Deutscher Gewerkschaftsbund

18.06.2020
Informationen für Eltern

Kindergeld und Kinderzuschlag: Mehr Geld für die Haushaltskasse

2020 hat der Gesetzgeber den Kinderzuschlag nochmals aufgebessert

Das Kindergeld sichert die grundlegende Versorgung der Kinder ab der Geburt. Zusätzlich zum Kindergeld können Eltern den Kinderzuschlag (KiZ) beantragen. Der Kinderzuschlag wird an Eltern gezahlt, die finanzielle Unterstützung für den Lebensunterhalt der gesamten Familie benötigen. Wir beantworten die häufigsten Fragen und erklären, wie Sie das Kindergeld und den Zuschlag beantragen können.

  • Kindergeld
    • Was ist das Kindergeld?
    • Wer bekommt Kindergeld?
    • Für welche Kinder gibt es Kindergeld?
    • Kindergeld und Staatsbürgerschaft
    • Wie hoch ist das Kindergeld?
    • Wie beantrage ich Kindergeld?
  • Kinderzuschlag
    • Was ist der Kinderzuschlag?
    • Wie hoch ist der Kinderzuschlag
    • Für welche Kinder gibt es den Zuschlag?
    • Wer kann den Kinderzuschlag bekommen?
    • Wie kann ich prüfen, ob auch mir der Kinderzuschlag zusteht?
    • Wie beantrage ich den Kinderzuschlag?

 

Demonstration mit Kindern

DGB/Simone M. Neumann

Das Kindergeld

Die wichtigsten Fragen und Anworten zum Kindergeld: Wer es erhält, wie hoch das Kindergeld ist, wie man das Kindergeld beantragt.

Was ist das Kindergeld?

Das Kindergeld hat zwei Funktionen:  

  1. Für Eltern ohne oder mit nur geringem Einkommen ist das Kindergeld eine Sozialleistung, die das Zusammenleben mit Kindern fördern soll.
  2. Zugleich wird mit dem Kindergeld weitgehend sichergestellt, dass das Existenzminimum des Kindes steuerfrei bleibt, wie es auch das Bundesverfassungsgericht verlangt. Haben Eltern Anspruch auf einen Kinderfreibetrag höher als das Kindergeld, wird das Finanzamt das bei der Einkommensteuererklärung zu Gunsten der Eltern berücksichtigen.

Wer bekommt Kindergeld?

Das Kindergeld ist eine Leistung für Eltern beziehungsweise für Adoptiveltern. An ihrer Stelle können – unter bestimmten Bedingungen – auch Großeltern, Stiefeltern oder Pflegeeltern das Kindergeld bekommen.

Für welche Kinder gibt es Kindergeld?

Das Kindergeld wird für alle Kinder unter 18 Jahren gezahlt.  

Für Kinder über 18 und unter 25 Jahren gibt es unter bestimmten Bedingungen ebenfalls Kindergeld:

  • Das Kind besucht noch eine allgemeinbildende Schule oder macht eine Ausbildung, oder
  • das Kind hat noch keinen Ausbildungsplatz gefunden hat, bewirbt sich aber aktiv darum und ist bei einer Arbeitsagentur oder einem Jobcenter registriert, oder
  • das Kind ist bei einer Arbeitsagentur arbeitsuchend gemeldet und ist noch keine 21 Jahre alt oder
  • das Kind macht ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr, ist im Bundesfreiwilligendienst oder einem ähnlichen Freiwilligendienst tätig.

Auch nach dem 25. Geburtstag kann Kindergeld bezogen werden, wenn das Kind eine Behinderung hat und deshalb nicht selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann.

Ist die Kindergeld von der Staatsbürgerschaft abhängig?

