Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 131 - 30.07.2010

Ausbildungsstart im August – für viele Jugendliche leider nicht

Der Ausbildungsstart in vielen Unternehmen und Bundesländern hat begonnen - leider bei Weitem nicht für alle Jugendlichen. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) stehen zum 29. Juli den 511.000 BewerberInnen lediglich rund 405.000 betriebliche Ausbildungsplätze zur Verfügung. Das bedeutet, dass zum Ausbildungsstart im August 106.000 betriebliche Ausbildungsplätze fehlen.

„Diese Situation fügt sich nahtlos in die dramatische Entwicklung der letzten Jahre und stellt der Wirtschaft und der Bundesregierung ein schlechtes Zeugnis aus“, kritisierte der DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf am Freitag in Berlin. „Trotz Ausbildungspakt und Beteuerungen bleibt das Angebot an Ausbildungsplätzen laut Nationalem Bildungsbericht in fast allen Berufen hinter der Nachfrage zurück. Jahr für Jahr landen fast 400.000 Jugendliche im sogenannten „Übergangssystem“ zwischen Schule und Beruf – ohne Chance auf eine voll qualifizierende Ausbildung.“

Nach wie vor beteiligen sich weniger als ein Viertel aller Unternehmen in Deutschland aktiv an Ausbildung. Dieser Anteil muss kurzfristig und konjunkturunabhängig im Sinne der beruflichen Zukunft aller Jugendlichen und dem zukünftigen Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften erhöht werden. Die Tatsache, dass in Deutschland mehr als 1,5 Millionen Menschen im Alter von 20 bis 29 Jahren (17 Prozent der Altersgruppe) keinen Berufsabschluss haben, ist für die DGB-Jugend inakzeptabel. „Die junge Generation hat ein Recht auf eine Perspektive im Berufsleben, ohne Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Beschäftigung“, forderte René Rudolf.

In einer solchen Situation Vorschläge zu unterbreiten, die die Arbeitsschutzrechte von jungen Auszubildenden in der Hotel- und Gaststättenbranche verschlechtern, wie es kürzlich der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) tat, ist ein unglaublicher Vorfall und erinnert an die bereits gemachten Geschenke für Hotels und Gaststätten. „Eine Diffamierung des Jugendarbeitsschutzes als „Ausbildungshemmnis“ weisen wir scharf zurück. Das Jugendarbeitsschutzgesetz ist vielmehr eines der wesentlichen Gesetze zum Schutz von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren vor gesundheitlichen Gefahren am Arbeitsplatz und vor Überlastung. Junge Menschen in der Ausbildung sind Lernende und brauchen einen wirkungsvollen Arbeitsschutz“, so der DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf, „Vorschläge zur Einschränkung des Jugendarbeitsschutzes lehnen wir ab.“

Weitere Informationen zum Thema Ausbildung und Ausbildungsstart finden Sie unter

www.dgb-jugend.de

Zwölf Fragen zum Ausbildungsstart

 


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