Deutscher Gewerkschaftsbund

Januar 2023

Frau vor Whiteboard
Adobe Stock/©francescoridolfi.com
Arbeitsmarkt: Zahl des Monats

2022 wa­ren 18 Pro­zent we­ni­ger Per­so­nen in ei­ner ge­för­der­ten ar­beits­markt­po­li­ti­schen Maß­nah­me als im Vor-Co­ro­na-Jahr 2019

Aktive Arbeitsmarktförderung ist ein bedeutender Hebel gegen prekäre Beschäftigung und Langzeitarbeitslosigkeit und für mehr Fachkräfte in einer sich wandelnden Arbeitswelt. Dennoch werden nicht einmal die vorhandenen Budgets ausgeschöpft. 2022 befanden sich 18 Prozent weniger Personen in einer von den Agenturen für Arbeit und den Jobcentern geförderten Maßnahme als 2019. Der DGB fordert mehr personelle Ressourcen bei der Bundesagentur für Arbeit und dass Unternehmen ihren Beschäftigten mehr Weiterbildungen ermöglichen. weiterlesen …

Dezember 2022

Mann im Blaumann und Rollstuhl in einer Werkstatt
DGB/arnoaltix/123rf.com
Arbeitsmarkt: Zahl des Monats

Fast je­der zwei­te ar­beits­lo­se Mensch mit ei­ner schwe­ren Be­hin­de­rung ist län­ger als ein Jahr oh­ne Be­schäf­ti­gung

Die Situation von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt ist nach wie vor schwierig. Immer mehr Menschen mit einer Schwerbehinderung sind langzeitarbeitslos. Die Pandemie hat diese Situation verschärft - der Anteil schwerbehinderter Langzeitarbeitsloser kletterte von 42 auf 47 Prozent in zwei Jahren. Der DGB fordert zum Welttag der Menschen mit Behinderungen, dass ihre Benachteiligung auf dem Arbeitsmarkt endlich beendet wird. weiterlesen …

November 2022

Junge Frau im Labor
DGB/Simone M. Neumann
Arbeitsmarkt: Zahl des Monats

Nur 38% der MINT-Fach-Ab­sol­ven­tin­nen ar­bei­ten ein Jahr nach dem Stu­di­um in ei­nem MINT-Be­ruf – bei den Män­nern sind es 50%

Im Vergleich der wirtschaftsstärksten Ländern gehört Deutschland zu den Schlusslichtern, wenn es um den Frauenanteil unter den MINT-Absolvent*innen geht. Nicht nur nach einem absolvierten Studium arbeiten deutlich weniger Frauen als Männer in einem MINT-Beruf. Auch in nicht-akademischen MINT-Berufen sind Frauen unterrepräsentiert. Der DGB fordert Stereotype sichtbar zu machen und abzubauen. Ausbildung und Arbeitsplätze müssen für Frauen attraktiver werden. weiterlesen …

Archiv

Zwei Mil­lio­nen Mi­ni­job­ber*in­nen in Deutsch­land sind für ih­ren Ar­beits­platz über­qua­li­fi­ziert

Minijobs sind keine Brücke in den Arbeitsmarkt, sondern eine Sackgasse. Besonders deutlich wird dies, wenn die Qualifikationen der Beschäftigten mit den Anforderungen ihres Arbeitsplatzes verglichen werden. Insgesamt zwei Millionen geringfügig Beschäftigte sind überqualifiziert. Der DGB fordert deshalb: Minijobs nicht ausweiten, sondern gute, sozialversicherungspflichtige Arbeit ab dem ersten Euro.

DGB via Canva.com
Die Prei­se stei­gen ak­tu­ell sie­ben Mal stär­ker als der Hartz-I­V-Re­gel­satz

Kein Eis, keine Malstifte, keine Blumen: Leistungsberechtigte können sich von dem ohnehin zu niedrig bemessen Regelsatz immer weniger kaufen. Die aktuelle Erhöhung der Hartz-IV-Regelsätze um nur drei Euro oder 0,76 Prozent liegt deutlich unterhalb der Preisentwicklung von zuletzt 5,2 Prozent (November 2021). Die Preise steigen also zurzeit sieben Mal stärker als der Regelsatz!

DGB via Canva.com
Rund 40 Pro­zent al­ler Be­schäf­ti­gungs­ver­hält­nis­se in Klein­be­trie­ben sind Mi­ni­jobs

Besonders in Kleinbetrieben verdrängen Minijobs immer mehr sozialversicherte Beschäftigungsverhältnisse. Mit einem Anteil von rund 40 Prozent gibt es dort laut Bundesagentur für Arbeit sehr viele geringfügig entlohnte Beschäftigte. „Minijobs“ haben einen Anteil von 17,8 Prozent an allen Beschäftigungsverhältnissen. Rund 7,4 Millionen Jobs sind also nicht sozial abgesichert – ein sozialpolitisch verheerender Befund.