Kindergeld bekommen deutsche Staatsangehörige, die mit ihren Kindern in Deutschland leben. Wenn die Eltern im Ausland leben, besteht unter Umständen ebenfalls ein Anspruch auf Kindergeld. Beispielsweise, wenn sie in Deutschland auf das gesamte Einkommen Steuern zahlen – also wenn sie „unbeschränkt steuerpflichtig“ sind. Für Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die in Deutschland leben, gelten eine Reihe von Sonderregelungen, Mehr dazu unter dem entsprechenden Punkt die FAQ.

Gibt es Kindergeld, wenn die Kinder im Ausland leben?

Das Kindergeld wird auch dann gezahlt, wenn die Kinder nicht in Deutschland wohnen und gemeldet sind, sondern in

  • einem anderen Land der Europäischen Union
  • in einem der vier EFTA-Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz.

Mein Kind studiert weder in der EU noch in einem EFTA-Staat. Gibt es trotzdem Kindergeld?

Auch wenn Ihr Kind weder in der EU noch in einem der vier EFTA-Staaten studiert, kann das Kindergeld unter folgenden Voraussetzungen gezahlt werden:  Es muss ein Wohnsitz in Deutschland nachgewiesen werden und mindestens die Hälfte der ausbildungsfreien Zeit muss nachweislich in Deutschland verbracht werden.

Bekommen auch Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit Kindergeld?

Für Eltern mit ausländischer Staatsangehörigkeit, die in Deutschland leben, gelten eine Reihe von Sonderregelungen, die den Anspruch auf Kindergeld einschränken.

Die wichtigsten Regelungen in Kürze:

  • Wer in Deutschland arbeitet und unbeschränkt steuerpflichtig ist, hat auch Anspruch auf Kindergeld.
  • Staatsangehörige aus der EU sowie des Europäischen Wirtschaftsraum, die noch kein steuerpflichtiges Erwerbseinkommen erzielt haben, erhalten in den ersten drei Monaten nach ihrem Zuzug kein Kindergeld. Ab dem vierten Monat erhalten sie Kindergeld, wenn die EU-Freizügigkeitsrechte (https://de.wikipedia.org/wiki/Freiz%C3%BCgigkeitsgesetz/EU ) gelten.
  • Eltern aus Algerien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Marokko, Montenegro, Serbien, Tunesien und der Türkei erhalten Kindergeld, können nach Maßgabe der mit diesen Ländern geschlossenen Sozialversicherungsabkommen Kindergeld erhalten.
  • Kindergeld kann auch bekommen:
    • wer eine gültige Niederlassungserlaubnis oder eine Aufenthaltserlaubnis, mit der man in Deutschland arbeiten darf besitzt,
    • unanfechtbar anerkannte Flüchtlinge und Asylberechtigte.

Kein Kindergeld bekommt, wer sich für eine Aus- oder Weiterbildung in Deutschland aufhält.

Wie hoch ist das Kindergeld?

Die Höhe des Kindergeldes steigt mit der Zahl der Kinder im Haushalt.
Seit dem 1. Juli 2019 gibt es pro Monat und Kind:

  • 204 Euro für das erste und zweite Kind;
  • 201 Euro für das dritte Kind;
  • 235 Euro für das vierte und jedes weitere Kind. 

Die Höhe des Kindergeldes ist unabhängig von Einkommen und Vermögen der Eltern. Das heißt: Jeder berechtigte Haushalt erhält das Kindergeld in gleicher Höhe ausgezahlt.

Was muss ich tun, um Kindergeld zu bekommen?

Das Verfahren ist sehr einfach: Das Kindergeld muss zwar schriftlich beantragt werden – aber  dies nur einmal nach der Geburt des Kindes! Danach wird das Kindergeld automatisch bis zum 18. Geburtstag weiter gezahlt. Erst dann wird ein zweiter Kindergeldantrag nötig.

Weil Einkommen und Vermögen für das Kindergeld keine Rolle spielen, werden auch nur wenige Daten im Antragsformular abgefragt.

