Deutscher Gewerkschaftsbund

04.03.2016
Studie: Branchenanalyse kommunale Verwaltung

Funktionsfähigkeit der Kommunen steht auf dem Spiel

Die bisherigen Kürzungen beim Personal bringen die kommunalen Verwaltungen an die Grenze ihrer Einsatzfähigkeit. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie im Auftrag von Hans-Böckler-Stiftung und ver.di. Nach Jahrzehnten des Stellenabbaus und der Privatisierung seien weitere Einsparungen beim Personal nur noch auf Kosten der Funktionsfähigkeit der Verwaltung zu realisieren.

Die Autoren der Studie warnen insbesondere vor der drohenden Überalterung der Beschäftigtenstruktur. Eine restriktive Personalpolitik, ein deutlich reduziertes Ausbildungsangebot sowie immer mehr befristete Arbeitsverträge hätten die Zahl der Beschäftigten unter 45 Jahren in den Ämtern verringert.

Prognose der Beschäftigtenentwicklung im Kommunalen Behörden bis 2023

Bis 2023 wird laut Studie das Durchschnittsalter der Beschäftigten in der kommunalen Verwaltung stark steigen. Die Gruppe der 45- bis 55-Jährigen wird sich in 7 Jahren etwa verdoppelt haben. Studie HBS/ver.di: Branchenanalyse Kommunale Verwaltung

Es sei notwendig, so die Autoren, dass die Kommunen wieder ausreichend finanziert werden – für einen qualitativ hochwertigen Aufgabenvollzug und gute Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten.

Zur Studie: Branchenanalyse kommunale Verwaltung. Zwischen Finanzrestriktionen und veränderten Arbeitsanforderungen (PDF)

 


Nach oben

Weitere Themen

ein­blick - DGB-In­fo­ser­vice kos­ten­los abon­nie­ren
Mehr online, neues Layout und schnellere Infos – mit einem überarbeiteten Konzept bietet der DGB-Infoservice einblick seinen Leserinnen und Lesern umfassende News aus DGB und Gewerkschaften. Hier können Sie den wöchentlichen E-Mail-Newsletter einblick abonnieren.
zur Webseite …

Hoff­mann zur Agen­da 2010: "Da muss vie­les kor­ri­giert wer­den"
DGB/Werner Bachmeier
Der designierte SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat Fehler bei der Agenda 2010 eingeräumt, die man korrigieren müsse. "Da muss vieles korrigiert werden", sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann und spricht sich für eine längere Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes I aus.
weiterlesen …

Wie die EU-Kom­mis­si­on deut­sche Ar­beits­stan­dards ge­fähr­det
DGB/Benoit Daoust/123rf.com
Die geplante EU-Dienstleistungskarte sei ein Angriff auf Regeln zum Schutz von Beschäftigten, sagt DGB-Vorstand Stefan Körzell. Mindestlöhne, Arbeitsschutz und andere Arbeitsstandards der Mitgliedsstaaten könnten mit ihr ausgehebelt werden.
weiterlesen …

Ta­ri­fab­schluss im öf­fent­li­chen Dienst: Mehr als 5 Pro­zent
DGB
Der Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst der Länder - außer Hessen - steht. Er gilt für die angestellten Beschäftigten der fünfzehn Bundesländer, die sich in der Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) zusammengeschlossen haben – und hat ein Gesamtvolumen von mehr als 5 Prozent Tariferhöhung! Auch in vielen weiteren Punkten konnten sich die Gewerkschaften durchsetzen.
weiterlesen …

Themenverwandte Beiträge

Artikel
Öffentlicher Dienst: Vorsicht bei Geschenken und Belohnungen
Eine Einladung zum Mittagessen, Freikarten für ein Konzert: Beschäftigte des öffentlichen Dienstes sollten auch bei kleinen Geschenken gut überlegen, ob sie diese annehmen. Denn für solche „persönlichen Zuwendungen“ gelten besondere Regeln. Eine gute Orientierungshilfe für BeamtInnen und Angestellte der öffentlichen Hand bietet ein Leitfaden des Bundesinnenministeriums. weiterlesen …
Artikel
Weichen stellen: Für die Arbeit der Zukunft im öffentlichen Dienst
Alle haben ein Interesse an einem gut funktionierenden öffentlichen Dienst: die Bürgerinnen und Bürger, seine Beschäftigten, die Wirtschaft, die politisch Verantwortlichen. Um seine Leistungsfähigkeit zu sichern und zu stärken, müssen Arbeitsbedingungen und -prozesse zukunftsorientiert gestaltet werden. Die Politik hat die Aufgabe, dafür die Weichen zu stellen. Handlungsbedarf sieht der DGB vor allem bei vier Themen. weiterlesen …
Artikel
Öffentlicher Dienst: Weniger Beschäftigte, mehr Unsicherheit
4,65 Millionen Menschen arbeiten im öffentlichen Dienst - das sind zwei Millionen weniger als noch 1991. Gleichzeitig haben geringfügige Beschäftigungen, Befristungen und Teilzeit zugenommen. Für die Beschäftigten heißt das: Unsicherheit und Arbeitsverdichtung nehmen zu. Das muss sich ändern - auch, um die Leistungsfähigkeit des öffentlichen Dienstes zu erhalten. weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten