Deutscher Gewerkschaftsbund

20.08.2018

Körzell: Industrielle Wertschöpfungsketten und Arbeitsplätze unter den Bedingungen von Klimaschutz erhalten

Stefan Körzell zu Besuch bei Hydro Aluminium

DGB

Besuch bei der Aluminiumindustrie

Vergangenen Freitag besuchte Stefan Körzell, Mitglied des Geschäftsführenden Bundesvorstandes und Mitglied der Strukturwandel-Kommission der Bundesregierung, die Aluminiumindustrie im Rheinischen Revier. Bei einem Besuch des Rheinwerks von Hydro Aluminium und dem benachbarten Walzwerk der AluNorf konnte Körzell einen Eindruck von stromintensiver Produktion in Deutschland gewinnen und dabei die Vorzüge integrierter Wertschöpfungsketten erleben. „Bezahlbare, sichere Energieversorgung, kurze Wege zwischen den Unternehmen und qualifizierte Beschäftigte sind dabei wichtige Standortvorteile. Dass wir in Deutschland nach wie vor eine gut aufgestellte Grundstoffindustrie haben, ist dabei nicht nur ein wirtschaftliches Pfund für die Regionen.“ So konnte sich Körzell auch einen Überblick über das umweltfreundliche Recycling des Aluminiums verschaffen, der vielfach im Kreislauf mit geringem Energieaufwand wiedergenutzt werden kann.

Gut bezahlte Industriearbeitsplätze erhalten

Für den DGB ist dabei klar, dass gut bezahlte Tarifarbeitsplätze in der Industrie erhalten bleiben müssen. „Wir dürfen nicht in die Falle laufen und industrielle Wertschöpfung gegen Klimaschutzanforderungen ausspielen, sonst verlieren am Ende Beschäftigte und Umwelt. Am Beispiel der Aluminiumerzeugung sieht man, wie wichtig es ist, dass wir in Deutschland eine funktionierende Grundstoffproduktion haben. Ohne den Werkstoff Aluminium wird die Vision von der Elektromobilität oder dem Netzausbau schnell zur Luftnummer. Es gilt, unsere Kompetenzen zu erhalten und in innovative Technologien und Anwendungen zu investieren. An dieser Stelle muss die Strukturwandelkommission Antworten liefern.“, so Körzell weiter.

Gruppenbild mit Stefan Körzell bei Hydro Aluminium

DGB

Körzell warnt vor Schnellschüssen

Insbesondere vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Diskussion über die weitere Nutzung der Kohle mahnt Körzell vor Schnellschüssen. „Natürlich müssen wir Ergebnisse liefern, wie wir die Klimaschutzziele erreichen können. Eine verkürzte Debatte um Jahreszahlen beim Ausstieg aus der Kohle greift aber deutlich zu kurz. Wir müssen die unterschiedlichen Wechselwirkungen etwa im Hinblick auf die Strompreisentwicklung im Blick behalten. Dabei ist mir der Zusammenhang zwischen Kraftwerken und industrieller Wertschöpfung besonders wichtig.“


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