Wichtig: Das Kindergeld wird nur für sechs Monate rückwirkend gezahlt. Um kein Kindergeld zu verschenken, muss der Antrag also im ersten halben Jahr nach der Geburt gestellt werden.

Wo stelle ich den Antrag fürs Kindergeld?

Für das Kindergeld sind die Familienkassen zuständig. Diese sind in der Regel im Gebäude der Arbeitsagentur, dem früheren Arbeitsamt, untergebracht.

Die zuständige Familienkasse kann online gefunden werden.

Das Kindergeld online beantragen: www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder

Merkblätter und Antragsformulare zum Kindergeld:

Wo bekomme ich weitere Informationen zum Kindergeld?

Die Familienkasse und das Familienministerium bieten online ausführliche Informationen

www.familienkasse.de

www.familienportal.de

Telefonische Beratung der Familienkasse: 0800 4 555530 (gebührenfrei)

 

Der Kinderzuschlag: Mehr Geld für die Haushaltskasse

Zum 1. Juli  2019  und zum 1. Januar 2020 hat der Gesetzgeber den Kinderzuschlag (KiZ) in zwei Etappen stark verbessert – und er gilt jetzt auch für Alleinerziehende. Bis zu 185 Euro pro Kind und Monat zusätzlich zum Kindergeld sind möglich. Wir beantworten die häufigsten Fragen und erklären, wie Sie den Zuschlag beantragen können.

  • Was ist der Kinderzuschlag?

    Der Kinderzuschlag ist ein finanzieller Zuschuss, der zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt wird. Der Kinderzuschlag steht Ihnen zu, wenn Ihr Einkommen für den eigenen Lebensunterhalt reicht, Sie jedoch finanzielle Unterstützung benötigen, um für den Lebensunterhalt der gesamten Familie zu sorgen. Der Kinderzuschlag wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt.

  • Wie hoch ist der Kinderzuschlag?

    Die maximale Höhe beträgt 185 Euro – pro Kind und Monat. Zusammen mit dem Kindergeld (204 Euro im Monat) ergibt sich eine Gesamtleistung je Kind in Höhe von 389 Euro. Übersteigt das Einkommen der Eltern eine gewisse Grenze, dann wird ein Teil des Elterneinkommens angerechnet, das heißt, die 185 Euro werden gekürzt. Den vollen Höchstbetrag von 185 Euro erhalten somit Eltern mit niedrigem Einkommen. Mit steigendem Einkommen reduziert sich der Auszahlbetrag und läuft langsam aus.

  • Für welche Kinder gibt es den Zuschlag?

    Sie können den Kinderzuschlag für jedes Ihrer Kinder bekommen,

    • für das Sie auch Kindergeld bekommen,
    • das in Ihrem Haushalt lebt,
    • unter 25 Jahre alt ist
    • und unverheiratet ist.
  • Wer kann den Kinderzuschlag bekommen?

    Ob Ihnen der Kinderzuschlag zusteht, das hängt vor allem von Ihrem Einkommen ab. Das Einkommen muss über einer gesetzlich vorgegebenen Mindesthöhe von 600 Euro brutto für Alleinstehende und 900 Euro brutto für Paare liegen. Außerdem hängt der Anspruch von der Höhe der Wohnkosten, der Anzahl der Personen im Haushalt und dem Alter der Kinder ab.

     

  • Können auch Arbeitslose den Kinderzuschlag bekommen?

    Grundsätzlich ja, wenn sie Arbeitslosengeld beziehen. Hartz-IV-Leistungen und KiZ können hingegen nicht gleichzeitig bezogen werden. Allerdings kann der Kinderzuschlag helfen, aus dem Hartz-IV-Bezug herauszukommen, wenn noch anderes Einkommen vorhanden ist.

    Bei welchem Einkommen besteht für Arbeitslose voraussichtlich ein Anspruch?

