Deutscher Gewerkschaftsbund

12.01.2016
Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Hannack: Bedarfsgerechte Betreuungszeiten sind ein klarer Vorteil

Neues Bundesprogramm "KitaPlus" ist gestartet

Der Schichtdienst beginnt um 6 Uhr – die Kita öffnet aber erst um 8? Das Bundesprogramm KitaPlus will das ändern und den bedarfsgerechten Ausbau der Betreuungszeiten fördern. DGB-Vize Elke Hannack begrüßt das als wichtigen Schritt in Richtung Vereinbarkeit von Familie und Beruf – sieht aber auch die Arbeitgeber in der Pflicht.

Teaser Elke Hannack

DGB/Simone M. Neumann

"Der bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbetreuung in Randzeiten, an Wochenenden
und in Schulferien ist ein klarer Vorteil."

Zum Start des Bundesprogramms KitaPlus sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack:

"Das Programm KitaPlus ist ein wichtiger Schritt, Alleinerziehenden die Rückkehr in den Arbeitsmarkt zu ermöglichen und erwerbstätigen Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Der bedarfsgerechte Ausbau der Kinderbetreuung in Randzeiten, an Wochenenden und in Schulferien ist ein klarer Vorteil.

Flexibilität darf nicht nur den Familien abverlangt werden. Auch Unternehmen und Betriebe müssen sich bewegen und ihren Beschäftigten mehr Arbeitszeitsouveränität bieten. Junge Eltern und Alleinerziehende müssen auf Dauer und Zeitpunkt ihrer Arbeitszeiten Einfluss nehmen können.

Vor allem muss das Kindeswohl im Vordergrund stehen. Bildung, Erziehung und Betreuung sind untrennbare Aufgaben - dafür ist ein ausreichender Personalschlüssel mit qualifizierten pädagogischen Fachkräften wichtig. Klar ist, dass auch die Arbeitszeiten und Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher stimmen müssen - eine Schmalspurlösung in den Randzeiten darf es nicht geben".

Kinder einer Kita oder Grundschule hören Lehrerin / Erzieherin zu

Colourbox

Was ist "KitaPlus"?

Im Januar 2016 ist das neue Bundesprogramm „KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) gestartet. Es fördert erweiterte Öffnungszeiten in Kitas und der Kindertagespflege und will Eltern so die Vereinbarung von Familie und Beruf erleichtern. Gerade für Berufstätige, die im Schichtdienst oder sehr früh morgens, in den Abendstunden und am Wochenende arbeiten, ist es oft schwierig oder unmöglich, passende Betreuungsangebote zu finden. Das kann Alleinerziehende sogar daran hindern, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Durch das Bundesprogramm soll das Angebot an passgenauen, am Bedarf der Familien orientierten Betreuungsangeboten deutlich ausgeweitet werden. Der DGB unterstützt das Programm.

Weitere Infos:
BMFSFJ: Bundesprogramm "KitaPlus: Weil gute Betreuung keine Frage der Uhrzeit ist"


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DGB/Simone M. Neumann
Das DGB-Projekt vermittelt seit 2006 praxisbezogenes Wissen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten: von "Männer und Vereinbarkeit", über Elternzeit und Kinderbetreuung bis hin zu "Pflege und Beruf" bietet das Projekt AkteurInnen in Gewerkschaften und Interessenvertretungen zu den jeweiligen Schwerpunkten eine Plattform für den Erfahrungsaustausch.
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