DGB via Canva.com
Kurz­ar­beit in der Pan­de­mie: Wei­ter­bil­dung nur in je­dem 10. Be­trieb

Nur jeder zehnte Betrieb hat Zeiten der Kurzarbeit genutzt, um seine Beschäftigten weiterzubilden - laut dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Das ist eine vertane Chance, denn die akute Krise der Corona-Pandemie trifft in vielen Branchen auf die längerfristigen Herausforderungen des Strukturwandels und der digitalen Transformation.

DGB via Canva.com
Im­mer mehr Al­lein­er­zie­hen­de sind er­werbs­tä­tig: 76 Pro­zent. Das ist Re­kord. Al­ler­dings sinkt ihr Ar­muts­ri­si­ko nicht.

Die Situation von Alleinerziehenden am Arbeitsmarkt hat sich langfristig gesehen deutlich verbessert. Immer mehr sind erwerbstätig: 2019 waren es laut Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) 76 Prozent der alleinerziehenden Eltern – das ist Rekord. Allerdings hatte dies nicht zur Folge, dass ihr Armutsrisiko gesunken ist. Dieses stagniert seit Jahren auf sehr hohem Niveau.

DGB via Canva.com
Mehr als 1,3 Mil­lio­nen Men­schen ar­bei­ten im Ren­ten­al­ter

Erwerbstätige müssen immer länger arbeiten. Trotzdem nimmt die Zahl derer, die trotz Rente weiterhin erwerbstätig sind, zu. Der wachsende Niedriglohnsektor und ein sinkendes Rentenniveau sind zwei der Ursachen: Wer zu wenig Rente auf dem Konto hat, verdient sich etwas dazu. Der DGB fordert, dass Erwerbstätigkeit den Lebensstandard auch im Alter sichern muss.

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Zwei Drit­tel al­ler Ar­beits­lo­sen sind laut dem ak­tu­el­len Ar­muts­be­richt ar­m. 1995 leb­te nur je­der sieb­te Ar­beits­lo­se in Ar­mut.

Der Armutsbericht der Bundesregierung offenbart eine erschreckende Tendenz: Die soziale Lage von Arbeitslosen hat sich im langjährigen Vergleich deutlich verschlechtert. Ein immer größer werdender Anteil von Arbeitslosen ist mittlerweile "arm".

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Seit über ei­nem Jahr oh­ne Ar­beit: Zahl der Lang­zeit­ar­beits­lo­sen steigt um 18,2 Pro­zent

Fast eine Million Menschen waren im Januar 2021 ein Jahr oder länger arbeitslos. Geringqualifizierte sind besonders betroffen. Mehr als die Hälfte der Langzeitarbeitslosen haben keinen oder keinen verwertbaren Berufsabschluss – gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 37,9 Prozent. Um gegenzusteuern brauchen wir eine Qualifizierungsoffensive und dringend mehr Weiterbildungsangebote.

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Flei­sch­in­dus­trie: Ein kran­kes Sys­tem

In den letzten 20 Jahren hat in der Fleischindustrie in Deutschland ein massiver Konzentrationsprozess stattgefunden. 2018 kamen die zehn größten Schweineschlachtunternehmen zusammen auf einen Marktanteil von knapp 80 Prozent - und sie bauen ihn stetig weiter aus. In Megafabriken wie Tönnies in Rheda-Wiedenbrück werden jeden Tag Tausende Tiere geschlachtet. Arbeitsverhältnisse dauern oft nur kurz.

DGB/Tanat Loungtip/123rf.com
1,5 Mil­lio­nen re­gu­lä­re Jobs bei haus­halts­na­hen Dienst­leis­tun­gen mög­lich

Kinderbetreuung, Reinigungs- und Haushaltshilfen: Viele Jobs in Privathaushalten sind keine regulären Stellen oder gar "schwarz". Belgien hat vorgemacht, wie sich das ändern ließe. Durch ein Gutscheinverfahren sind dort in den haushaltsnahen Dienstleistungen 145.000 reguläre Stellen entstanden. In Deutschland wären so nach Berechnungen des DGB 1,5 Millionen reguläre Vollzeitstellen möglich.

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Ar­muts­ri­si­ko bei Be­hin­de­rung: Je­de/r fünf­te ist ge­fähr­det

Menschen mit Beeinträchtigungen sind deutlich häufiger von Armut bedroht als andere. Zum europaweiten Protesttag der Menschen mit Behinderungen am 5. Mai fordert der DGB: Eine Behinderung darf nicht länger arm machen.