    Zwei Beispiele sollen Ihnen eine erste Orientierung geben: Eine arbeitslose Alleinerziehende mit einem 8-jährigen Kind, für das Unterhaltsvorschuss bezogen wird, hat bei einer Warmmiete von 550 Euro voraussichtlich einen Anspruch, wenn ihr Arbeitslosengeld zwischen 650 Euro und 1.500 Euro liegt. Bei einem Paar mit zwei Kindern (8 und 10 Jahre) und einer Warmmiete von 700 Euro muss das Netto-Einkommen der Eltern, also die Summe aus Arbeitslosengeld und gegebenfalls dem Nettoeinkommen des Partners, zwischen 1.200 Euro und 2.300 Euro liegen, damit voraussichtlich ein Leistungsanspruch besteht. Die Obergrenzen in den Beispielen sind so angegeben, dass nach der Einkommensanrechnung ein Anspruch in Höhe von mindestens 50 Euro verbleibt. Zudem besteht bei diesen Beispielen voraussichtlich auch noch ein zusätzlicher Anspruch auf Wohngeld.

Kinderzuschlag für Arbeitslose: Zwei Beispiele für Alleinerziehende mit einem Kind und ein Paar mit 2 Kindern

Wer Arbeitslosengeld (ALG) bezieht, kann auch den Kinderzuschlag bekommen. Hartz-IV-Leistungen und Kinderzuschlag können hingegen nicht gleichzeitig bezogen werden. DGB/Illustrationen: Robert Stern

  • Der Kinderzuschlag ist nur etwas für Geringverdiener, oder?

    Keineswegs! Falls mehrere Kinder im Haushalt leben und/oder der Haushalt von nur einem Erwerbseinkommen leben muss, dann können Sie einen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben, obwohl Sie einen guten Tariflohn verdienen.

    Bei welchem Einkommen besteht für Berufstätige voraussichtlich ein Anspruch?

    Zwei Beispiele sollen Ihnen eine erste Orientierung geben: Eine Alleinerziehende mit einem 8-jährigen Kind, für das Unterhaltsvorschuss bezogen wird, hat bei einer Warmmiete von 550 Euro voraussichtlich einen Anspruch, wenn ihr monatlicher Nettolohn zwischen 950 Euro und 1.200 Euro liegt. Bei einem Paar mit zwei Kindern (8 und 10 Jahre) und einer Warmmiete von 700 Euro muss das Netto-Erwerbseinkommen der Eltern zwischen 1.600 Euro und 2.300 Euro liegen, damit voraussichtlich ein Leistungsanspruch besteht. Die Obergrenzen in den Beispielen sind so angegeben, dass nach der Einkommensanrechnung ein Anspruch in Höhe von mindestens 50 Euro verbleibt. Zudem besteht bei diesen Beispielen voraussichtlich auch noch ein zusätzlicher Anspruch auf Wohngeld.

Kinderzuschlag Erwerbstätige: Beispiel für Alleinerziehende mit Kind und ein Paar mit zwei Kindern

Anspruch auf den Kinderzuschlag haben Eltern, deren Netto-Lohn bzw. deren Netto-Löhne zusammengerechnet in einer bestimmten Spanne liegen. Zudem hängt der Anspruch auch von den Wohnkosten, der Zahl der Kinder und dem Alter der Kinder ab. DGB/Illustrationen: Robert Stern

  • Wie kann ich prüfen, ob auch mir der Kinderzuschlag zusteht?

    Das ist erfreulich einfach! Die Familienkasse bietet im Internet einen „KiZ-Lotsen“ an. Damit können Sie bequem und schnell prüfen, ob sich für Sie ein Antrag auf den Kinderzuschlag lohnt. Der Lotse errechnet zwar nicht, in welcher Höhe voraussichtlich ein Anspruch besteht. Aber der Lotse gibt eine Einschätzung dazu ab, ob voraussichtlich ein Anspruch besteht. Das ganze dauert weniger als 10 Minuten.

  • Auf welchen Zeitraum bezieht sich die Einkommensprüfung?

