Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 115 - 03.12.2015
DGB-Index Gute Arbeit 2015

DGB-Index Gute Arbeit: Beschäftigte leiden unter Arbeitsdruck

Der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und der Ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske haben heute in Berlin den neuen DGB-Index Gute Arbeit 2015 vorgestellt. Im Mittelpunkt des repräsentativen Reports, für den mehr als 4900 Beschäftigte zu ihren Arbeitsbedingungen befragt wurden, steht in diesem Jahr die Arbeitsintensität.

„Beschäftigte leiden unter dem massiven Arbeitsdruck. Aufgabenumfang und Arbeitszeit passen zu häufig nicht zusammen – 52 Prozent fühlen sich bei der Arbeit gehetzt und unter Druck. Besonders diejenigen, die Überstunden machen und lange arbeiten, neigen dann auch noch dazu, Pausen ausfallen zu lassen oder zu verkürzen. Pausen sind kein Luxus, sie gehören zur Regeneration“, sagte der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. „Solche Belastungen sind gesundheitsgefährdend, sie gehören reduziert. Zahlreiche Betriebsvereinbarungen dazu gibt es bereits, aber wir brauchen mehr davon.“ Zunehmend würden Unternehmen nach Fachkräften suchen müssen. „Wer will, dass Fachkräfte lange bleiben und neue kommen, muss gerade jetzt mit den neuen Belastungen durch die Digitalisierung die Arbeitsintensität im Auge behalten.“

Frau lehnt an Regal

Colourbox.de

„Der aktuelle DGB-Index Gute Arbeit belegt: Gehetzt und unter Zeitdruck arbeiten, das ist der psychische Belastungsfaktor Nummer eins in der Arbeitswelt“ sagte der Ver.di Vorsitzende Frank Bsirske. „Quer durch alle Branchen arbeiten 33 Prozent aller Beschäftigten, also ein Drittel, sehr häufig oder oft unter Zeitdruck aufgrund zu knapper Personalbesetzung. Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) fordert deshalb unter anderem einen gesetzlichen Mindeststandard für die Personalbemessung an Krankenhäusern.“

Laut Report werteten die Beschäftigten die Arbeitsintensität mit 49 Indexpunkten (von 100) am schlechtesten. Dahinter stehen mehrere Ursachen: 52 Prozent der Beschäftigten fühlen sich sehr gehetzt. 55 Prozent berichteten über häufige Störungen bei der Arbeit, 21 Prozent gaben an, dass sie Abstriche bei der Qualität der Arbeit machen müssen, um das Pensum zu schaffen.

Die Bewertung der Einkommenssituation hat sich dank guter Tarifabschlüsse und Einführung des Mindestlohns leicht verbessert: Die Indexpunkte stiegen von 47 Punkten in 2014 auf 50 Punkte in 2015. Positiv bewerten die Beschäftigten weiterhin den Sinn ihrer Arbeit mit 80 Indexpunkten: Die eigene Arbeit sei ein wichtiger Beitrag für den Betrieb und die Gesellschaft.

Weitere Zahlen und Details finden Sie hier im Report.


Nach oben

Weitere Themen

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

"Für Frau­en geht es in Deutsch­land nicht ge­recht zu"
DGB/Vadim Guzhva/123rf.com
Immer mehr Frauen in Deutschland arbeiten - doch bis zu einer gerechten Aufteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit zwischen beiden Elternteilen ist es noch ein weiter Weg. Das liegt auch daran, dass "Arbeitgeberverbände und Teile der Union jeden Fortschritt ausbremsen", kritisiert DGB-Vize Elke Hannack. Eine aktuelle Studie der OECD zeigt, wo die Defizite liegen.
weiterlesen …

Ta­ri­fab­schluss im öf­fent­li­chen Dienst: Mehr als 5 Pro­zent
DGB
Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder - außer Hessen - steht. Er gilt für die angestellten Beschäftigten der fünfzehn Bundesländer, die sich in der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) zusammengeschlossen haben – und hat ein Gesamtvolumen von mehr als 5 Prozent Tariferhöhung! Auch in vielen weiteren Punkten konnten sich die Gewerkschaften durchsetzen.
weiterlesen …

Im­mer we­ni­ger Stu­den­ten be­kom­men BAföG
Colourbox.de
Mehr Gerechtigkeit in der Bildung? Nicht beim BAföG! Der Anteil der Studierenden, die BAföG bekommen, ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Und das, obwohl die Chance von Kindern aus Arbeiterhaushalten auf ein Studium in Deutschland im internationalen Vergleich bereits heute besonders gering ist. Das zeigt der alternative BAföG-Bericht der DGB-Jugend.
weiterlesen …

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie die Pressemeldungen des DGB-Bundesvorstandes.
Kon­takt Pres­se­stel­le
DGB-Bundesvorstand Abteilung Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit Henriette-Herz-Platz 2 10178 Berlin Telefon:030.24 060-211 Telefax:030.24 060-324
weiterlesen …

Pres­se­fo­tos
Hier finden Sie die aktuellen Pressefotos des Geschäfts­führenden DGB-Bundes­vorstandes zum Download. Abdruck in Printmedien und Veröffentlichung im Internet ist im Rahmen der redaktionellen Berichterstattung mit Quellennachweis frei.
zur Webseite …