Deutscher Gewerkschaftsbund

10.12.2015
Entgeltgleichheit

Hannack: "Wir brauchen ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit"

"Unternehmen müssen verpflichtet ihre Entgeltpraxis zu überprüfen", sagt DGB-Vize Elke Hannack und befürwortet ein Entgelttransparenzgesetz. Wenn festgestellt wird, dass beispielsweise Frauen benachteiligt werden, müsse der Arbeitgeber Abhilfe schaffen.

Elke Hannack, stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes

DGB/Simone M. Neumann

Zum geplanten Entgelttransparenzgesetz erklärte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack:

"Wir brauchen ein Gesetz für mehr Lohngerechtigkeit: Es muss Transparenz herstellen in der Entgeltpraxis der Unternehmen. Sie müssen verpflichtet werden, ihre Entgeltpraxis zu überprüfen und bei festgestellter Benachteiligung Abhilfe zu schaffen. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie trotz der engen Vorgaben des Koalitionsvertrages ein deutliches Zeichen setzt und einen Entwurf für ein wirksames Gesetz vorlegt. Soll sich die Lohnlücke gänzlich schließen, brauchen wir aber mehr: eine Aufwertung frauendominierter Tätigkeiten, faire Aufstiegschancen für Frauen und  Arbeitszeiten, die sich am Lebensverlauf orientieren.

Dass Transparenz und nachvollziehbare Entgeltsysteme einen Beitrag zur Überwindung der Entgeltlücke leisten, ist nachgewiesen: Wo Tarifverträge gelten und Betriebsräte mitbestimmen, ist die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern kleiner. Aber nur gut die Hälfte aller Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer arbeitet in einem tarifgebundenen Betrieb. Noch weniger haben einen Betriebsrat. Umso wichtiger ist es, dass gerade in solchen Betrieben die Kriterien, nach denen Eingruppierung und Entlohnung erfolgen, offen gelegt werden. Nur so lässt sich verhindern, dass die Höhe des Gehalts nach Gutsherrenart festgelegt wird.

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit - das ist schon heute geltendes Recht in Deutschland. Wer dagegen verstößt, handelt rechtswidrig. Trotzdem ist dieser Grundsatz bis heute nicht flächendeckend umgesetzt, weil konkrete Vorgaben für seine Umsetzung fehlen."


Nach oben

Weitere Themen

Die wich­tigs­ten Fra­gen und Ant­wor­ten zum Aus­bil­dungs­start
DGB/Simone M. Neumann
Für manche Jugendliche hat das neue Ausbildungsjahr schon begonnen, für andere geht es in den nächsten Wochen los. Doch was ist bei einem Ausbildungsvertrag zu beachten? Wer regelt die Arbeitszeiten - und was hat es mit der Probezeit auf sich? Der DGB infomiert über Rechte und Pflichten von Azubis.
Zur Pressemeldung

Be­schäf­ti­gungs­mo­tor Pri­vat­haus­hal­t: Gu­te Ar­beit ist mög­lich
DGB/dolgachov/123rf.com
Jobs in Privathaushalten sind oft prekär – auch Schwarzarbeit ist weit verbreitet. Warum das nicht so bleiben kann und welche Rahmenbedingungen nötig sind, damit auch in Privathaushalten gute Arbeitsplätze entstehen können, beantwortet die neue Ausgabe von "arbeitsmarkt aktuell".
weiterlesen …

11 häu­fi­ge Ar­gu­men­te ge­gen Be­triebs­rä­te – die al­le falsch sind
Colourbox.de
Ihr wollt eure Kolleginnen und Kollegen davon überzeugen, wie wichtig ein Betriebsrat ist? Aber ihr trefft immer wieder auf Aussagen wie "Das bringt doch eh nichts." oder "Der Chef ist doch nett."? Dann haben wir was für euch: Wir zeigen, warum die häufigsten Argumente gegen Betriebsräte schlicht und einfach falsch sind – und warum mit Betriebsrat alle gewinnen.
weiterlesen …

Zuletzt besuchte Seiten