    Entscheidend ist nicht Ihr monatliches Einkommen zum Zeitpunkt der Antragstellung. Maßgeblich ist Ihr durchschnittliches Einkommen aus den letzten sechs Monaten vor der Antragstellung. Das hat den Vorteil, dass das Einkommen der vergangenen Monate bekannt ist. So kann die Familienkasse abschließend über den Anspruch entscheiden und den Auszahlbetrag festsetzen. Die Bewilligung erfolgt für sechs Monate. Ändert sich Ihr Einkommen, dann hat dies keinen Einfluss auf den bereits bewilligten Kinderzuschlag.

    In der Corona-Krise gilt aber eine Sonderregelung. Bei Anträgen bis zum 30. September 2020 kommt es nur auf das Einkommen im Monat vor der Antragstellung an.

    Wichtig: Wenn Ihr Einkommen sinkt, etwa bei Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit, dann beantragen Sie den Kinderzuschlag erst im darauffolgenden Monat. Dann ist das reduzierte Einkommen die Grundlage und Sie haben einen höheren Anspruch!

  • Wie wirkt sich Einkommen des Kindes auf den Kinderzuschlag aus?

    Ein Einkommen des Kindes wird teilweise auf den maximalen Zahlbetrag von 185 Euro angerechnet, das heißt, der Auszahlbetrag wird vermindert. Dabei gilt die Regel, dass 45 Prozent des Einkommens des Kindes angerechnet werden. Empfangener Unterhalt vom Elternteil, bei dem das Kind nicht lebt, sowie der staatliche Unterhaltsvorschuss sind die beiden Einkommensarten, die oft vorkommen.

  • Wie beantrage ich den Kinderzuschlag und welche Behörde ist zuständig?

    Der Kinderzuschlag muss bei der Familienkasse schriftlich beantragt werden. Die Familienkasse ist die Stelle, die auch das Kindergeld auszahlt.

    Die für Sie zuständige Familienkasse, die bei der Arbeitsagentur angesiedelt ist, finden Sie auf der Seite www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder.

    Die Antragsformulare für den Kinderzuschlag finden Sie im Onlineportal der Arbeitsagentur zum Download (PDF).

    Der Antrag kann bei der Arbeitsagentur auch online gestellt werden:
    con.arbeitsagentur.de/prod/kiz/ui/start

    Es mit dem "KiZ-Lotsen" auch ein Online-Rechen-Tool, mit dem Sie vorab prüfen können, ob Sie voraussichtlich einen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben.Zum KiZ-Lotsen:
    www.arbeitsagentur.de/familie-und-kinder/kiz-lotse

     

  • Wie hoch ist der Aufwand? Lohnt sich ein Antrag überhaupt?

    Sie müssen Angaben zur Ihrer persönlichen Situation, zur Warmmiete, zum Einkommen und zu Ersparnissen machen. Dazu müssen Sie Formulare ausfüllen und einige Nachweise vorlegen. Ein wenig Aufwand muss also schon betrieben werden, aber der hält sich in Grenzen. Vor allem wenn Sie bedenken, dass Sie dafür sechs Monate lang monatlich pro Kind – je nach dem Einkommen – beispielsweise 80 Euro, 100 Euro oder gar der Höchstbetrag von 185 Euro zusätzlich aufs Konto überwiesen bekommen. Dieses Geld bessert die Haushaltskasse spürbar auf.

    Aber selbst dann, wenn Sie aufgrund Ihres Einkommens nur einen geringen Anspruch auf 20 Euro oder 30 Euro Kinderzuschlag monatlich haben sollten, lohnt es, einen Antrag zu stellen. Denn wenn Sie den Kinderzuschlag bekommen, dann haben Sie Zugang zu weiteren Leistungen und Vergünstigungen. Diese können mehrere Hundert Euro im Jahr wert sein.

GUT ZU WISSEN

Keine Kita-Gebühren! Wenn Ihnen der Kinderzuschlag zusteht, dann profitieren Sie gleich mehrfach: Denn Familien, die Kinderzuschlag beziehen, sind von den KiTa-Gebühren befreit. Ein weiterer guter Grund für Sie zu prüfen, ob Sie einen Anspruch auf den Kinderzuschlag haben.

Anspruch auf Geld für Schulsachen, kostenloses Mittagessen und mehr. Wenn Sie den Kinderzuschlag bekommen, dann haben Sie Anspruch auf weitere Leistungen aus dem sogenannten Bildungs- und Teilhabepaket. Dazu gehören u.a. das kostenlose Mittagessen in Schulen und KiTas, kostenlose Schülerbeförderung oder Nachhilfeunterricht, sofern erforderlich. Besonders hilfreich sind die Leistungen für Schulsachen: Pro Schulkind und Schuljahr werden 150 Euro ausgezahlt!

  • Ab wann wird der Kinderzuschlag gezahlt?

    Wenn Sie den Kinderzuschlag beantragen wollen, dann stellen Sie möglichst bald einen Antrag. Denn der Kinderzuschlag wird nicht rückwirkend ausgezahlt, sondern der Anspruch beginnt ab dem Monat, in dem der Antrag gestellt wird.

  • Gibt es Fallstricke und Risiken beim Kinderzuschlag?

    Nein. Der Kinderzuschlag ist ein Zuschuss, den Sie nicht zurückzahlen müssen. Anders als bei Hartz IV ist der Kinderzuschlag auch nicht mit weiteren Pflichten und Auflagen verbunden. Es drohen Ihnen auch keine Rückforderungen, falls Ihr Einkommen während des Bezugs von Kinderzuschlag ansteigt.

  • Sie haben noch Fragen zum Kinderzuschlag?

    Die Webseiten www.familienkasse.de und www.kinderzuschlag.de bieten weitere Informationen, untere anderem ein ausführliches „Merkblatt Kinderzuschlag“ (PDF).

    Sehr informativ ist auch die Seite www.familienportal.de des Familienministeriums.

    Die Familienkasse bietet sowohl eine persönliche Beratung vor Ort als auch eine telefonische Beratung an: Die Telefonnummer 0800-4-5555-30 ist kostenfrei, Kindergeldnummer bereithalten.

    Zudem ist ein Gespräch mit einer Beratungsfachkraft per Web-Cam möglich (zur Terminvereinbarung für die Videoberatung), etwa wenn beim Ausfüllen der Formulare Fragen auftreten.

Informationen zum Download


Diese Fragen und Antworten als PDF
Den neuen Kinderzuschlag nutzen (Informationen für Eltern mit kleinem Verdienst) (PDF, 137 kB)

Ausführliche DGB-Information über den neuen Kinderzuschlag: Seit 1.1.2020 gelten neue Regeln beim Kinderzuschlag (KiZ). Der KiZ wird stark verbessert und attraktiver. Der KiZ kann Ihnen helfen, inkommenseinbußen abzumildern.

Den neuen Kinderzuschlag nutzen (Informationen für Arbeitslose mit Kindern) (PDF, 136 kB)

Seit dem 1. Januar 2020 gelten neue Regeln beim Kinderzuschlag (KiZ). Der KiZ wird stark verbessert und attraktiver. Der KiZ kann Ihnen helfen, Einkommenseinbußen abzumildern.


Das Wichtigste auf einer Seite fürs Schwarze Brett
Den neuen Kinderzuschlag nutzen (Info für Erwerbstätige) (PDF, 284 kB)

Aushang für schwarze Bretter in Gewerkschaftshäusern, Beratungsstellen und Betrieben.

Den neuen Kinderzuschlag nutzen (Info für Arbeitslose) (PDF, 292 kB)

Aushang für schwarze Bretter in Gewerkschaftshäusern, Beratungsstellen und Betrieben.


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