DGB/Andriy Popov/123rf.com
Je­de drit­te Fach­kraft aus dem Aus­land ar­bei­tet zum Nied­rig­lohn

Am 1. März ist das neue Fachkräfteeinwanderungsgesetz in Kraft getreten - verbunden mit der Hoffnung, die vielen offenen Stellen im Handwerk, in Krankenhäusern und im Gastgewerbe leichter mit Fachkräften aus dem Ausland besetzen zu können. Doch ein Gesetz allein reicht nicht. Gut ausgebildete Menschen werden nur zu uns kommen und bleiben, wenn sie fair behandelt werden.

DGB/Hyejin Kang/123rf.com
Mi­ni-­Job bringt Mi­ni-­Ren­te

Ein Jahr arbeiten - und dafür später 4,40 Euro brutto mehr Rente bekommen? Ein Mini-Job macht's möglich. Bei Tätigkeiten in privaten Haushalten sieht es noch düsterer aus. Hier beträgt der Zuwachs oft nur 1,18 Euro. Das muss sich dringend ändern.

DGB/mistac/123RF.com
Je­de zwei­te Neu­ein­stel­lung ist be­fris­tet

Über 3 Millionen Menschen in Deutschland hatten 2018 einen befristeten Arbeitsvertrag. Das sind doppelt so viele wie 1996. Besonders betroffen sind Frauen und junge Menschen sowie Beschäftigte in Teilzeit oder ohne deutschen Pass. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht.

DGB/TAKASHI HONMA/123rf.com

Arbeitsmarkt: Zahl des Monats

Mädchen spielt auf der Straße "Himmel und Erde"

DGB/rawpixel/123rf.com

Manchmal sagt eine Zahl mehr als viele Worte. Wir stellen jeden Monat eine Zahl aus der Arbeitsmarktpolitik vor - von Leiharbeit bis Hartz IV.

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Spen­den­auf­ruf: Hil­fe nach dem Erd­be­ben
Grfaik helfende Hände
DGB
In der Nacht vom 5. auf den 6. Februar wurde die syrisch-türkische Grenzregion von einem gravierenden Erdbeben erschüttert. Viele Tausend Menschen kamen ums Leben, unzählige Gebäude sind zerstört. Die Lage ist dramatisch. Der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften rufen ihre Mitglieder zu Spenden auf, um den Menschen solidarisch zu helfen.
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Frei­heit für die in­haf­tier­ten Ge­werk­schaf­ter*in­nen im Iran!
Portrait von vier inhaftierten iranischen Gewerkschafter*innen
DGB
Seit Monaten gehen mutige Menschen im Iran für ihre Rechte auf die Straße. Auch unsere Kolleg*innen, die für bessere Arbeitsbedingungen streiken oder protestieren, werden massiv verfolgt. Viele von ihnen sitzen bereits in Gefängnissen, viele sind zu langjährigen Haftstrafen verurteilt, einigen droht die Todesstrafe. Der DGB fordert die sofortige Freilassung aller politischen Gefangenen.
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Ak­ti­en­ren­te: Was bis­her zum Ge­ne­ra­tio­nen­ka­pi­tal ge­plant ist
Aktienkurse werden angezeigt, dahinter aufgetürmte Münzen
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Das System der gesetzlichen Rente soll reformiert werden. Ein Baustein dafür: die Einführung der Aktienrente, auch "Generationekapital" genannt. Wir erklären, was dahintersteckt – und was es braucht, um die gesetzliche Rente wirklich zu stärken.
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Was ha­ben Ge­werk­schaf­ten in der Kri­se für dich er­reicht?
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Die Welt ist im Krisen-Dauermodus: Energiekrise, Klimakrise, ein Krieg in Europa, hohe Inflation und die Auswirkungen der Corona-Pandemie bereiten allen Menschen Sorgen. Gewerkschaften stehen auf der Seite der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Welche Erfolge haben wir erreicht? Was bringt unser Einsatz in der Krise konkret für dich?
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Wohn­geld und mehr: Die­se Ent­las­tun­gen brau­chen Mie­ter*in­nen
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Die Mehrheit der Mieter*innen muss in den kommenden Monaten mit deutlich höheren Abschlägen und gestiegenen Betriebskosten für Strom und Heizen rechnen. Hier erfahren, was der DGB fordert, damit nicht Millionen von Haushalten die Kündigung des Mietvertrages oder die Sperrung von Strom oder Gas drohen.
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