Deutscher Gewerkschaftsbund

23.04.2013

Tarifrunde Zeitarbeit: Info zur dritten Verhandlungsrunde am 22. April 2013

Die  DGB-Mitgliedsgewerkschaften in der DGB-Tarifgemeinschaft sind am 22. April 2013 zur dritten Tarifverhandlung mit den Arbeitgeberverbänden in der Zeitarbeit BAP und IGZ zusammen gekommen, um über weitere rechtzeitige Anschlusstarifverträge für die Entgelttarifverträge in der Zeitarbeit weiterzuverhandeln.

Die Entgeltforderungen der DGB-Tarifgemeinschaft wurden den Arbeitgebern bereits in der ersten Tarifverhandlung am 14. März vorgestellt:

  • Die unterste Entgeltgruppe sollte in zwei Stufen von zuerst 8,50 Euro auf dann 9,00 Euro (West) erhöht werden. Die anderen Entgeltgruppen müssen entsprechend prozentual angepasst werden.
  • Die Entgelttabelle Ost soll sich an das Niveau West so annähern, dass am Ende der Laufzeit ein gleiches Entgelt Ost/West erreicht ist.
  • Der Entgelttarifvertrag sollte eine Laufzeit von 24 Monaten haben.
  • Der Mindestlohntarifvertrag sollte eine Laufzeit von 30 Monaten haben (wegen Vorlaufzeit zum Erlass der Rechtsverordnung von ca. 6 Monaten, deshalb ist ein frühzeitiger Abschluss notwendig).

Auch die Forderungen in Bezug auf die Mantelthemen sind der Gegenseite bereits bekannt (u.a. Streikbrucheinsatz, Ausschlussfristen, Arbeitszeitkonten, Eingruppierungsmerkmale, Geltungsbereich für Werkverträge).

In der dritten Verhandlungsrunde haben die DGB-Mitgliedsgewerkschaften bekräftigt, dass eine eindeutige Vereinbarung zum Streikbrucheinsatz eine Bedingung ist für einen Abschluss über den Entgelttarifvertrag. Ebenso erwarten die Mitgliedsgewerkschaften in der DGB-Tarifgemeinschaft ein Entgegenkommen der Gegenseite in den Forderungen zu den Mantel- und Entgeltrahmentarifverträgen.

Während der Verhandlung wurden im Wesentlichen Positionen ausgetauscht zu einem möglichen Modus einer Angleichung der Ost- und Westentgelte. Die Vorschläge der Arbeitgeberseite für Angleichungsvereinbarungen mit Laufzeiten bis weit in das Jahr 2028 hinein sind für die DGB-Mitgliedsgewerkschaften nicht akzeptabel und wurden klar zurückgewiesen. Auch die von der Gegenseite diskutierten Stufen zur Entgelterhöhung (Steigerung von 1,8 % für die erste Stufe und Steigerung von 1,9 % für die zweite Stufe im Westen) sind für die DGB-Mitgliedsgewerkschaften materiell nicht hinnehmbar.

Nach vier Stunden wurde die Tarifverhandlung vertagt.

 Der nächste Verhandlungstermin ist der 30. April 2013.


Nach oben

Themenverwandte Beiträge

Artikel
76.000 Warnstreikende: IG Metall erhöht Druck auf Arbeitgeber
Vor der 3. Verhandlungsrunde in Baden-Württemberg hat die IG Metall mit massiven Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. 76.000 Beschäftigte aus knapp 400 Betrieben beteiligten sich an Arbeitsniederlegungen, Kundgebungen und Frühschlussaktionen. weiterlesen …
Artikel
Zweiter Warnstreik bei Regionalbus Ostbayern
Die Beschäftigten der Regionalbus Ostbayern (RBO) am Standort Regensburg und seinen Außenstellen haben am 19. Juni 2018 ihre Arbeit niedergelegt. Kein einziger Bus fuhr. Grund dafür ist die Hinhaltetaktik des Arbeitgebers. Ein erster Warnstreik vor einer Woche in Amberg reicht der Arbeitgeberseite nicht, um zu reagieren. Die EVG fordert unter anderem die Einführung des EVG-Wahlmodells bei der RBO. weiterlesen …
Artikel
Tarifrunde öffentlicher Dienst: Warnstreiks in Bayern werden ausgeweitet
Nach zwei ergebnislosen Verhandlungsrunden dehnt ver.di Bayern die Warnstreiks aus. Auf zwei zentralen Kundgebungen am 10. April in München und in Nürnberg am 11. April werden jeweils mehrere tausend Beschäftigte des öffentlichen Dienstes des Bundes und der Kommunen ihren Unmut über das Verhalten der Arbeitgeber deutlich machen. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten