Deutscher Gewerkschaftsbund

04.03.2013
Dietmar Hexel

Managergehälter: "Mäßigung statt Gier"

Eine klare Mehrheit der Schweizer will Managergehälter stärker regulieren. 68 Prozent unterstützten die „Abzocker-Initiative“, selten fand eine Volksabstimmung im Nachbarland mehr Zuspruch. DGB-Vorstandsmitglied Dietmar Hexel begrüßt die Schweizer Initiative und fordert, auch in Deutschland die Managerbezüge zu deckeln.

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Aktionäre können seit 2009 explizit über das Vergütungssystem des Vorstands abstimmen. Nennenswerte Kritik an der Managerbezahlung ist auf den Hauptversammlungen bisher nicht laut geworden. Wer sich besser nachvollziehbare Vorstandsbezüge wünscht, braucht auf die Aktionäre nicht zu hoffen. Eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung.

 "Die Schweizer haben recht. Auch in Deutschland ist das Ende der Fahnenstange bei Managervergütungen längst erreicht. Sie müssen sich in die allgemeinen Regeln der Gesellschaft einfügen. Mäßigung statt Gier muss der Maßstab sein.

Allerdings ist die Hauptversammlung keine Lösung. Dort sitzen keine Kleinanleger, sondern mächtige Fondsvertreter, die selbst irre verdienen. In Deutschland muss der Aufsichtsrat entscheiden.

Weil ein Unternehmen eine Leistungsgemeinschaft aller ist, dürfen Managervergütungen eine bestimmte Relation zum Einkommen der Beschäftigten nicht übersteigen. Da ist notfalls der Gesetzgeber gefordert."


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