesen …

Min­dest­lohn 2021/2022: Was än­dert sich?
Münze mit Prägung des Schriftzugs Mindestlohn
DGB/Bartolomiej Pietrzyk/123RF.com
Wie hoch ist der Mindestlohn im Jahr 2021? Wie hoch ist der Mindestlohn 2022? Wann wird er erhöht? Und welche Ausnahmen gelten beim Mindestlohn in 2021 und 2022? Antworten auf die wichtigsten Fragen.
weiterlesen …

Co­ro­na: Al­les, was Be­schäf­tig­te jetzt wis­sen müs­sen
Mikroskopaufnahme Corona-Viren
DGB/Kateryna Kon/123rf.com
Die Corona-Pandemie hält an. Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer stellen sich immer wieder neue Fragen. Wir haben die wichtigsten Antworten.
weiterlesen …

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …